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Ausgabe 12/2006

 



Liften & Co: Die häufigsten Schönheitsoperationen

Jenen, die besonders unter den Zeichen des Alterns leiden, bietet die plastische Chirurgie eine breite Palette an Möglichkeiten, die Zeit zurückzudrehen und länger jung auszusehen. Univ. Prof. Dr. Manfred Frey, Präsident der Gesellschaft für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie, warnt aber vor falschen Erwartungen in die Medizin.

 

Von Mag. Sabine Stehrer

Fettabsaugungen, Botoxinjektionen, Faltenunterspritzungen, Lidstraffungen und Face-Liftings stehen auf der Hitliste ganz oben. Auch wenn es darum geht, schlaff gewordenes Gewebe an Armen, Beinen & Po zu straffen, wird immer öfter die Hilfe der modernen Chirurgie in Anspruch genommen. 40.000 Menschen unterziehen sich in Österreich jedes Jahr einem ästhetischen Eingriff, 90 Prozent davon sind Frauen, zehn Prozent Männer.

Nichts überstürzen
Wer daran denkt, es ihnen gleichzutun und sich ebenfalls „unters Messer“ zu legen, um länger jung auszusehen, dem attestiert Univ. Prof. Dr. Manfred Frey, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie, vor allem eines: „Einen ziemlich großen Leidensdruck.“

Schönheit muss leiden, heißt es. Muss, wer schön sein will, auch „schneiden“? Nur nach äußerst reiflicher Überlegung, sagt Prof. Frey, der auch Leiter der Abteilung für plastische und rekonstruktive Chirurgie an der medizinischen Universität Wien ist. Die Betroffenen sollen nichts überstürzen, sich Zeit lassen, viel Zeit. Zunächst für eine Beratung durch eine Fachärztin oder einen Facharzt für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie. Im besten Fall auch für ein Gespräch mit einer Psychologin oder einem Psychologen. Für diesen Rat des Experten gibt es einen guten Grund: Aktuellen Umfragen zufolge ist jeder Zweite nach einem schönheitschirurgischen Eingriff genauso unzufrieden mit sich selbst wie vorher. Das Messer hat zwar das äußere, ästhetische Problem beseitigt, doch die Seele leidet immer noch.

Erst wenn als Ursache für die Unzufriedenheit mit sich selbst zum Beispiel Körperwahrnehmungsstörungen oder depressive Verstimmungen ausgeschlossen werden können und die Betroffenen darüber hinaus keine unrealistischen Erwartungen an die Möglichkeiten der Medizin haben, dann, „und nur dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Eingriff zum gewünschten Erfolg führt“, sagt Prof. Frey.

Außerdem empfiehlt der Experte: Vor der Operation von mehreren Chirurgen Rat und einen Kostenvoranschlag einholen (die Krankenkassen zahlen Schönheitsoperationen nicht) und eventuell noch einmal mit einem Vertrauten über das Vorhaben sprechen.

Ergebnis hält ewig an
„Schönheit ist, was passt.“ Diesen Spruch des griechischen Philosophen Platon haben sich die Mitglieder der Österreichischen Gesellschaft für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie zu ihrem Leitsatz gemacht. Eingriffe werden heutzutage so durchgeführt, sagt Prof. Frey, dass man danach zwar jünger, schöner, besser aussieht, aber immer noch so, wie es dem Alter entspricht, „natürlich“ eben. Entsprechend gibt der Mediziner zu bedenken, dass zwar nach dem Eingriff im Lauf der Jahre weitere altersbedingte Veränderungen auf die Betroffenen zukommen, das jüngere Aussehen aber „ewig“ erhalten bleibt.

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VERJÜNGUNG UNTERM MESSER

Die wichtigsten Eingriffe im Überblick

Lidstraffung
Mit den Jahren erschlaffen die Augenlider und hängen immer mehr herunter. Werden die Lider gehoben, sieht man wieder auffällig jünger aus. Der Eingriff ist der einfachste in der Reihe der Verjüngungsoperationen. Er wird vom plastischen Chirurgen ambulant und unter lokaler Betäubung vorgenommen. Und so geht’s: Oberhalb der Wimpern werden laut Prof. Frey idealerweise mit dem Skalpell kleine Schnitte gesetzt, der Hautüberschuss und – falls vorhanden – überflüssiges Fett werden beseitigt. Es bleiben zwar Narben, doch man sieht sie nicht, weil die Schnitte in den Hautfalten gesetzt werden.

Face-Lifting
Auch beim Face-Lifting hat sich der Eingriff mit dem Skalpell als beste und nachhaltige Methode erwiesen, sagt Prof. Frey. Die Minimalvariante ist das Stirn-Lifting. Dabei werden am Haaransatz drei kleine senkrechte Schnitte gesetzt, die Haut wird hochgezogen und befestigt. Durch die operative Schwächung der Stirnmuskeln verflüchtigen sich die Stirnfalten, Narben sind nicht zu sehen. Soll auch die erschlaffte Haut im mittleren und unteren Gesichtsbereich gestrafft werden, so geschieht das über Schnitte im Bereich der Ohren, die später kaum sichtbar sind. Dank der neuen Operationsmethoden bleibt laut Prof. Frey die Mimik auch nach der Kombi-Straffung in ihrer Beweglichkeit erhalten.

Straffung von Armen, Beinen & Po 
Wenn Arme, Beine & Po Diäten und Sport trotzen und nicht mehr so schlank und straff werden wollen wie gewünscht, kann die Chirurgie Abhilfe schaffen. Die modernen Operationsmethoden ermöglichen es, dass neben der gezielten Fettabsaugung auch die Haut gestrafft wird, ohne auffällige und störende Narben zu hinterlassen.


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So bleiben sie jung

Falten und schlaffes Gewebe bilden sich, wenn die Haut mit den Jahren an Spannkraft verliert. Auch die Fettpölsterchen nehmen im Alter zu. Wie schnell der Alterungsprozess vor sich geht, ist im Wesentlichen vererbt. Allerdings spielen auch Lebensstilfaktoren wie etwa exzessives Sonnen, Rauchen und Schlafmangel eine Rolle. Entsprechend kann man mit positiven Gewohnheiten dem frühzeitigen Altern vorbeugen. Dazu zählen:

  • viel Bewegung in der frischen Luft,
  • sich vor allzu viel UV-Licht in Acht nehmen, beziehungsweise die Haut konsequent mit Sonnencremen schützen,
  • ausreichend schlafen,
  • sich mit gesunder Mischkost ernähren, also viel Obst, Gemüse und Fisch essen und natürlich:
  • nicht rauchen.

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SERVICE FÜR SIE


Arztsuche: Verzeichnis der Fachärztinnen und Fachärzte für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie, die Mitglieder der Österreichischen Gesellschaft für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie sind: www.plastischechirurgie.org

Hotline für danach Unzufriedene Patientinnen und Patienten können nach einem ästhetischen Eingriff kostenlos die fachliche Meinung eines plastischen Chirurgen und weiterführenden Rat einholen unter 0820 820 600.

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