Mirna Jukic

Mai 2009 | Prominente & Gesundheit

„Eine Krankheit hat mich gelehrt, dass nicht alles planbar ist“
 
Sie ist Österreichs Nummer eins im Schwimmsport und brachte in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe von Medaillen von Welt- und Europameisterschaften mit nach Hause – bei den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking holte sie sich eine Bronzene: Mirna Jukic. Im Gespräch mit MEDIZIN populär erzählt die 23-Jährige, die derzeit für die Langbahn-Weltmeisterschaft im Juli in Rom trainiert und neben dem Leistungssport Publizistik und Kommunikationswissenschaften studiert, was sich für sie seit ihrem großen Erfolg in Peking verändert hat, zu welchen Erkenntnissen sie durch eine Krankheit geführt wurde und was sie sich für ihre Zukunft wünscht.
 
Von Mag. Sabine Stehrer


MEDIZIN populär

Frau Jukic, Sie waren als Schwimmerin in den vergangenen Jahren unglaublich erfolgreich. Welcher Sieg war denn für Sie der schönste?

Mirna Jukic
Ich will keinen meiner Erfolge herausheben, weil sie alle auf eine besondere Art und Weise schön waren. Aber der bisherige Höhepunkt meiner Karriere war natürlich die Medaille bei den Olympischen Spielen. Mit der Bronzenen über 100 Meter Brust habe ich in Peking das erreicht, wovon ich bis dahin mein ganzes Leben lang geträumt hatte.

Im vergangenen Sommer haben Sie gemeint, dass Sie nach der Erfüllung Ihres größten sportlichen Traums Ihre Karriere eigentlich beenden könnten …

So denke ich immer noch. Aber wann ich meine sportliche Karriere beenden werde, weiß ich noch nicht. Ich bereite mich jetzt einmal auf die Langbahn-WM in Rom im Juli und August vor. Und dann schaue ich weiter. Ich plane nicht mehr so viel im Voraus wie früher, sondern mache alles nur noch Schritt für Schritt, was für mich fast eine neue Art der Herausforderung ist (lacht).

Hängt das damit zusammen, dass Sie erlebt haben, wie es ist, durch eine Krankheit plötzlich aus dem Rennen geworfen zu werden?

Das stimmt, als ich 2006 ganz plötzlich am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt bin, habe ich gemerkt, dass nicht alles planbar ist. Das ist eine Virus-Erkrankung, die bei den meisten Menschen gar nicht bemerkt wird und bei anderen unterschiedlich stark ausbricht. Die Symptome reichen dann von Müdigkeit über Fieber bis hin zu Schwellungen von Lymphknoten und einer Angina. Ich war die ganze Zeit sehr schwach, habe fast nichts ohne Anstrengung machen können und musste sechs Monate lang mit dem Training aussetzen. Das war sehr schlimm. Überwunden habe ich die Krankheit, indem ich sie wirklich auskuriert hab. Man sagt, dass das auslösende Virus immer im Körper bleibt, und es zu einer Reaktivierung kommen kann. Ich hoffe aber für mich, dass das meine erste und letzte krankheitsbedingte Pause vom Sport war.

Wie schaut Ihr typischer Trainingstag aus?

Zurzeit absolviere ich elf Trainingseinheiten pro Woche. Das Schwimmtraining dauert zwei Stunden und das Trockentraining, das zu 90 Prozent aus Gymnastik besteht, dauert eine Stunde. Wenn ich das Aufwärmen und das Stretching noch dazurechne, komme ich momentan auf einen Trainingsaufwand von vier bis sechs Stunden täglich.

Und was machen Sie gern, wenn Sie nicht trainieren?

Ich treffe gern Freunde, lese viel, höre Musik, gehe gern ins Kino, tanze gern, oder ich gehe Tennisspielen, Inlineskaten, Volleyballspielen. Hin und wieder besuche ich die Palme, meine Mirna-Palme, die mir letztes Jahr gewidmet worden ist und im Palmenhaus in Schönbrunn steht.

Wenn Sie so viel trainieren, ernähren Sie sich dann eigentlich auf besondere Art und Weise?

Ich esse alles, Fleisch, Fisch, Nudeln, Reis, Obst, Gemüse, Kartoffeln. Das einzige, worauf ich achte, ist, dass ich genug Wasser trinke.

Machen Sie regelmäßige Gesundheitschecks?

Ja, die lasse ich von meinem Hausarzt machen, und zweimal im Jahr gehe ich zu den sportmedizinischen Untersuchungen, die uns Leistungssportlern vorgeschrieben sind.

Sie betreiben ja nicht nur Leistungssport, seit drei Semestern studieren Sie auch Publizistik und Kommunikationswissenschaften. Was möchten Sie mit dem Studium einmal anfangen?

Am liebsten irgendetwas im Bereich Public Relations, vielleicht auch im Eventmanagement.

Was wollen Sie in zehn Jahren erreicht haben?

Da will ich mein Studium abgeschlossen haben, ­ irgendwo arbeiten und Karriere machen. Außerdem hoffe ich, dass ich dann eine Familie mit zwei Kindern habe.

 

Ausgabe 05/2009

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