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Flach und straff zugleich: Eine neue Operationsmethode verhilft binnen weniger Stunden und bei lokaler Betäubung zum erwünschten Bauch
Traurig, aber wahr: Manche Bäuche trotzen jeder Diät und halten selbst anstrengenden sportlichen Übungen stand. Wer sich nach vielen vergeblichen Anläufen trotzdem den Wunsch nach der Traumfigur erfüllen möchte, muss aber dann nicht aufgeben: Unter bestimmten Voraussetzungen spricht nichts dagegen, sich chirurgisch zu einer schlanken Silhouette verhelfen zu lassen. Der Wiener Primar Prof. Dr. Peter Hernuss praktiziert eine neuartige, besonders schonende Operationsmethode, die in einem einzigen Durchgang um die Leibesmitte flach und straff zugleich macht.
Von Mag. Sabine Stehrer
Ich habe versucht, mein Übergewicht von 15 Kilo durch gesunde Ernährung und Sport in den Griff zu bekommen. Leider spielt mein Körper nicht mit. Ich habe das Gefühl, dass er nach dem Abnehmen gierig alles aufnimmt, was er bekommt, und der Bauch sehr schnell wieder wächst. Kann dies damit zusammenhängen, dass die leeren Fettzellen wieder aufgefüllt werden wollen? Ist die einzige Lösung für dauerhafte Schlankheit eine Fettabsaugung?“ Das fragt Sonja K. in einer Internet-Sprechstunde für Menschen, die sich sehnlich eine flache, straffe Leibesmitte wünschen.
Genetisches Pech
Vielen Menschen geht es ganz genauso wie ihr, weiß Primar Prof. Dr. Peter Hernuss, ärztlicher Leiter der Tagesklinik Wien an der Privatklinik Döbling, Gynäkologe und Allgemeinmediziner, der sich seit Jahren mit ästhetischer Medizin beschäftigt. „Insbesondere Frauen haben oft fettreiche Körperstellen, die durch eine Diät oder durch Sport nicht schlanker werden“, sagt er. Die Betroffenen haben genetisches Pech, die Neigung ist vererbt, der Körper will sich das Fett an den Hüften, am Bauch, an den Beinen oder am Po als Reserve aufbewahren, um eine Notzeit zu überstehen oder um eine Schwangerschaft besser bewältigen zu können. Prof. Hernuss: „In solchen Fällen ist die Absaugung die einzige Möglichkeit, das Fett zu verlieren.“ Der Primar über den Vorteil der chirurgischen Hilfe: „Mit der Absaugung werden die Fettzellen beseitigt, das heißt, da wächst nichts mehr und man bleibt schlank.“
Schlank in vier Stunden
„Aber was ist mit der Straffheit? Wo Fett abgesaugt wird, bleibt doch Haut übrig, die dann in der Bauchgegend herunterhängt, das ist auch nicht schön“, meint Werner F., der so wie Sonja K. seit Jahren erfolglos gegen den berüchtigten Schwimmreifen um die Taille ankämpft und an eine Fettabsaugung denkt. „Brauche ich nach so einem Eingriff eine zweite Operation, um mir die überschüssige Haut entfernen zu lassen?“
„Nein“, sagt Prof. Hernuss. Gemeinsam mit zwei Kollegen aus Argentinien und Brasilien hat der Wiener Mediziner eine Operationsmethode entwickelt, die es ermöglicht, Betroffene in einem einzigen Durchgang schlank und straff um die Leibesmitte zu machen. Das Beste ist: Der Eingriff dauert nur vier bis fünf Stunden und ist äußerst schonend, weil er unter lokaler Betäubung ohne Vollnarkose durchgeführt werden kann.
Das Neue an der Methode
Und so geht die neue „Weg-mit-dem-Fett-Operation“ vor sich: Nach der so genannten Tumeszenz-Technik wird eine Mischung aus drei bis neun Litern eines lokal betäubenden Mittels, einer Kochsalzlösung und anderen Wirkstoffen mit Injektionsnadeln in das Fettgewebe gespritzt. Dadurch quellen die Fettzellen auf und lösen sich vom umliegenden Gewebe. Wenn sich das Areal, wo Fett abgesaugt werden soll, anfühlt wie eine Wassermelone, muss noch eine Stunde Einwirkzeit abgewartet werden.
