Wie Peelings das Hautbild verbessern

März 2007 | Kosmetik & Pflege

So schälen Sie sich schön
 
Peelings sind die neuen Multitalente unter den Schönheitsanwendungen: Sie zaubern nicht nur rosige Apfelbäckchen auf müde Winterhaut und helfen gegen Mitesser und Pickel, sondern sind in den Händen von Ärztinnen und Ärzten mittlerweile auch eine Waffe im Kampf gegen die Zeichen der Hautalterung geworden. Denn mit neuen Methoden wie Mikrodermabrasion, Laser- oder Fruchtsäurepeelings lassen sich sogar Falten, Altersflecken und Sonnenschäden wirksam mildern. MEDIZIN populär sagt Ihnen, bei welchen Hautproblemen welche Methode am meisten bringt und wie Sie in den eigenen vier Wänden perfekt „aus der Haut fahren“.
 
Von Mag. Petra Hauk

Korrekt übersetzt bedeutet das englische Wort „peeling“ einfach nur „schälen“. Aus der Küche wissen wir: Karotten und Kartoffeln schält man – aber die Haut? Das klingt nach Sonnenbrand und Schmerzen. „So ist das nicht zu verstehen“, beruhigt Univ. Prof. Dr. Jolanta Schmidt von der Abteilung für Spezielle Dermatologie und Umweltdermatosen der Universität Wien. „Ein Peeling kann viele Vorteile bringen: Durch das oberflächliche Abtragen von Hautschichten werden abgestorbene Zellen entfernt, die den Teint fahl und schuppig aussehen lassen, es werden Verhornungen beseitigt, und die Neubildung von Zellen wird angeregt. Die Haut wird anschließend klarer, glatter, weicher und frischer. Auf dieser Grundlage wirken auch anschließende Pflegebehandlungen besser.“

Der Wunsch nach einem rosigen Leuchten im Gesicht ist freilich nicht ganz neu: Schon Königin Kleopatra rieb ihre Haut mit Schwefel und Senf ein, um mit einem makellosen Teint Julius Cäsar zu becircen. Ob die ägyptische Königin mit diesen aggressiven Mitteln erfolgreich war, ist fraglich. Die Haut verzeiht zwar viel, aber irgendwann ist das Sündenkonto voll: ruppige Behandlung, ausgiebige Sonnenbäder, zuwenig Feuchtigkeit von innen und außen, Bewegungsmangel oder der Griff zum Glimmstängel hinterlassen mit den Jahren Spuren. Wir kennen sie alle und schätzen sie gar nicht: Knitterfältchen, braune Flecken und eine fahle Gesichtsfarbe. Dazu kommt: „Je älter wir werden, desto langsamer und unvollständiger laufen Reparaturmechanismen ab“, erklärt Prof. Dr. Schmidt. „Das kann man leider nicht ändern. Aber mit einem Peeling kann man dem Hauterneuerungsprozess auf die Sprünge helfen. Und das tut jedem Hauttyp gut.“

Rubbeln in den eigenen vier Wänden
Also, ab ins Badezimmer, wenn es sich um unproblematische, fahle Haut handelt, empfiehlt Prof. Dr. Schmidt. Bei den so genannten mechanischen Peelings hat man mittlerweile die Qual der Wahl zwischen vielen verschiedenen Produkten, die auf unterschiedlichste Hautbedürfnisse abgestimmt sind und alle nach demselben Prinzip funktionieren: Cremes oder Gele enthalten unterschiedlich grobe Schleifkörperchen wie beispielsweise Marillenkerne, Salzkristalle, Zuckerkristalle, Kleie oder Meersand.

Prof. Dr. Schmidt erklärt, wie man richtig vorgeht: „Reinigen Sie die Haut wie gewohnt. Danach wird das Peelingpräparat aufgetragen und mit kreisenden Bewegungen verteilt. Ob mit einer kleinen weichen Gesichtsbürste oder mit den Fingern, ist Geschmackssache. Dann mit reichlich Wasser abwaschen und danach eine passende Pflege auftragen.“
Wenn rubbeln den Teint so schön macht, warum dann nicht gleich täglich peelen? „Weil die Haut etwa vier Wochen braucht, um sich zu erneuern“, sagt Prof. Dr. Schmidt. „Wer die Schutzschicht täglich so massiv entfernt, macht die Haut anfällig für Entzündungen und Irritationen. Normale Hauttypen können einmal in der Woche ein Peeling durchführen. Ein fettiges großporiges Hautbild verträgt es öfter und mit gröberen Schleifmitteln, wer unter Trockenheit leidet, sollte es entsprechend seltener und nur mit sehr sanften, milden feuchtigkeitsspendenden Produkten durchführen. Denn kantige Partikel wie zum Beispiel Seesand oder Mandelkleie können empfindliche Haut sehr leicht verletzen.“
Besonders empfehlenswert für die durstige Haut sind Peelings mit abgerundeten, am besten synthetischen Kügelchen. Die erkennen Sie daran, dass die Schleifmittel farbig sind.

