Pflegetipps für erschöpfte Haut

Februar 2009 | Kosmetik & Pflege

Der Winter zeigt seine Spuren, der Stress im Job auch – und die Ballsaison gibt ihr den Rest: Die Haut ist matt und müde, der Teint blass und fahl. In MEDIZIN populär erklärt eine Expertin, welche Pflege jetzt helfen kann.
 
Von Mag. Astrid Bauer

Alle Jahre wieder kommt und geht er – der Winter, aber meist nicht, ohne seine Spuren zu hinterlassen. Die kalte Jahreszeit schlägt uns nämlich nicht nur ganz schön aufs Gemüt, sondern hat auch enorme Auswirkungen auf unseren Körper. Väterchen Frost stellt vor allem unsere Haut Jahr für Jahr auf eine harte Probe und strapaziert dieses empfindliche Organ durch Kälte, Wind und Trockenheit. Da der Mensch rund zehnmal so viele Kälte- (250.000) wie Wärmerezeptoren (25.000) auf der Hautoberfläche hat, empfinden wir die Kälte von Haus aus um ein vielfaches stärker und unangenehmer als die Wärme. Und das sieht man meist auch: Die besonders kälteexponierten Körperteile wie Gesicht, Hals oder Dekolleté reagieren mit fahler Farbe, trockenen, schuppigen Stellen, Rissen, roten Flecken und blauen Venen.

Haut lebt auf Sparflamme

Dr. Helga Perner, Fachärztin für Dermatologie in Salzburg, weiß, warum unsere Haut auf eisige Temperaturen derart empfindlich reagiert: „Bereits bei einer Temperatur unter acht Grad, also noch nicht einmal bei Frost, wird die Fettproduktion unserer Haut gedrosselt. Die kleinen Blutgefäße ziehen sich zusammen, um möglichst die Wärme im Körperinneren zu bewahren und nichts nach außen abzugeben. Dadurch wird auch die Hautdurchblutung gedrosselt.“ Der Stoffwechsel unserer Haut schaltet also auf Sparflamme und bietet damit Angriffsfläche für Wind und Wetter. „Dadurch kann es leicht zu Austrocknungserscheinungen und Erfrierungen kommen – vor allem, wenn sich jemand sehr lange in der freien Natur aufhält oder Wintersport betreibt“, warnt die Hautärztin.
Wer denkt, dass die „Gefahr“ vorbei ist, sobald er die Haustür hinter sich geschlossen hat, der irrt. Auch zu Hause ist unsere Haut Strapazen ausgesetzt: „Die Raumluft ist im Winter bedingt durch die Heizung meist sehr trocken und Haut und Schleimhäute trocknen deshalb schneller aus“, erklärt Perner. Schuppige, raue Stellen sowie ein unangenehmes Gefühl und manchmal sogar Juckreiz sind die Folgen. Unsere Haut lechzt nach Fett und Feuchtigkeit und braucht deshalb ausreichend und vor allem richtige Pflege.
    
Einfluss von Stress & Co

Da unser Körper im Winter manchmal im wahrsten Sinne des Wortes an seine Grenzen stößt, reagieren wir auch anfälliger auf die Belastungen des Alltags. Zu viel Stress kann man uns zu allererst in unseren müden, matten, fahlen Gesichtern ablesen.
Doch nicht nur Stress schadet unserer Haut. Auch Alkohl und Nikotin sind Gift für die Zellen und hinterlassen bekanntlich Spuren auf der Haut. Und auch Schlafmangel wirkt sich negativ auf einen schönen Teint aus, da der Schlaf – vor allem in den Nachstunden – „für die Regeneration der Haut durch nichts zu ersetzen ist“, weiß Perner. „Ein Schlafdefizit ist für alle Körperorgane schlecht, vor allem wenn dieser Zustand sehr lange dauert.“ Natürlich ist hier das Maß aller Dinge entscheidend. So wird uns eine einzelne Ballnacht nicht unsere Schönheit kosten. Es kann aber nicht schaden, darauf zu achten, dass man es mit Tanzbeinschwingen, Hüttenzauber & Co nicht übertreibt.

