Augenpflege für einen strahlenden Blick

Februar 2007 | Kosmetik & Pflege

Es geht doch nichts über einen gelungenen Abend mit Freunden! Bei gutem Essen, netten Gesprächen und einem edlen Tropfen im Glas übersieht man aber gern die Zeit. Die Müdigkeit beim Weckerläuten könnte man ja überspielen, wären da nicht dunkle Ringe und geschwollene Lider, die das Schlafdefizit verraten. MEDIZIN populär erklärt, warum die Haut rund um unsere Augen so sensibel auf kurze Nächte, aber auch auf Überanstrengung und Stress reagiert und was die richtige Pflege dagegen ausrichten kann.
 
Von Mag. Petra Hauk

Blicke können bezaubern und verführen. Wenn allerdings dunkle Schatten oder Schwellungen die Augenpartie „zieren“, muss man sich spitze Fragen nach durchsumpften Nächten gefallen lassen.

Warum gerade dieser Gesichtsbereich so verräterisch Auskunft über eine feucht-fröhliche Feier, Schlafmangel, aber auch langes Sitzen vor dem Bildschirm gibt, erklärt der Dermatologe Dr. Andreas Schindl aus Wien so: „Dunkle Ringe – in der Fachsprache Halonierung genannt – sind nicht, wie viele glauben, Blutergüsse. Verantwortlich für das Phänomen Augenringe sind der kräftige Muskel, der das Auge bewegt, und der Umstand, dass die Haut um die Augen herum viel dünner ist als in anderen Partien des Gesichtes. Ist man übermüdet oder gestresst, schüttet der Körper Adrenalin aus. Das verengt die Blutgefäße, der kräftige Augenmuskel tritt stärker hervor und schimmert nun durch die dünne Haut. Die Botschaft von dunklen Augenringen ist also tatsächlich: Der Mensch ist erschöpft.“

Zum schattigen Blick gesellen sich oft geschwollene Lider. Auch das erklärt sich durch die Überlastung des Organismus, meint Dr. Schindl: „Die Flüssigkeit in den zarten Gefäßwänden am Unterlid kann nicht ausreichend abtransportiert werden und staut sich um die feinen Verästelungen der Adern. Im Volksmund sind das die so genannten Tränensäcke.“

Krankheitszeichen oder geerbtes Pech

Wenn Augenringe und Tränensäcke hin und wieder auftreten, weil man über die Stränge geschlagen hat, muss man sich keine Sorgen machen. Bleiben die Symptome aber hartnäckig bestehen, sollte man sie nicht auf die leichte Schulter nehmen, warnt Dr. Schindl: „Manchmal sind diese Erscheinungen Anzeichen für eine ernste Erkrankung. Dabei kann es sich um Allergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten handeln, aber auch Mangelzustände aufgrund einer einseitigen Ernährung können eine Rolle spielen, wie beispielsweise Zinkmangel, besonders aber Eisenmangel. Schließlich kann man auch Probleme mit inneren Organen wie Herz, Leber oder Nieren nicht gänzlich ausschließen.“

Es gibt aber auch Menschen, die keinen Alkohol trinken, ausreichend Bewegung machen, schlafen wie die Murmeltiere und sich trotzdem ihr Leben lang mit Augenringen und Tränensäcken herumschlagen. Was steckt dahinter? Dr. Schindl: „Was die Augenschatten betrifft: Sie beruhen leider in den meisten Fällen auf Veranlagung. Die Betroffenen sind oft sehr schlank und haben daher auch in diesem Bereich viel weniger Fett und Wasserpolster. Dadurch stehen die Augen tiefer in den Höhlen. Viel machen kann man da leider nicht. Außer, immer darauf zu achten, dass man ausreichend trinkt, sich ausgewogen, also mit genügend Vitaminen und Spurenelementen, ernährt und genug Schlaf bekommt.“

Feuchtigkeit braucht die Haut

Ist man wirklich so machtlos, oder kann man das Übel mit den Wunderwaffen der Kosmetik bekämpfen? „Eine auf den Hauttyp abgestimmte Pflege ist grundsätzlich immer wichtig und empfehlenswert, besonders ab einem Alter von 40 Jahren“, meint Dr. Schindl. „Denn je älter und trockener die Haut wird, desto mehr ist sie auf Zufuhr von Feuchtigkeit und Fett von außen angewiesen. Das Fett soll die oberste Hautschicht abdecken, damit die hauteigene oder per Creme zugeführte Feuchtigkeit nicht zu schnell verdunstet. Denn je mehr Feuchtigkeit die Haut speichert, desto praller und glatter wirkt sie. Aber Wunder können diese Produkte leider auch nicht wirken.“

