Andrea Händler

September 2009 | Prominente & Gesundheit

„Von meinen Schmerzen lasse ich mich nicht bremsen“
 
Zuerst machte sie sich als Mitglied der Kabarettgruppen „Schlabarett“ und „Statt-Theater“ einen Namen, dann als Solokabarettistin. Parallel brillierte sie in so legendären Fernsehserien und Kinofilmen wie „Muttertag“, „Hinterholz 8“, „Kaisermühlen-Blues“, „Kommissar Rex“, „MA 2412“, und „Polly Adler“ sowie auf Theaterbühnen in Stücken von Kleist über Lessing bis hin zu Felix Mitterer. Derzeit tourt Andrea Händler mit ihrem Solokabarettprogramm „Das Schweigen der Händler“ durch Österreich, ein Stück, in dem es auch um das Altern geht. Im Gespräch mit MEDIZIN populär erzählt die 45-Jährige, wie sie zu diesem Thema steht, wie sie trotz chronischer Schmerzen vom Sport-Saulus zum Sport-Paulus geworden ist, und was ihr geholfen hat, als sie in eine Depression geschlittert war.
 
Von Mag. Sabine Stehrer

MEDIZIN populär
Frau Händler, in Ihrem aktuellen Solokabarettprogramm „Das Schweigen der Händler“ beschäftigen Sie sich auch mit dem Thema des Alterns. Wie gehen denn Sie selbst mit dem Älterwerden um?

Andrea Händler
Ich bin ja im Mai 45 Jahre alt geworden, und manchmal macht mich der Gedanke traurig, dass ich mit hoher Wahrscheinlichkeit schon mehr als die Hälfte meines Lebens hinter mir habe, denn wer wird schon über 90 Jahre alt? Aber da mache ich kein Drama draus, und mit meinen Falten beginne ich mich allmählich anzufreunden.

Die Gnadenlosigkeit des Alterns ist für Sie also im Gegensatz zu der Frau, in deren Rolle Sie auf der Bühne schlüpfen, kein Problem?

Doch, und zwar seit vor einem Jahr eine Bühne unter mir zusammen gebrochen ist und ich mir eine komplizierte Schulterverletzung zugezogen habe. Bei der Operation ist mir die Schulter quasi neu verschraubt worden, seither habe ich andauernd Schmerzen, die sich auf einer Skala von Null bis Zehn bei permanent Fünf bewegen. Die Medikamente, die ich bisher bekommen habe, haben wenig dagegen geholfen. Aber nun bin ich bei einem Schmerzspezialisten in Behandlung, und wir probieren Neues aus, da hoffe ich auf Besserung.

Sind Sie durch die Schmerzen auch in Ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt?

Nein, das nicht, von meinen chronischen Schmerzen lasse ich mich nicht bremsen. Ich betreibe sogar trotzdem Sport, gehe drei- bis viermal in der Woche in ein Fitnessstudio und mache dort alles, von Pilates über Bauch-Bein-Po und Body-Work bis hin zu Ausdauertraining an den verschiedenen Geräten.

Waren Sie immer schon so sportlich?

Nein, das bin ich erst seit einem Jahr. Da wollte ich abnehmen, und mein Arzt hat mir nicht nur eine Kohlenhydratarme Ernährung empfohlen, sondern mir auch zu vier Stunden Sport in der Woche geraten. Außerdem meinte etwa zeitgleich meine Tontechnikerin, ich würde ins Mikrofon hecheln, nur wenn ich auf der Bühne ein paar Schritte schneller als sonst gehe, und sie hat mich gefragt, ob ich nicht einmal etwas für meinen Körper tun möchte. Sie hat mir dann auch eine Schnupperkarte für ein Fitnessstudio geschenkt. Erst habe ich alles ganz entsetzlich gefunden, was ich dort machen sollte, aber inzwischen gefällt es mir, und ich merke auch, wie es wirkt. Ich springe jetzt zum Beispiel mit Leichtigkeit die Treppen hinauf und hinunter. Und letztens war ich mit Freunden wandern, und sogar der steile Gipfelanstieg ist mir leicht gefallen. Außerdem habe ich gemerkt, dass die regelmäßige Bewegung auch meiner Psyche gut tut.

Waren Sie in der Zeit ohne Sport schlechter gelaunt?

Ich weiß, wie das ist, wenn man seelische Tiefs hat. Und vor fünf Jahren bin ich da nicht einmal mehr mit meinem humorvollen Blick auf mich selbst herausgekommen, sondern in eine Depression geschlittert. Da war Sommer, die Sonne schien, alles war perfekt, mein Freund war lieb, im Job war ich erfolgreich, und trotzdem waren meine Tage grau, und ich war total antriebslos, konnte nicht mehr einkaufen gehen, nicht waschen, nicht die Blumen gießen und so weiter, es war grässlich. Ein Freund hat mich dann dazu gebracht, zu einem Psychiater zu gehen. Nach ein paar Monaten Behandlung war ich wieder die Alte.

Was machen Sie denn, wenn Sie nicht gerade im Fitnessstudio trainieren oder auf einer Bühne stehen?

Dann rauche ich … leider (lacht), sehe mir leidenschaftlich gern Arzt-Serien wie „Dr. House“ und „Grey’s Anatomy“ an, koche für Freunde oder reise. Da zieht es meinen Freund und mich meistens nach Asien, heuer geht’s noch einmal nach Goa.

Und was planen Sie für Ihre Zukunft?

„Das Schweigen der Händler“ läuft bis 2011. Dazwischen möchte ich gern wieder mehr Theaterspielen und mit mehreren Leuten auf der Bühne stehen. Und außerdem möchte ich reich werden, damit ich mir im Alter meinen eigenen Pfleger leisten kann…

Ausgabe 09/2009

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