Mikrodermabrasion – ein gravierender Unterschied
Wer einen stärkeren Effekt möchte, muss sich an eine Technik halten, die Hautexperten der Fassadenreinigung abgeschaut haben: dem Sandstrahlen. Bei der Mikrodermabrasion werden feinste Mikrokristalle mit Druckluft auf die Haut geblasen. Die Kristalle treffen strahlförmig auf die Haut und werden gleichzeitig mit den alten, gräulichen Hornschichtzellen unter Vakuum abgesaugt.
Nach der schmerzlosen Behandlung ist die Haut je nach Typ leichter bis stärker gerötet, manchmal kommt es auch zu Spannungsgefühlen, die sich aber schnell wieder geben.
Was bringt’s? „Der Teint wird sehr gründlich von Verhornungen befreit, auch Sonnenschäden und leichte Fältchen können gemindert werden“, erklärt Prof. Dr. Jolanta Schmidt.

Geben Sie Ihrer Haut Saures
Die nächste Stufe in Richtung glatte Haut erreicht man durch ein chemisches Peeling mit verschiedenen Säurearten wie z. B. Fruchtsäuren, Glycolsäure, Trichloressigsäure (TCA) oder einer neuen Variante mit der sehr hautverträglichen Substanz LHA. „Denn Säuren können – je nach Konzentration – die oberste Schicht der Haut mehr oder weniger stark schälen“, erklärt Prof. Dr. Schmidt. „Dadurch wird bei den mitteltiefen Peelings, etwa mit TCA, gleichsam eine kontrollierte Wunde erzeugt, und das beschleunigt die Zellerneuerung. Die Neubildung von Kollagen und Elastin wird angeregt, also die Produktion von Stützfasern, die die Haut elastisch halten. Für die Fruchtsäuren gilt: die Feuchtigkeitseinlagerung wird verbessert.“
Blitzartige Effekte darf man sich mit dieser Methode nicht erhoffen, denn man muss den Vorgang in der Regel sechs bis zehn Mal im Abstand von einer Woche oder mehr wiederholen. Nur so verbessert sich das Hautbild schrittweise, schonend und nachhaltig.
Wer schmerzempfindlich ist, sollte sich die Behandlung gut überlegen. Denn je nach Konzentration der Säure brennt die Prozedur auf der Haut. Außerdem muss man für ein bis zwei Tage mit leichten Rötungen rechnen und darf wegen der Gefahr von Pigmentstörungen eine Zeitlang nicht in die Sonne.

Fruchtsäurepeeling zum Selbermachen?
Einige Kosmetikfirmen bieten seit einiger Zeit Do-it-yourself-Fruchtsäurepeelings in Parfümerien und Drogeriemärkten an. Ist das nicht gefährlich? „Nein“, beruhigt Prof. Dr. Schmidt. „Der Anteil der Glycolsäure bei diesen Peelings ist so gering, dass auch Laien damit umgehen können. Umgekehrt bringt es auch natürlich nicht soviel wie in den Händen eines Fachmanns.“
Wozu Geld ausgeben, wenn ein Obstkorb voll Zitronen und Orangen mit den wertvollen Fruchtsäuren in der Küche steht? Natürlich kann man die Früchte auspressen, aber in diesem Fall ist es gescheiter, den Saft zu trinken als ihn auf dem Gesicht zu verteilen. Denn die Säurekonzentration in Äpfeln oder Zitrusfrüchten ist viel zu schwach, um die zur Ablösung der oberen Hautschicht nötigen pH-Werte zu erreichen.

Strahlende Ergebnisse: Laserpeeling
In die Abteilung „Mini-Lifting“ gehört das so genannte Laserpeeling. Unliebsame Fältchen und schlaffe Haut werden bei diesem Verfahren in hauchdünnen Schichten abgetragen. Prof. Schmidt erklärt: „Mit dem so genannten Erbium-YAG-Laser kann man Hautprobleme punktgenau angehen. Der aggressivere CO2-Laser kommt bei tieferen Falten zum Einsatz. Durch die Hitzeentwicklung schrumpfen quasi die Hautstützfasern, und somit wird der erwünschte Effekt der Hautstraffung erreicht.
Natürlich wird so ein schwerwiegender Eingriff nur unter Vollnarkose durchgeführt. Was man sich unbedingt vor Augen halten sollte: Ein Laserpeeling hat eine lange Heilungsphase, die mehrere Wochen dauern kann. Mit einem Peeling im klassischen Sinn hat das eigentlich nichts mehr zu tun.“           

Wichtig: Ob ein tiefer gehendes Peeling wirklich für Sie geeignet ist, müssen Sie immer im direkten Gespräch mit dem Dermatologen oder der Dermatologin klären! „Mit einem Peeling kann man dem Hauterneuerungsprozess auf die Sprünge helfen. Das tut jedem Hauttyp gut“, so Jolanta Schmidt.

 

Welches Peeling für welches Problem?

  • Akne: Fruchtsäurepeeling
  • Aknenarben: Mikrodermabrasion, LHA-Peeling, Chemisches Peeling
  • Altersflecken: Chemisches Peeling, Laser
  • Dehnungsstreifen: Mikrodermabrasion
  • Fältchen: Chemisches Peeling, Mikrodermabrasion, LHA-Peeling
  • Mischhaut: Peelings mit Kaolin, leichte Peeling-Gele
  • Müde, fahle Haut: einfache Rubbelcreme, Mikrodermabrasion, LHA-Peeling
  • Narben: Chemisches Peeling
  • Pigmentstörungen: Chemisches Peeling
  • Sonnengeschädigte Haut: Mikrodermabrasion, alle Arten von chemischen Peelings* Trockene Haut Creme-, Salz-Peeling, Fruchtsäure-, LHA-Peeling
  • Unreinheiten/große Poren: Mikrodermabrasion, Fruchtsäurepeeling, LHA-Peeling

   

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