Besenreiser und Couperose

Oktober 2007 | Kosmetik & Pflege

Rote Karte für blaue Äderchen
 
Da sieht jede Frau Rot: Oft schon in jungen Jahren zeigen sich störende Äderchen an den Beinen, im Gesicht. Dr. Hajnal Kiprov, Fachärztin und Spezialistin für ästhetisch kosmetische Dermatologie in Wien, verrät, wie Besenreiser und Couperose entstehen und wie man das lästige Problem loswird.
 
Von Mag. Astrid Bauer

Bis zu zwei Quadratmeter Haut wollen gehegt und gepflegt werden. Besonders Frauen scheuen oft weder Kosten noch Mühen für die sorgfältige Reinigung und Pflege ihrer Hülle. Rosig soll sie sein, weich, samtig und frisch. Doch leider dankt uns die Haut den Einsatz und die Sorgfalt, die wir ihr widmen, nicht immer mit dem gewünschten Erfolg. Vor allem lästige Hauterscheinungen wie Besenreiser oder Couperose wollen unserem ästhetischen Idealbild so gar nicht entsprechen und können das allgemeine Wohlbefinden empfindlich stören.

Was ist das überhaupt?
Medizinisch gesehen sind Couperose und Besenreiser kleine, direkt unter der Hautoberfläche liegende, sichtbare, mit Blut gefüllte Kapillaren, wie die winzigen Verästelungen von Arterien und Venen in der Fachsprache heißen. Im Falle der Couperose machen sie sich als helle Rötung im Gesichtsbereich bemerkbar und äußern sich durch ihre starken Verzweigungen bis hin zu einer netzartigen Struktur. Die sichtbaren roten Äderchen sind die arteriellen Teile der Gefäße und das Blut schimmert einfach durch eine verdünnte Gefäßwand – vor allem im Wangen- und Nasenbereich – durch.
Auch Besenreiser können wie die Couperose Verzweigungen und netzartige Strukturen aufweisen und zeigen sich als violette bis bläuliche Äderchen an den Ober- und Unterschenkeln.
Doch egal ob rot oder blau – weder Couperose, noch Besenreiser sind schön anzuschauen und bringen Betroffene zur Verzweiflung.

Die Ursachen
Besenreiser und Couperose sind hauptsächlich in einer Bindegewebsschwäche der Kapillaren begründet. Während vor allem die Couperose aber ein rein kosmetisches Problem der Gesichtshaut darstellt, dem keine ernsthafte Erkrankung zugrunde liegt, können Besenreiser hingegen ein Hinweis auf ein tiefer gelegenes Problem der Venen und ein Vorbote unschöner Krampfadern sein. „Die Ursache der Besenreiser liegt in einer Varikositas, also in Krampfadern der tiefer gelegenen Venen. Die Veranlagung dafür hat man meist schon von Geburt an. Mit fortschreitendem Alter kommen die Besenreiser immer deutlicher zum Vorschein. Nicht selten können sie auch nach einer Schwangerschaft gehäuft oder aber auch zum ersten Mal auftreten. Die Couperose hingegen wird meist durch Sonnenbestrahlung ausgelöst und kommt vor allem bei Menschen vor, die besonders oft und häufig der Sonne ausgesetzt sind“, erklärt Dr. Hajnal Kiprov, Fachärztin und Spezialistin für ästhetisch kosmetische Dermatologie in Wien.

Den Äderchen die rote Karte zeigen
Während Couperose bei beiden Geschlechtern gleich häufig vorkommt, verunstalten Besenreiser vorrangig Frauenbeine. Traurig, aber wahr: Fast jede Frau hat im Laufe ihres Lebens einmal mit Besenreisern zu kämpfen, denn auf Grund der hormonellen Situation und des schwächeren Bindegewebes sind Frauen einfach anfälliger für das Problem. Das heißt aber noch lange nicht, dass man sich mit den unschönen Hauterscheinungen abfinden muss.
Dank Lasertechnik gibt es heutzutage Möglichkeiten, Besenreiser und Couperose von den Beinen und aus dem Gesicht zu verbannen. Dr. Hajnal Kiprov erklärt wie: „Vor allem die Verödung der lästigen Besenreiser mit einem Neodymyag-Laser in mehreren Sitzungen hat sich bewährt. Die roten Blutkörperchen ziehen das Laserlicht an und durch Erhitzung kommt es in Folge zu einer Verklebung der feinen Venenwände.“ Der Vorteil dieser vergleichsweise schonenden Behandlung ist, dass keine Stiche mit einer Nadel und keine Stützstrümpfe notwendig sind.
„Auch die herkömmliche Methode der Verödung mit Äthoxysklerol ist nach wie vor eine effiziente Variante, um vor allem größere Besenreiser loszuwerden“, so Dr. Hajnal Kiprov weiter. Couperose ist mit dem Laser gut in den Griff zu bekommen. Aber auch hier sind mehrere Sitzungen nötig, um den Erfolg der Behandlung gewährleisten zu können.

Ein Leben ohne
Schönheit hat ihren Preis: Die Kosten der Verödung mittels Laser sind abhängig vom Ausmaß der Besenreiser bzw. auch der Couperose und dementsprechend muss man mit 80 bis 100 Euro aufwärts pro Behandlungssitzung rechnen. Da sowohl Besenreiser, als auch Couperose keine Erkrankung darstellen und im Regelfall auch keine Beschwerden verursachen, sind die Krankenkassen nicht verpflichtet, die Behandlungskosten zu übernehmen. Hier muss der Patient also wohl oder übel selbst in die Tasche greifen.
Ob sich diese Investition lohnt, muss jeder selbst entscheiden, denn Garantie für ein Besenreiser- und Couperose-freies Leben gibt es keine. Die störenden Äderchen können immer wieder neu auftreten. „Nur ein konsequentes Vorgehen mit Behandlung und das am besten sofort nach dem Auftreten neuer Äderchen kann die Beine von den unschönen Hauterscheinungen auf Dauer befreien“, weiß Dr. Hajnal Kiprov.

Nur nicht locker lassen!
„Wichtig im Kampf gegen Besenreiser und Couperose ist: immer dran bleiben und nicht locker lassen“, empfiehlt Dr. Hajnal Kiprov. Daneben gibt es noch eine Reihe von Maßnahmen, die man selbst setzen kann. So kann man der Entstehung der Besenreiser durch häufige Betätigung der Muskelpumpe – Joggen, Stufensteigen statt Aufzug – und auch durch das Tragen von Stützstrümpfen vorbeugen. Der Couperose kann man schon mit ausreichend Sonnenschutz entgegenwirken. Sobald sich neue Äderchen zeigen, sollte man keine Zeit verschwenden und sofort zur Behandlung kommen. Konsequenz zahlt sich aus – Sie müssen eben nur um eine Spur hartnäckiger sein als die lästigen Hauterscheinungen. Dann zwingen Sie Besenreiser und Couperose in die Knie!

Hauptursachen von Besenreisern

  • Veranlagung
  • Bindegewebsschwäche
  • Schwangerschaft
  • Hormone
  • Übergewicht


Hauptursachen von Couperose

  • Veranlagung
  • Sonnenexposition
  • zunehmendes Alter
  • Bluthochdruck
  • Alkohol

       

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