Wolfram Pirchner

Oktober 2009 | Prominente & Gesundheit

„Ich bin mir selbst am wichtigsten“
 
Man kennt ihn als Moderator von ORF-Sendungen wie „Willkommen Österreich“, „Zeit im Bild“, „Sport am Sonntag“, und „Österreich heute“. Doch auch als Präsentator beliebter Musikveranstaltungen vom „Grand Prix der Volksmusik“ über die „Volkstümliche Hitparade“ bis hin zur „Starnacht am Wörthersee“ machte sich Mag. Wolfram Pirchner einen Namen. Derzeit führt der gebürtige Tiroler und begeisterte Langzeit-Wahl-Niederösterreicher durch die ORF-Nachrichtensendung „Heute in Österreich“. Im Gespräch mit MEDIZIN populär erzählt er, was er sich zu seinem 50. Geburtstag vorgenommen hat, wie er mit Stress umgeht, wie er sich fit hält und wie er seine schweren Angst- und Panikattacken überwunden hat.
 
Von Mag. Sabine Stehrer

MEDIZIN populär
Herr Pirchner, kommt bei einem Fernseh-Routinier, wie Sie es sind, vor einer Sendung überhaupt noch Stress auf?

Wolfram Pirchner
Manchmal bin ich schon noch ein bisschen nervös. Aber ich habe gelernt, gut damit umzugehen. Ich mache mir dann bewusst, dass ich nicht allein bin, sondern mit einem Team von Leuten zusammenarbeite, die hervorragende Arbeit leisten und denen ich vertraue, weshalb auch nur wenig schief gehen kann. Außerdem denke ich daran, dass mir sicher nicht gleich der Kopf abgerissen wird, wenn doch einmal etwas passiert. Zudem habe ich mir an meinem 50. Geburtstag vor eineinhalb Jahren vorgenommen, dass die Arbeit für mich nicht mehr im Mittelpunkt meines Lebens stehen soll. Das heißt, ich definiere mich heute nicht mehr über den Beruf, halte mich ein wenig auch an den Songtitel „Lass die Leute reden“ der deutschen Band „Die Ärzte“ und bin mir selbst am Wichtigsten. Das macht gelassen.

Früher war das offenbar anders…

Da wollte ich Karriere machen und war vor vielen Anforderungen im Job sehr nervös. Ich hatte Schweißausbrüche und andere körperliche Beschwerden bis hin zu schweren Angst- und Panikattacken. Aber das ist 15 Jahre her.

Wie haben Sie die Angst- und Panikattacken überwunden?

Ich habe leider den Fehler gemacht, dass ich mir zuerst lange Zeit nicht eingestehen wollte, Hilfe zu brauchen. Was in mir los war, hat ja überhaupt nicht zu meiner starken äußeren Hülle gepasst. Stattdessen habe ich mir eingeredet, dass die Attacken mit Herz- oder Kreislaufproblemen zu tun haben. Ich habe also bei unserem damaligen Fernsehdoktor Hilfe gesucht und auch gefunden – in dem Sinn, dass er mir geraten hat, mir psychisch professionell helfen zu lassen. Das habe ich dann auch gemacht, eine Zeit lang Psychopharmaka genommen und eine Psychotherapie gemacht. Das war eine lange und harte Arbeit. Die Attacken sind dann verschwunden und seither auch nicht wieder gekommen.

Haben Sie einen Rat für andere Betroffene?

Handeln – agieren und nicht reagieren. Psychotherapie in Anspruch zu nehmen ist keine Schande. Im Gegenteil.

Was tun Sie für Ihre körperliche Gesundheit?

Einiges. Ich mache zum Beispiel jedes Jahr eine Vorsorgeuntersuchung mit allem Drum und Dran. Und ich betreibe viel Sport, wenn auch anders als früher…

In welcher Hinsicht?

Früher habe ich exzessiv Eishockey, Fußball und Tennis gespielt und mir dabei zahlreiche Verletzungen zugezogen. Seitdem muss ich meine Achillessehnen und meine Knie schonen. Ich hatte auch schon eine Bandscheibenoperation, und seit einem Jahr habe ich ein künstliches Hüftgelenk. Deswegen kann ich jetzt nur noch sanftere Sportarten betreiben, wie Radfahren und Schwimmen. Ich spiele aber auch gern Golf und arbeite leidenschaftlich gerne in unserem Garten. Das tut mir körperlich und seelisch gut.

Sie sehen auch so aus, als würden Sie sich gesund ernähren…

Gott sei Dank mag ich alles sehr gern, was gesund ist, also unter den Begriff Mittelmeerkost fällt. Ich esse viel Obst und Gemüse, Fisch und weißes Fleisch. Hin und wieder esse ich auch Rindfleisch, und ein-, zweimal im Jahr lasse ich es bei einer Feier auch einmal krachen. Dann esse ich so Sachen wie einen Schweinsbraten mit Knödeln, trinke ein paar Bier und hinterher vielleicht noch ein Schnapserl. Oder zwei…

Haben Sie sich für die nächsten zehn Jahre besondere berufliche oder private Ziele gesetzt?

Ich bin rundum glücklich und zufrieden mit meinem Leben, so wie es jetzt ist, und wünsche mir sehr, dass es genauso bleibt. Aber, wie schon gesagt: Agieren ist wichtig. Ohne Arbeit an der Lebensqualität geht gar nichts.  
 

Ausgabe 10/2009

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