Schließlich handelt es sich bei chronischen Tränensäcken nicht um Wasseransammlungen, räumt Dr. Schindl mit einem alten Irrglauben auf. Ausgebeulte Unterlider, wie zum Beispiel bei Derrick-Darsteller Horst Tappert, sind vor allem eine Alterserscheinung. Dr. Schindl erklärt: „Man kann die Entstehung von so genannten Tränensäcken recht gut mit einem Leistenbruch vergleichen, der so zustande kommt: Das Auge ruht in einem Fettpolster, der von einem feinen Band gestützt wird. Mit den Jahren wird dieses feine Gewebe rund um das Auge schlaffer und brüchiger. So kann es passieren, dass das Fett ins Unterlid rutscht, die typischen Tränensäcke entstehen. Das ist natürlich im Gegensatz zum Leistenbruch nicht gefährlich.“

Lebensstil und Mutter Natur

Ob und wie stark man von den lästigen Dellen am Unterlid betroffen sein wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Rauchen, Stress und eine unausgewogene Ernährung schädigen das Bindegewebe und machen es früher brüchig. Aber auch die Grundausstattung von Mutter Natur spielt eine Rolle. Eine straffe Haut ist zum Teil auch Sache der Vererbung. Wie der Chirurg Tränensäcken zuleibe rückt? „Der Arzt bringt am Unterlid einen kleinen Schnitt an“, erklärt Dr. Schindl. „Das Fett wird entfernt, die Lidhaut gestrafft. Bei leichten Tränensäcken kann man auch den Laser einsetzen.

Wussten Sie, dass …
… Tränensäcke mit Tränen nichts zu tun haben? Der eigentliche Tränensack ist von außen gar nicht sichtbar. Wenn man nahe an den Spiegel herangeht, kann man am innersten Unterlidrand nur einen winzigen Austrittspunkt für die Tränen erkennen.

So verjagen Sie dunkle Schatten und Schwellungen

Augenringe und Tränensäcke, die für kurze Zeit auftreten, sind nicht gefährlich – aber störend. Mit Hausmitteln und einem Griff ins Kosmetiktäschchen kann man einiges gegen die Spuren der Erschöpfung tun. Wirksam ist alles, was die Durchblutung anregt:

  • Ein flotter Spaziergang an der frischen Luft, lauwarme Teebeutel (zum Beispiel Augentrosttee aus der Apotheke) auf den Augen oder ein feuchtwarmes Handtuch auf dem Gesicht, eisgekühlte Kompressen und gekühlte Gel-Masken direkt aus dem Gefrierfach.
  • Eine gute Starthilfe für den lahmen Stoffwechsel ist auch eine sanfte Massage, die die Mikrozirkulation, also die Durchblutung der feinen Gefäße, wieder in Schwung bringt: Zuerst von der Nasenwurzel sanft klopfend bis zu den Schläfen fahren, dann mit zarten Streichbewegungen etwa 20 Mal abschließen.
  • Nicht nur kurze Nächte und lange Tage schaden einem strahlenden Blick. Auch viele Stunden vor einem Computerbildschirm sind ein Knochenjob für die Sehorgane und leisten Augenschatten und Tränensäcken Vorschub. Vergessen Sie während der Computerarbeit das Blinzeln nicht, um die Augen feucht zu halten. Unter normalen Umständen erfolgt der Lidschlag etwa 20 bis 25 Mal pro Minute, bei der Bildschirmarbeit müssen sich die Augen oft mit ein- bis zweimal Blinzeln begnügen.
  • Den verlorenen Schlaf nachholen. Testen Sie im Urlaub einmal Ihr Schlafbedürfnis: Nach etwa vier Tagen wissen Sie, wie viele Stunden der Organismus braucht, um wirklich erholt zu sein.
  • Am wichtigsten, rät Dr. Schindl, ist viel trinken. Das füttert die Haut und lässt Schwellungen verschwinden.
  • Bis der Stoffwechsel wieder im Lot ist, lassen sich Spuren von Müdigkeit mit so genannten Concealern wegzaubern. Diese stark deckenden Aufheller werden von innen nach außen mit dem Ringfinger eingeklopft, die Übergänge anschließend verwischt.

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