Gesund abnehmen: Prominente werden schlank

April 2010 | Ernährung & Genuss

Johann Lafer, Andrea Händler, Edi Finger junior
 
Bei Johann Lafer war es der 50. Geburtstag, der ihn aufs Abnehmen brachte, bei Edi Finger junior die Aussicht, vor der Kamera statt hinter dem Mikrofon zu stehen, und bei Andrea Händler fiel die Entscheidung nach einem kulinarisch reichhaltigen Urlaub. So unterschiedlich die Auslöser für den Entschluss zum Abspecken, so ähnlich sind die Wege, die die drei Prominenten im Kampf gegen die Kilos beschritten haben. Gemeinsam ist ihnen der Erfolg: Zusammengerechnet haben die drei 44 Kilo abgenommen.
Für MEDIZIN populär erzählen sie, wie ihnen das gelungen ist.
 
Von Mag. Sabine Stehrer

Johann Lafer:

Fernsehkoch, Sternekoch, Restaurantinhaber, Kochbuchautor
52 Jahre alt, minus 16kg

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„Ich esse das Richtige zur richtigen Tageszeit“
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„Ich habe mir vor zwei Jahren, genau an meinem 50. Geburtstag, vorgenommen, abzunehmen. Damals habe ich bei meiner Größe von 1,83 Metern 106 Kilogramm gewogen und mich schon längere Zeit zunehmend unwohl gefühlt. Ich war auch oft müde und unausgeglichen. Mit dem Abnehmen begonnen habe ich dann tatsächlich gleich am Tag nach meinem Geburtstag. Und zwar, indem ich meine Ernährung nach einem bestimmten Prinzip umgestellt habe: Dabei soll man zwischen den drei Mahlzeiten eines Tages fünf Stunden lang gar nichts essen, damit der Blutzuckerspiegel niedrig bleibt und der Körper Fett abbaut. Grundsätzlich ist das nicht schwer, weil man sich bei den Mahlzeiten ohnedies satt essen soll, aber als Koch muss man ja immer wieder einmal etwas kosten. Ich konnte nicht immer fünf Stunden warten, bis ich zum Beispiel meinen zweiten Versuch einer Sauce verkostet habe.
Diese Regel war also für mich sehr schwer einzuhalten. Dafür habe ich mich aber daran gehalten, das Richtige zur richtigen Tageszeit zu essen, also zum Beispiel am Abend keine Kohlenhydrate mehr zu mir zu nehmen, was ebenfalls dazu dient, dass der Blutzuckerspiegel niedrig bleibt, und das hilft beim Abnehmen. Heißhungerattacken oder das Gefühl, mich bei dieser Art der Ernährung einschränken zu müssen, hatte ich nie. Da kann man schon weiterhin tolle Gerichte zaubern.
Parallel mit dem Beginn meiner Ernährungsumstellung habe ich damit angefangen, Sport zu betreiben, also Laufen zu gehen. Anfangs ist mir das sehr schwer gefallen. Die Motivation, morgens raus zu gehen und mich zu bewegen, war meistens gleich null. Ich habe dann eine Personal Trainerin engagiert. Die stand vor der Tür und hat mich abgeholt, da muss man ja den inneren Schweinehund überwinden.
Mit der Kombination aus Laufen und anders Essen habe ich dann binnen eines Jahres 16 Kilogramm abgenommen. Das Gewicht habe ich auch bis heute gehalten, und darüber bin ich sehr froh, weil ich mich mit dem geringeren Gewicht entscheidend besser fühle. Ich fühle mich endlich wieder wohl in meiner Haut. Aber nicht nur ich selber, sondern auch die Menschen in meinem privaten und beruflichen Umfeld sind glücklich über mein Schlankersein, weil ich jetzt auch ausgeglichener und somit für alle leichter erträglich geworden bin. Angst davor, wieder wesentlich zuzunehmen, habe ich keine, denn für den Fall, dass ich ein bisschen zulege, weiß ich ja jetzt, wie das Abnehmen geht! Wenn ich ein bisschen zunehme, halte ich mich für eine Weile wieder an ein strikteres Ess-Programm.
Trotzdem habe ich ein paar alte Kleidungsstücke, die mir jetzt zu weit sind, zur Erinnerung oder eigentlich zur Warnung aufgehoben.“

