Rosi Mittermaier

November 2008 | Prominente & Gesundheit

„Ich will Menschen zu mehr Bewegung motivieren“
 
Mit ihren Erfolgen als Skirennläuferin ging Rosi Mittermaier als „Gold-Rosi“ in die Geschichte ein. Heute lebt die mittlerweile 58-Jährige gemeinsam mit ihrem Mann Christian Neureuther, der ebenfalls Skirennläufer war, in ihrem Heimatort im bayerischen Reit im Winkl. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, andere zu Bewegung zu motivieren und ihnen damit zu mehr Gesundheit und Lebensfreude zu verhelfen. Im Gespräch mit MEDIZIN populär erzählt sie, warum und wie sie das macht, wie sie sich selbst fit und gesund hält und was sie tut, wenn es ihr einmal nicht so gut geht.
 
Von Mag. Sabine Stehrer


MEDIZIN populär

Frau Mittermaier, vor kurzem ist Ihr Buch „Die Heilkraft des Sports“ erschienen, das sich als Anleitung dafür versteht, wie man mit Sport zu mehr Gesundheit und Lebensfreude kommt…

Rosi Mittermaier
Ja, mein Mann Christian Neureuther und ich haben das gemacht, weil es uns ein Anliegen ist, die Leute dazu zu motivieren, von der Couch aufzustehen und sich mehr zu bewegen. Als ehemalige Hochleistungssportler wissen wir ja aus eigener Erfahrung, wie gut Bewegung tut, und diese Erfahrung und das Wissen wollen wir weitergeben. Das machen wir nicht nur über unsere Bücher, sondern auch in Nordic Walking-Kursen, die wir seit einigen Jahren geben. Da sehen wir dann immer gleich, wie wohl sich die Menschen schon während dem Walken fühlen und wie glücklich sie die Bewegung macht.

Sie selbst betreiben darüber hinaus auch noch Sport?

Ich mache regelmäßig Gymnastik. Im Sommer gehe ich auch Joggen und mache Bergtouren. Und ich genieße die Blicke in die Natur. Im Winter gehe ich Langlaufen und nach wie vor am liebsten Skifahren. Für mich ist das einfach der größte Traum!

Oft ist es aber doch auf der Couch recht bequem. Wie kann man sich dann dazu motivieren, trotzdem Sport zu betreiben?

Vielen hilft, wenn sie die Zeit für den Sport wie einen Termin fix einplanen und sich sagen: Ein Verschieben gibt’s nicht! Oder man bemüht sich darum, die Gedanken umzupolen. Zum Beispiel von: „Oje, jetzt muss ich noch laufen gehen“ auf: „Fein, jetzt darf ich noch laufen gehen.“ Ich selbst arbeite gern mit dem Prinzip der kleinen Schritte und setze mir zum Beispiel das Ziel, von unserem Haus aus die kleine Runde zu joggen, und wenn ich dann schon einmal dabei bin, wird es doch oft die große (lacht). Und dann haben wir in der Familie alle Schrittzähler und unter uns läuft ein Wettbewerb, wer jede Woche die meisten Schritte zusammenbekommt. Auch das motiviert. Im Buch steht dazu noch ein bisschen mehr.

Achten Sie auf eine gesunde Ernährung?

Diät halte ich keine, wenn Sie das meinen, weil dadurch, dass ich mich so viel bewege, habe ich auch keine Probleme mit dem Gewicht. Und ich hab’ auch nicht so oft Lust drauf, mir den Bauch mit einem Schweinsbraten mit Knödeln vollzuschlagen. Aber ich schaue schon drauf, dass ich etwa viel Obst esse, obwohl ich keine Obstesserin bin. Da trickse ich mich aus, indem ich das Obst klein schneide und es mir in ein Joghurt gebe. Das schmeckt mir dann sogar richtig gut.

Sie sind auch Botschafterin der Alpinen Skiweltmeisterschaften 2011 in Garmisch-Partenkirchen und arbeiten für viele verschiedene Charity-Organisationen. Machen Sie auch einmal so etwas wie einen Erholungsurlaub?

Nein, das mache ich nicht. Ich brauche keine Erholung von der Arbeit, weil ich in der glücklichen Lage bin, das zu machen, was mir Spaß macht. Wenn ich einmal länger nichts zu tun habe, genieße ich es auch, hier daheim zu sein, ich habe ja eine Urlaubsgegend vor der Tür.

Was machen Sie, wenn es Ihnen psychisch einmal nicht so gut geht? Hilft Ihnen dann der Blick auf die Pokale im Regal, die Sie an Ihre großen sportlichen Erfolge erinnern?

(Lacht). Nein, wir haben nirgends im Haus Pokale stehen. Und ich denke auch nicht an meine Siege, wenn ich deprimiert bin. Ich mache dann das, wozu mir schon meine Mutter geraten hat. Ich gehe raus aus dem Haus, mache die Augen auf, schau’ mir die Berge an und gehe manchmal auch rauf. Spätestens wenn ich dann oben stehe und runter schaue, wird mir bewusst, wie klein wir Menschen sind, und wie klein ich bin, und dann nehme ich mich und mein Problem nicht mehr so wichtig. Das hilft ungemein.

BuchTIPP
Mittermaier, Neureuther,

Die Heilkraft des Sports
ISBN 978-3-485-01130-3
144 Seiten, € 25,60, Nymphenburger Verlag

Ausgabe 11/2008
   

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