Rudolf Nagiller

Mai 2008 | Prominente & Gesundheit

„Ich betreibe keinen Sport, ich bewege mich nur!“
 
Vor neun Jahren hat Dr. Rudolf Nagiller das gemacht, wovon viele träumen: Er ist ausgestiegen, hat sich von seinem Job als ORF-Intendant verabschiedet. Seither schreibt er Bücher, in denen er ein gesundheitsbewusstes Leben ohne Leistungsstress propagiert. Im Gespräch mit MEDIZIN populär erzählt der 65-Jährige, wie er sich selbst fit und gesund hält, warum ihm seine frühere berufliche Tätigkeit nicht abgeht, und was er in Zukunft vorhat.
 
Von Mag. Sabine Stehrer

MEDIZIN populär
Herr Dr. Nagiller, Ihr jüngstes Buch trägt den Titel „No Sports! Aus Liebe zur Bewegung“. Was meinen Sie damit, wen wollen Sie damit ansprechen?

Dr. Rudolf Nagiller
Das Buch ist für Leute da, die genug von den vielen Rezepten haben, die davon handeln, was man tun muss, um fit und gesund zu bleiben, die beschreiben, wie und wie oft man laufen gehen muss, was man essen und trinken muss und so weiter. Jeder Mensch ist anders, und ich plädiere dafür, sich von jedwedem Leistungsstress zu befreien, auf seinen Körper zu hören und auf diese Art und Weise seinen Weg für die Erhaltung der Gesundheit und für mehr Wohlbefinden zu finden. Auf diesem Weg ist meiner Meinung nach Bewegung notwendig. Und da muss man bestimmte Dinge ausprobieren. Ich empfehle das Laufen oder das Gehen von 10.000 Schritten am Tag. Daran halte ich mich übrigens auch selbst.

Sie gehen und laufen, welche Sportarten üben Sie noch aus?

Ich betreibe keinen Sport, ich bewege mich nur, und das mache ich auch gern auf dem Fahrrad. Dann beschäftige ich mich noch mit Feldenkrais, mache meine Übungen. Aber sonst, nein. Heuer bin ich 65 Jahre alt geworden, und viele meiner Freunde und Altersgenossen spielen Golf. Ich bin einmal eingeladen worden, das auch zu versuchen, habe aber festgestellt, das ist nichts für mich.

Haben Sie die Bewegung nach Ihrem Ausstieg aus dem Beruf als Ersatz für Ihren wohl doch oft strapaziösen und zeitaufwändigen Job gebraucht?

So war das nicht. Ich habe schon im Job gespürt, du musst was tun, also der Ruf des Körpers war schon damals sehr laut, ich habe mir nur leichtsinnigerweise keine Zeit für Bewegung genommen. Jetzt bewege ich mich, weil ich mich dann wohler fühle, ich fahre Rad, laufe und gehe für mein Wohlbefinden.

Bereuen Sie, dass Sie nicht schon früher damit angefangen haben?

Das wäre sicher gescheiter gewesen, aber ich bin froh, dass es so ist, wie es ist, denn Bewegung ist ja insbesondere für den älteren Menschen wichtig.

Wie halten Sie’s mit der gesunden Ernährung?

Ich achte darauf, ausreichend Obst und Gemüse zu essen. Das mache ich schon in der Früh, da esse ich in zwei Gängen, und mein erster Gang besteht aus Rohkost. Als zweiten Gang esse ich dann jeden Tag etwas anderes, etwas, worauf ich eben gerade Lust habe, und das ist dann meiner Meinung nach auch das, was der Körper braucht. Das können Spiegeleier mit Speck sein oder Semmeln mit Marmelade. Mittags esse ich nichts, nachmittags nehme ich einen kleinen Snack, oft eine Banane, und abends wird gekocht, da gibt’s immer Verschiedenes, Mischkost, die uns Menschen als Mischköstler gut tut. Wissen Sie, ich habe wie jeder Mensch einen Ernäh­rungs­wissen­schaftler in mir, der hunderttausend Jahre Erfahrung hat.

Gehen Sie zu Vorsorgeuntersuchungen?

Diesbezüglich bin ich hin und her gerissen. Einerseits ist mir klar, dass durch die Früherkennung oft gut geholfen werden kann. Andererseits habe ich Angst, dass etwas entdeckt werden könnte, das besser unentdeckt geblieben wäre. Ich gehe schon zu Vorsorge-Checks, lasse mein Blut untersuchen und meine Prostata, aber seltener, als es empfohlen wird.

Sie bewegen sich nicht nur viel und schreiben viele Bücher über Bewegung, Sie machen auch noch Moderationen und sind ehrenamtlich für das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF tätig. Wird Ihnen das nicht alles manchmal zuviel?

Nein, was ich mache, mache ich gern. Meine Arbeit war immer mein Hobby, so ist es auch jetzt, daher vermisse ich mein früheres Leben auch nicht. Und wenn ich für UNICEF nach Afrika reise, dann erlebe ich das wie einen Aben­teuerurlaub. Genau wie die ehrenamtliche Arbeit für einen kleinen Verein, der den Menschen im hintersten Nepal medizinisch hilft.

Welches Buch kommt nach „No Sports!“?

Es kann sein, dass ich mich noch intensiver mit dem Gehen beschäftige, und danach vielleicht mit dem Altern…

BuchTIPP
Nagiller
No Sports!
Aus Liebe zur Bewegung
160 Seiten ISBN 978-3-7015-0506-7
Orac Verlag, EUR 19,90

Ausgabe 05/2008

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