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Ausgabe 03/2011

 



Leben mit Pollenallergie

Ein Betroffener berichtet

 

Vor etwa 30 Jahren wurde bei Fritz Pessl (44) eine Allergie auf Birken- und Gräserpollen diagnostiziert. Im Interview mit MEDIZIN populär erzählt der Journalist aus Wien, wie sich das lästige Leiden bei ihm äussert und was er dagegen unternimmt.

 

Von Mag. Sabine Stehrer

MEDIZIN populär
Herr Pessl, Sie zählen zu der zunehmenden Zahl an Menschen, die an einer Pollenallergie leiden. Was löst bei Ihnen die Beschwerden aus?

Fritz Pessl
Bei mir wurde die Pollenallergie durch einen Ritztest eindeutig festgestellt. Dabei werden Substanzen, die als Allergieauslöser in Frage kommen, auf die Unterarme getropft, danach wird die Haut aufgeritzt. Nach einiger Zeit beginnt dann die Haut an bestimmten Stellen des Kratzers zu jucken, wird rot und schwillt an. So erkennt man, welche der aufgetragenen Substanzen die allergischen Beschwerden auslösen. Bei mir waren und sind das die Birkenpollen und verschiedene Gräserpollen.
Sie waren erst 14, 15 Jahre alt, als sich die Pollenallergie bei Ihnen das erste Mal bemerkbar machte.

Liegt das Leiden bei Ihnen in der Familie?
Nein, geerbt habe ich die Allergie sicher nicht. Ich vermute einen psychischen Hintergrund als Ursache für das plötzliche Auftreten, vielleicht schulischen Stress. Belege dafür habe ich aber nicht.

Wie äußert sich die Pollenallergie bei Ihnen?
In roten, juckenden Augen und einer wechselweise rinnenden oder verstopften Nase bzw. einem ständigen Schnupfen. Außerdem bin ich in der fraglichen Zeit physisch viel weniger belastbar und psychisch leichter gereizt. Ich muss aber auch sagen, dass die Belastung im Lauf der Jahrzehnte, die ich schon mit der Allergie lebe, immer geringer geworden ist. Früher waren die Beschwerden so arg, dass ich von Mitte Mai bis Mitte Juni zum Schutz vor den Pollen am liebsten nur in geschlossenen Räumen geblieben wäre, was natürlich allein berufsbedingt unmöglich gewesen wäre und auch sonst nicht durchführbar. So störend sind die Symptome der Allergie bei mir heute nicht mehr.

Was haben Sie schon alles unternommen, damit es Ihnen besser geht?
Ganz am Anfang habe ich in der Pollenflugsaison homöopathische Mittel genommen. In den Jahren um die Maturazeit wurde mir Kortison gespritzt, und während des Studiums habe ich es dann mit der Hyposensibilisierung versucht. Damals wurden mir über Jahre im Abstand von einigen Wochen im Herbst und Winter die Allergie auslösenden Substanzen in den Oberarm injiziert, und zwar in immer höherer Konzentration, damit sich der Körper langsam immer stärker an die Allergene gewöhnt. Das hat bei mir sehr gut gewirkt, danach war die Allergie nicht mehr ganz so schlimm, und die Wirkung hält auch bis heute an. Wenn es in der Zwischenzeit doch einmal wieder ärger geworden ist, bin ich entweder zu einer Akupunktur-Behandlung gegangen, was die Symptome zumindest für ein paar Tage fast zum Verschwinden gebracht hat. Oder ich habe mir Pollenfreiheit verschafft, indem ich auf einen Berg und in eine Höhe geflüchtet bin, wo weder Birken noch Gräser wachsen. Das hat zwar nur sehr kurzfristig gewirkt, aber doch gut getan, und das werde ich auch heuer machen, falls die Beschwerden wieder ärger werden.

Meinen Sie, dass die Allergie eines Tages wieder ganz und von selbst verschwindet, so wie sie auch gekommen ist?
Das wäre schön! Aber ich denke, ich habe die Allergie inzwischen gut im Griff und bin froh über den Zustand, so wie er jetzt ist und hoffentlich bleibt.


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