Josef Hickersberger

Juni 2008 | Prominente & Gesundheit

„Wenn ich mit Stress nicht umgehen könnte, müsste ich den Job wechseln“
 
Er hat als Mittelfeldspieler zum „Wunder von Cordoba“ beigetragen, schrieb mit 39 Jahren als jüngster Teamchef der Nationalmannschaft Fußballgeschichte, war in Deutschland und im Mittleren Osten als Spieler und Trainer tätig, ist seit 2006 wieder Österreichischer Nationaltrainer – und wird unser Team durch die bevorstehende Europameisterschaft führen. Im Gespräch mit MEDIZIN populär erzählt Josef Hickersberger, was ihn am Fußball fasziniert, wie er sich gesund und fit hält, warum es gut ist, 60 Jahre alt geworden zu sein, und warum er auch noch nach der Fußball-Europameisterschaft als Vereinstrainer tätig sein möchte.
 
 
Von Mag. Sabine Stehrer


MEDIZIN populär

Herr Hickersberger, Sie waren und sind die meiste Zeit Ihres Lebens damit befasst, andere fit zu machen. Wie halten Sie sich selbst fit?

Josef Hickersberger
Ich versuche, regelmäßig Sport zu betreiben und setze mich, wann immer das möglich ist, schon morgens auf mein Fahrrad-Ergometer. Ich spiele gern Golf, komme aber leider nur selten dazu. Ansonsten kann ich nicht mehr so viel machen wie früher. Ich muss zum Beispiel auf das Tennisspielen und Bergwandern verzichten, denn ich laboriere an den Spätfolgen der Verletzungen, die ich mir als aktiver Fußballer zugezogen habe. Besonders bei Belastungen habe ich Schmerzen in den Sprunggelenken und im rechten Kniegelenk. So rächt sich, dass es in den 1970er Jahren noch nicht üblich war, sich nach Fußballverletzungen wie Meniskus-Rissen, Muskelrissen und Ellbogenluxationen zu schonen oder so etwas wie ein Rehabilitationstraining zu machen.

Sie sind im April 60 Jahre alt geworden – wie geht es Ihnen mit der runden Zahl?

Besonders gefeiert habe ich das nicht.  Aber ich denke, 60 zu werden, ist definitiv besser, als diesen runden Geburtstag nicht mehr zu erleben…

Was tun Sie für Ihre Gesundheit? Gehen Sie zu Vorsorgeuntersuchungen? Ernähren Sie sich nach besonderen Vorgaben?

Seit einiger Zeit mache ich jedes Jahr eine Vorsorgeuntersuchung. Und das Essen? Ich würde eher sagen, ich versuche, mich vernünftig zu ernähren. Ich nehme viel Obst und Gemüse zu mir, und statt Fleisch kommt sehr oft Fisch auf den Tisch. Außerdem trinke ich viel Wasser und wenig Alkohol.

In Ihrem Beruf ist es sicher schwierig, die Nerven zu bewahren bzw. Stress auszuhalten. Wie gelingt Ihnen das?

Der Stress gehört zum Leben eines Fußballtrainers dazu, und wer damit nicht umgehen kann, muss sich rasch einen anderen Job suchen!

Sie waren erst Spieler, dann Trainer und haben fast Ihr ganzes bisheriges Leben dem Fußball gewidmet. Was fasziniert Sie daran?

Faszinierend am Fußball ist vor allem, dass der Ausgang eines Matchs in der Regel nicht vorhersehbar ist, ganz egal, wer da auf wen trifft. Immer wieder faszinierend sind auch die herausragenden individuellen Leistungen im Rahmen einer Mannschaftstaktik. Außerdem lernt man beim Fußballspielen Tugenden wie Disziplin und Mannschaftsdenken, und man gewinnt Freunde für das ganze Leben.

Sie haben am „Wunder von Cordoba“ mitgewirkt, waren der jüngste Teamchef aller Zeiten, Trainer im Mittleren Osten und vieles andere mehr. Was war die schönste Episode Ihrer beruflichen Karriere?

Für mich als Spieler waren das die Jahre in der deutschen Bundesliga bei Kickers Offenbach und Fortuna Düsseldorf. Und für mich als Trainer? Ich denke, da habe ich die schönsten Monate und Jahre noch vor mir!

Jetzt steht einmal die Fußball-Europameisterschaft bevor. Wie und wo werden Sie sie verbringen?

Wir, also die Mannschaft und ich, werden am 2. Juni unser EM-Quartier beziehen, das ist das Hotel Balance Resort in Stegersbach. Wir werden es nur zu den Spielen im Rahmen der EURO verlassen.

Sie haben einmal gesagt, Sie denken daran, nach der EM 2008 als Teamchef aufzuhören. Welche Pläne haben Sie für die Zeit danach?

Mein Vertrag beim Österreichischen Fußballverband läuft bis 31. Dezember 2008. Ich möchte aber auch danach und in den nächsten Jahren als Vereinstrainer tätig sein, denn ich schätze die tägliche Arbeit auf dem Fußballplatz sehr. Ich möchte mich aber auch mehr meinen Hobbys widmen, mehr Golfen, Schachspielen und Lesen.

Ausgabe 06/2008

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