Pflegetipps:
So gibt es kein böses Frühlingserwachen

Damit unsere Haut, die wir mehr oder weniger geschützt  fast fünf Monate durch den Winter tragen, im nächsten Frühling wieder schön und rosig ist, gibt es einiges zu tun. Dr. Helga Perner verrät Tipps, wie unsere Haut wieder strahlen kann.

Augenpartie

Das Problem

Im Bereich der Augen zeigen sich oft zuerst Hautveränderungen wie dunkle Augenringe und Schwellungen bei Schlafdefizit, übermäßigem Alkoholgenuss, Stress oder insgesamt ungesundem Lebensstil. Außerdem hat besonders die empfindliche, sonnenentwöhnte und pigmentarme Augenpartie mit starker UV-Bestrahlung (vor allem in Alpinregionen beim Wintersport) zu kämpfen.

Die Lösung

Es gibt hier verschiedene vitaminreiche (Vitamin C und E) Cremen, die die empfindlichere dünne Haut rund um die Augen pflegen und vor Umwelteinflüssen schützen.  Sollte keine spezielle Empfindlichkeit im Bereich der Augen vorliegen, kann ohne weiteres auch die reichhaltige Gesichtscreme in diesem Bereich verwendet werden. Besonders gut eignen sich auch spezielle alpine Lippen-Fettstifte, die einfach auf die sensible Haut der Augenregion aufgetragen werden.

Gesicht

Das Problem

Während unser Körper, Hände und Füße meist durch warme Kleidung, Handschuhe und Schuhe verhüllt sind, kann uns die Winterkälte meist ungehindert mitten ins Gesicht blasen.

Die Lösung

Grundsätzlich sollte im Winter auf reichhaltigere Produkte mit mehr Fett und weniger Wasser bzw. Feuchtigkeitsanteil umgestellt werden, um die Haut vor Kälte und Austrocknung zu schützen. Die Reinigung sollte am besten mit rückfettenden Substanzen erfolgen, um den Säureschutzmantel der Haut nicht zu stören. Für die Gesichtshaut gibt es entsprechende Kälteschutzcremen, speziell auch für Kinder. Bei gleichzeitiger Sonneneinstrahlung empfiehlt es sich, eine Creme mit hohem Lichtschutzfaktor (25 bis 50) zu verwenden, die gleichzeitig vor Kälte schützt.

Dekolleté

Das Problem

Gerade beim Sonnetanken auf der Hüttenterrasse im Liegestuhl entblättert man gerne die eine oder andere Kleiderschicht und zeigt Haut. Für die zarte Haut an Hals und Dekolleté ist dieses sonnige Ereignis allerdings meist wenig erfreulich, da gerade diese Region oft stiefmütterlich mit Pflege- und UV-Cremen unterversorgt ist.

Die Lösung

Sonnenschutz ist im Winter speziell bei herrlichem Wetter und langem Aufenthalt im Freien für die Vermeidung von Schäden unverzichtbar, um das lichtbedingte Altern der Haut hintanzuhalten – das gilt eben nicht nur fürs Gesicht, sondern auch für Hals und Dekolleté. Abgesehen davon ist auch die regelmäßige Intensivpflege mit Cremen und Lotionen hilfreich.

Hände & Füße

Das Problem

Auch wenn man Handschuhe trägt, leidet die Haut an unseren Händen unter dem ständigen Temperaturwechsel zwischen draußen und drinnen und häufigem Händewaschen. Unsere Füße hingegen sind zwar gut versteckt, können aber „dank“ des falschen Schuhwerkes (nicht atmungsaktiv, nicht wasserdicht, nicht warm genug!) oder der falschen Socken (synthetische Materialien statt Baumwolle) auch beleidigt reagieren.

Die Lösung

Das Um und Auf ist die richtige Ausrüstung. Außerdem sollten Hände und Füße je nach Beanspruchung großzügig mit Fettcremen oder Salben (eventuell mit Harnstoffgehalt) gepflegt werden. Da die Füße in warmen Winterschuhen und beheizten Räumen oft zum Schwitzen neigen, empfehlen sich auch spezielle deodorierende Fußcremen bzw. -sprays.

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