Marlies Schild

Januar 2009 | Prominente & Gesundheit

„Mit Vorsicht gewinnt man kein Rennen“
 
Nach einer Serie von Siegen und guten Platzierungen in den vergangenen Skisaisonen war sie Österreichs größte Medaillenhoffnung bei den bevorstehenden Skiweltmeisterschaften im französischen Val d’Isere. Doch beim Training für das erste Rennen der Saison zog sich Marlies Schild einen derart komplizierten Trümmerbruch des linken Unterschenkels zu, dass man ihr eine mehrmonatige Pause vom Skisport verordnete. Im Gespräch mit MEDIZIN populär erzählt die 27-Jährige aus Saalfelden, wie es ihr in ihrer unfreiwilligen Auszeit geht, wie sie sich erholt und was sie alles dafür tut, um so bald wie möglich wieder auf Skiern stehen zu können.
 
Von Mag. Sabine Stehrer


MEDIZIN populär

Frau Schild, Sie haben sich bei Ihrem schweren Sturz im Oktober vergangenen Jahres einen äußerst komplizierten Trümmerbruch zugezogen. Wie geht es Ihnen jetzt?

Marlies Schild
Danke, mir geht es inzwischen recht gut. Das Ganze ist ja nun schon drei Monate her, und ich hatte fast während der ganzen Zeit täglich eine Therapie, bestehend aus Übungen, Lymphdrainagen, Bindegewebsmassagen und anderem. Ich merke, dass ich jeden Tag kleine Fortschritte mache. Die erste Zeit nach dem Unfall war allerdings schon sehr schwierig für mich. Vor meiner Verletzung war ich ja voll im Training, ich hatte schon die Spannung für die Rennen aufgebaut. Und plötzlich war nichts mehr da von alldem, und ich war furchtbar müde und antriebslos. Aber wenn es mir jetzt zwischendurch wieder einmal schlecht geht, führe ich mir vor Augen, dass es mir eigentlich gut geht, denn ich bin ja nicht krank, sondern nur verletzt, und es wird alles wieder. Ich habe neben der Therapie auch mit einem Oberkörperkrafttraining begonnen. Mir wird also auch ohne Rennen nicht fad.

Wenn man sich anschaut, wie und auf welchen Pisten Skirennläufer wie Sie unterwegs sind, und wenn man dann noch Bilder von Stürzen sieht, wird einem schon oft angst und bange. Sollte man bei den Rennen nicht mehr auf Sicherheit achten?

Natürlich sollten die Organisatoren und die Betreuer alles dazu tun, um das Risiko zu verringern, dass jemand stürzt und sich verletzt. Aber ganz ausschließen kann man das nie, und dessen ist sich jeder Rennläufer bewusst.

Werden Sie in Zukunft vorsichtiger unterwegs sein?

Ich hoffe, dass ich den Sturz und die Folgen gut verarbeiten kann und bald wieder Rennen fahre. Mein Ziel ist, zu gewinnen, und mit Vorsicht gewinnt man kein Rennen. Auch wenn man mit Angst am Start steht, oder wenn die Angst, sich zu verletzen, mitfährt, ist man dort nicht richtig.

Sehen Sie sich jetzt während Ihrer Auszeit die Rennen Ihrer Konkurrentinnen an?

Ja, aber wenn ich sagen würde, ich würde brutal mitfiebern, wäre es wohl gelogen. Doch ich gönne es jeder, die ihre Leistung im richtigen Moment bringen kann, Erfolge zu feiern. Ich freue mich dann auch immer darauf, endlich wieder selber auf Skiern stehen zu können.

Sie sind in den vergangenen Jahren zur erfolgreichsten Skifahrerin Österreichs geworden – wie trainieren Sie?

Mein normales Training hat drei Schwerpunkte: Ausdauer, Kraft und Schnelligkeit, um zwischen den Toren spritzig zu sein. Ich trainiere zwar gern, aber mit der Zeit wird mir das Programm auch etwas langweilig. Wenn das so ist, gehe ich zur Abwechslung Klettern, Reiten oder Tauchen. Das mache ich auch in meiner Freizeit und im Urlaub gern, wenn ich in den Bergen in Südtirol bin oder am Meer.

Ernähren Sie sich nach einem speziellen Plan?

Grundsätzlich esse ich das, was ich gern mag. Gott sei Dank ist das auch gesund und gut für mich. Ich achte aber schon darauf, dass ich nach dem Ausdauertraining ausreichend Kohlenhydrate esse, um die Speicher wieder aufzufüllen, und nach dem Krafttraining viel Eiweiß, um den Muskelaufbau zu unterstützen. Außerdem versuche ich, wenig Zucker zu essen, aber ab und zu ein Stück Kuchen oder etwas Schokolade schadet meiner Meinung nach nicht.

Was würden Sie heute eigentlich beruflich machen, wenn es mit dem Skifahren nicht so gut geklappt hätte?

Dann hätte ich Medizin studiert und wäre vielleicht schon Ärztin. Ich bin aber froh, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte.

Und was werden Sie machen, wenn Sie nicht mehr aktiv im Rennsport mitmischen?

Dann möchte ich eine eigene Familie gründen, denn ich denke, das ist das Größte, was man im Leben haben kann!

Ausgabe 01/2009

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