Dann beginnt der eigentliche Eingriff, von dem der Patient oder die Patientin nichts spüren. In die Haut werden an mehreren Stellen Löcher geschnitten – die Schnitte sind drei bis vier Millimeter lang. Über Vibrationskanülen, die sich an den Gefäßen und Nerven vorbei ihren Weg zu den Fettzellen suchen, ohne Bindegewebe, Gefäße oder Nerven zu verletzen, wird das Fett abgesaugt. Zuerst im Liegen, dann als „Feinschliff“ im Stehen. So schwinden binnen ein, zwei Stunden bis zu fünf Liter Fett – bei großen, stark übergewichtigen Menschen können es sogar bis zu acht sein.
Nach OP nach Hause
Um die überschüssige Haut zu entfernen, wird quer über den Unterbauch schmerzfrei ein Schnitt gezogen und so viel Haut wie nötig entfernt. In manchen Fällen wird der Nabel versetzt, aber auch davon spüren die Patienten nichts, sie können gleich nach dem Eingriff nach Hause gehen.
Daheim müssen sie einige Wochen eine Bauchbinde und ein Mieder tragen. Schwere Sachen heben und Sport betreiben sind eine Zeit lang verboten. Je mehr Fett abgesaugt wurde, desto länger dauert es, bis Schwellungen und Blutergüsse verschwunden sind, sich die Haut zusammengezogen hat und die Narben verheilt sind. Prof. Hernuss: „Das Endergebnis ist nach sechs bis zwölf Monaten erreicht.“
Nur als letzter Ausweg
Seit 2004 führte Prof. Hernuss mehr als 300 Bauchfettabsaugungen nach der neuen Technik durch, in 78 Fällen straffte er auch gleich die Haut. Seine Patienten waren Frauen und Männer im Alter von 21 bis über 70 Jahren. Sie alle seien sehr zufrieden, sie hätten ein paar Kilos und Kleidergrößen weniger, und fühlten sich wesentlich wohler als vor dem Eingriff, berichtet er.
Dennoch rät der Arzt Interessierten nur dann zur Operation, wenn andere Versuche, das Fett loszuwerden, fehlgeschlagen sind und der Leidensdruck groß ist. Oder wenn medizinische Indikationen bestehen, wie Gelenksprobleme oder chronische Entzündungen der Haut in der Falte zwischen Bauch und Fettschürze. Es gibt aber auch Kontraindikationen: Nicht durchgeführt werden kann der Eingriff zum Beispiel bei Menschen, die an Blutgerinnungsstörungen, schweren Herzfehlern oder Krampfadern leiden.
Kosten privat zu tragen
Prof. Hernuss kennt auch noch einen anderen Hinderungsgrund: schlichte Angst. „Es hat schon Frauen und Männer gegeben, die haben sich beraten lassen, sind aber dann vor Schreck davon gelaufen, als sie Bilder von Fettabsaugungen gesehen haben“, erzählt der Arzt aus seiner Praxis. Die Kosten für die Operation sind privat zu tragen. Für die ganz große Absaugung von acht Liter Fett sind 5.500 Euro zu bezahlen.
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Spritze gegen Fett
Was andere Methoden können: Um bis zu sieben Zentimeter kann der Umfang von Fettpolstern per Fettspritze reduziert werden, die in der Sprache der Mediziner Injektionsliolyse mit Phosphatidylcholin heißt. Das hat der ästhetische Chirurg und Allgemeinmediziner DDr. Karl-Georg Heinrich mit Praxis in Wien in einer neuen Studie an 85 Patienten und Patientinnen nachgewiesen. Er behandelte Fettpolster an fast allen Körperregionen. Frauen sprachen besser auf die Spritze an als Männer. Nebenwirkungen wie vorübergehende Entzündungsreaktionen traten zwar auf, aber sie waren für die Probanden erträglich. Die Kosten für die Verringerung von Fettpolstern durch die Fettwegspritze hängen von der Anzahl der notwendigen Injektionen ab. Sie werden nach einem Beratungsgespräch mit dem Arzt vereinbart.