Andrea Händler

Kabarettistin und Schauspielerin
45 Jahre alt, minus 8kg

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„Die professionelle Hilfe hat’s gebracht“
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„Den Entschluss, abzunehmen, habe ich im Sommer 2008 nach einem Urlaub gefasst, in dem ich zugenommen habe. Damals war ich bei meiner Größe von 1,73 Metern sogar kurz davor, dass ich auf Kleidergröße 42 wechseln hätte müssen! Da habe ich mich einfach zu dick und nicht mehr wohl in meiner Haut gefühlt. Ich habe dann auch gleich beschlossen, mir von einem Profi beim Abnehmen helfen zu lassen und bin zu einem Arzt gegangen, einem Gynäkologen, Ernährungs- und Sportmediziner in Wien, der sich auf das Erstellen von ganzheitlichen Abnehmprogrammen spezialisiert hat. Dort bin ich untersucht worden, auch ein Hormonstatus wurde gemacht.
Der Arzt hat mir auf der Basis der Untersuchungsergebnisse zu einem Programm geraten, das aus drei Säulen bestand. Die eine Säule war eine Behandlung mit dem sogenannten Schwangerschaftshormon, die bewirkt, dass der Körper Fettreserven abbaut und dass man auch Fettpölster an den Stellen loswird, an denen das sonst nur ganz schwer oder gar nicht gelingt wie an den Hüften, am Po oder an den Oberschenkeln.
Das funktioniert natürlich nur, wenn man gleichzeitig beginnt, weniger zu essen. Ich habe in der ersten Woche meines Abnehmprogramms keine feste Mahlzeit zu mir genommen, sondern dreimal am Tag eine Ersatzmahlzeit in Form von speziellen Getränken. Die hatten relativ wenige Kalorien, haben aber trotzdem alle Nährstoffe und Vitamine enthalten, die man braucht, um fit zu bleiben bzw. sich nicht müde und schlapp zu fühlen. Von der zweiten bis zur vierten Woche habe ich dann die Getränke nach und nach durch feste, normale Mahlzeiten ersetzt und zusätzlich darauf geachtet, mich gesund zu ernähren. Ich habe zwischen den Mahlzeiten mindestens vier Stunden lang nichts gegessen, um den Blutzuckerspiegel niedrig zu halten, was den Fettabbau beschleunigt. Außerdem habe ich nach 17 Uhr keine Lebensmittel mit Kohlenhydraten oder Zucker mehr gegessen und auch kein Obst mehr, sondern entweder Hühnerfleisch mit Salat oder Magerschinken mit Magerhüttenkäse und Paprika und ähnliches. Auch das hält den Blutzuckerspiegel niedrig und hilft beim Abnehmen.
Diese Ernährungsumstellung war meine zweite Abnehmsäule. Die dritte Säule war der Sport. Mir wurde empfohlen, mindestens vier Stunden Sport in der Woche zu machen, und zwar am besten einen Mix aus Ausdauer- und Kraftsport. Ich habe mich dafür in einem Fitnessstudio angemeldet und bin auch regelmäßig hingegangen. Das Training dort an den Geräten und in den Kursen hat mir nach einiger Zeit großen Spaß gemacht, und deswegen mache ich es auch immer noch. Mit diesem ganzheitlichen Programm habe ich damals binnen eines halben Jahres acht Kilogramm abgenommen, und ich konnte mein Gewicht halten.“

Edi Finger junior

ORF-Sportreporter
61 Jahre alt, minus 20kg

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 „Bewegung ist das Um und Auf“
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„Ich habe im Dezember 2006 beschlossen, abzunehmen. Damals habe ich 120 Kilogramm gewogen und mich bei meiner Größe von 1,94 Metern damit eigentlich nicht unwohl gefühlt. Ich habe aber den Vertrag für die Teilnahme an der ORF-Show ,Dancing Stars‘ unterschrieben und wollte für die Auftritte vor den Kameras schlanker sein. Bis zu dem Zeitpunkt, als ich aus der Show rausgeflogen bin, das war vier Monate später im März 2007, hatte ich dann fast 20 Kilogramm abgenommen. Ich habe nur noch knapp über 100 Kilogramm gewogen. Das war zwar ein schöner Erfolg, aber ich muss auch sagen, dass mir das Abnehmen in dieser Zeit leicht gefallen ist. Ich war ja jeden Tag vier Stunden lang beim Tanztraining. Da sind die Kilos nur so gepurzelt, ohne dass ich mich beim
Essen einschränken musste.
Nach der Show wollte ich das neue Gewicht halten, aber das ist mir nicht ganz gelungen. Ich habe wieder ein, zwei Kilos zugenommen, dann aber auch wieder abgenommen. Bei dem Auf und Ab ist es geblieben. Wenn mich Freunde fragen, wie ich das Abnehmen immer wieder schaffe, sage ich, dass Bewegung das Um und Auf ist. Ich habe mir angewöhnt, jede Woche drei, vier Mal ins Fitnessstudio zu gehen. Dort setze ich mich auf den Fahrradergometer und radle eine Stunde. Danach kommt eine Personal Trainerin und trainiert mit mir noch einmal eine Stunde an den Gewichten. Wenn ich Kilos verlieren möchte, trainiere ich länger, oder ich mache mein Programm fünfmal in der Woche durch. So werde ich schnell wieder schlanker und ich bleibe gesund. Ich habe beispielsweise keine Probleme mit dem Kreislauf, keine mit dem Blutdruck, keine mit den Gelenken und auch keine mit der Verdauung.
Noch schneller wird man schlank, wenn man sich nicht nur viel bewegt, sondern auch bei der Ernährung auf Verschiedenes achtet. Zum Beispiel darauf, wenig Zucker zu sich zu nehmen. Das ist etwas, was mir sehr schwer fällt. Denn ich esse gern Kekse, Kuchen, Schokolade und so weiter. Wenn ich wo eingeladen bin, wo es ein Nachspeisenbuffet gibt, schaffe ich es nicht immer, am Mousse au Chocolat oder an den Soufflés vorbeizugehen. Wenn ich dann ein Soufflé esse, bin ich danach oft zornig auf mich, weil ich mich nicht beherrschen konnte. Ich verpflichte mich dann dazu, mich am nächsten Tag zu bewegen, eventuell auch auf das Abendessen zu verzichten und keinen Alkohol zu trinken, weil da steckt auch Zucker drin, und außerdem wird man hungrig davon. Weil mir das alles gut gelingt, habe ich keine Angst davor, wieder wesentlich zuzunehmen. Mein Gewand von früher, das mir zu groß ist, habe ich aber trotzdem noch behalten. Das hängt in mehreren Schränken im Keller, ich habe alles in drei Konfektionsgrößen, die Smokings sogar in vier!

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