Christian Clerici

November 2007 | Prominente & Gesundheit

„Heute weiß ich, dass das Leben nicht nur aus Arbeit bestehen darf“
 
Man kennt ihn als vielseitigen TV-Moderator und Frontmann verschiedenster Unterhaltungsshows wie „Herzblatt“ oder „Wahre Freunde“. Sein Dauereinsatz im österreichischen und deutschen Fernsehen führte Christian Clerici ins Burnout, zu dem sich auch noch zwei Bandscheibenvorfälle gesellten. Im Gespräch mit MEDIZIN populär erzählt der 42-Jährige, wie er das psychische und physische Tief überwunden hat, wie er heute mit beruflichen Belastungen umgeht, warum er Extremsport betreibt, was er für sein gutes Aussehen tut und was Glück für ihn bedeutet.
 
Von Mag. Sabine Stehrer


MEDIZIN populär

Herr Clerici, nach einer Art Dauereinsatz im österreichischen und deutschen Fernsehen hatten Sie ein Burnout und sozusagen parallel dazu zwei Bandscheibenvorfälle. Wie haben Sie aus dem Tief herausgefunden?

Christian Clerici
Mein Burnout ist jetzt schon ein paar Jahre her, aber ich zucke immer noch jedes Mal zusammen, wenn ich dieses Wort höre. Das liegt weniger an der Dramatik des Geschehenen, als vielmehr an dem Klang dieses Unworts, mit dem ich ein gesellschaftliches Phänomen verbinde, das Ausdruck einer Lebensweise ist, die vollkommen am eigentlichen Sinn des Daseins vorübergeht. Fakt ist, dass ich im Sommer 2001 eines Morgens mit unfassbaren Schmerzen im Kreuz aufgewacht bin, den Notarzt bemühen musste, um überhaupt wieder auf die Beine zu kommen, und mich plötzlich mit zwei Bandscheibenvorfällen herumschlagen musste. Erst etwas später habe ich begriffen, dass die Bandscheibenvorfälle eine Art körperliche Watsch’n auf meine damaligen beruflichen Belastungen waren. Nach zwei Jahren im Dienst der Fernseh­unterhaltung mit ständigem Hin- und Herfliegen, zigtausenden Kilometern in Mietwagen und der dauernden Produktion von guter Laune war ich leer. Es ist mir immer schwerer gefallen, das, was ich tue, mit dem gebotenen Ernst zu betreiben. Die Energie war weg, ich habe ein Wechselbad der Gefühle von Motivation und Resignation erlebt, und der an sich sehr reizvolle Beruf ist zu einem Spießrutenlauf geworden.

Sie sind aber nach wie vor in den verschiedensten Fernsehkanälen präsent, zurückgesteckt haben Sie offenbar nicht?

Ja, es mag so scheinen, als würde ich genauso viel arbeiten wie früher, das ist aber nicht so. Ich habe schon aus dem Erlebnis gelernt. Am wichtigsten ist sicher die Erkenntnis, dass ich mir heute dessen bewusst bin, dass das Leben nicht nur aus Arbeit bestehen darf. Es hat einfach keinen Sinn, sich ausschließlich mit Arbeit zu beschäftigen, um dann jede freie Minute damit zu verbringen, sich von der Arbeit zu erholen. Denn Leben kann man nicht nachholen. Heute reduziere ich mein Engagement schon, sobald ich merke, dass etwas an die Grenzen meiner Möglichkeiten geht. Außerdem achte ich darauf, Abschaltphasen einzubauen.

Wie schalten Sie ab?

Ich habe mir ein individuelles Verhaltensprogramm erstellen lassen, zu dem etwa auch spezielle Atemtechniken gehören. Die Methode kommt aus dem Spitzensport …

… den Sie ja sozusagen nebenher betreiben. Im Sommer haben Sie sogar an einem Ironman-Bewerb teilgenommen, sind 3,8 Kilometer geschwommen, 180 Kilometer mit dem Rad gefahren und dann noch 42 Kilometer gelaufen …

Sport habe ich immer schon viel betrieben, ich betätige mich einfach gern körperlich, und eigentlich handeln meine liebsten Hobbys alle von Extremsport. Fallschirmspringen, Höhlentauchen, Klettern. Seit kurzem fahre ich auch Autorennen. Andererseits kann ich aber auch tagelang Zeit mit Gärtnern, Lesen oder einfach nur Herumhängen verbringen. Auf die richtige Mischung kommt es an.

Haben Sie einen Ernährungsplan?

Ich bin gerade dabei, nach und nach und so gut es geht, meine Ernährung auf biologisch unbedenkliche Nahrungsmittel umzustellen. Es kann kein Fehler sein, weitgehend auf bestimmte Fette, künstlich hergestellte Produkte und Zucker zu verzichten.

Zu Ihrem Beruf gehört es, gut auszusehen. Was machen Sie dafür?

Ich versuche, ausreichend zu schlafen und mich entsprechend zu pflegen. Meine Gesichtshaut lasse ich regelmäßig von einer Kosmetikerin behandeln, was übrigens für keinen Mann ein Tabu sein sollte, denn erstens ist es angenehm und zweitens würde sich jeder Mann wundern, wie sehr es von Frauen geschätzt wird.

Ausgabe 11/2007
       

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