Her mit den Roten Rüben!

November 2010 | Ernährung & Genuss

Warum die Knollen so gesund sind
 
Wie gut, dass Gerichte mit Roten Rüben jetzt wieder öfter auf den Speisekarten zu finden sind. Denn rechtzeitig zum Beginn der Winterszeit stärken ihre gesunden Inhaltsstoffe unsere Abwehrkräfte gegen Erkältungen & Co. Für MEDIZIN populär erklärt Andrea Hofbauer, Präsidentin des Verbands der Österreichischen Diätologen, was sonst noch für die wertvolle Knolle auf unseren Tellern spricht.
 
Von Mag. Sabine Stehrer

Stärke für  die Abwehrkräfte

Rote Rüben sind deshalb so rot, weil sie besonders reich an dem roten Farbstoff Betanin sind. „Betanin ist ein Antioxidans, das oxidativen Stress und damit die Freien Radikale bekämpft“, sagt Hofbauer. So schützt die wertvolle Knolle unser Immunsystem bzw. unsere Abwehrkräfte vor Schäden.
Genau diese Schutzwirkung des Farbstoffs Betanin in den Roten Rüben, die unseren Abwehrkräften dient, wird durch andere wertvolle Nährstoffe verstärkt, die ebenfalls in der Knolle enthalten sind: Vitamin C sowie die Mineralstoffe Zink und Selen unterstützen das Blut bei der Bildung von Abwehrzellen gegen Bakterien und Viren, was das Immunsystem aufbaut und stärkt. Hofbauer: „Dies ist gerade in Erkältungs- und Grippezeiten wichtig für die Vorbeugung vor bakteriellen und viralen Infekten.“

Schutz für Herz und Kreislauf

Rote Rüben, die auch Rote Bete oder Rote Rohnen genannt werden, enthalten aber auch Folsäure (200 Gramm der Knolle decken 40 Prozent des Tagesbedarfs), Eisen (200 Gramm decken 15 Prozent des täglichen Bedarfs) und etliche Vitamine aus der B-Gruppe. Dieser Mix ist wichtig für die Blutbildung, schützt aber auch die Gefäße vor Ablagerungen und damit vor Arteriosklerose bzw. Gefäßablagerungen, die zu Gefäßverschlüssen und schlimmstenfalls zu Schlaganfällen und Herzinfarkten führen können. Eisen unterstützt außerdem die Aufnahme von Sauerstoff durch das Blut. Hofbauer: „Zu bedenken ist allerdings, dass die Vitamine und Mineralstoffe, insbesondere die Folsäure, in den Roten Rüben besonders hitze- und lichtempfindlich sind.“ Um zu vermeiden, dass ein erheblicher Teil der wertvollen Substanzen verloren geht, sollte man die Knolle daher möglichst im Dunkeln lagern und am besten im Dampfkochtopf garen.
 
Hilfe für die Leber

Der Farbstoff Betanin, der den Roten Rüben ihre rote Farbe verleiht, und Cholin, eine Ammoniumverbindung, die ebenfalls in großer Menge in den Roten Rüben enthalten ist, helfen der Leber beim Abbau von Stoffwechselendprodukten. So wird die Leber entlastet, was der Entlastung des gesamten Organismus dient – man fühlt sich insgesamt wohler.
 
Jungbrunnen für Haut und Haare

Rote Rüben tun auch der Gesundheit und damit der Schönheit von Haut und Haaren gut. Da die Inhaltsstoffe der wertvollen Knolle, allen voran der Farbstoff, aber auch die Folsäure, die Vitamine der B-Gruppe und das Vitamin C allesamt antioxidativ wirken, gelten die Knollen auch als Jungbrunnen.

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Tipps & Tricks

  • Kaufen Sie nur frische Knollen: Die erkennen Sie daran, dass sie prall sind und keine Dellen haben.
  • Rote Rüben kann man auch roh essen, z. B. als Salat. Beim Zubereiten verwendet man am besten Gummihandschuhe und Geschirr aus Plastik oder Porzellan: Die rote Farbe, die aus den Roten Rüben austritt, verfärbt Hände und Holzbretter so stark, dass man sie nur mit viel Mühe wieder sauber kriegt.
  • Man kann die Knollen auch im Ganzen verwerten, indem man sie noch unbearbeitet kocht. Ideal ist die Zubereitung im Dampfkochtopf, weil dabei die wertvollen Nährstoffe der Knolle am besten erhalten bleiben. Bis die Roten Rüben weich sind, dauert es etwa eine Stunde.
  • Die weichgekochte Rübe lässt sich auf verschiedene Art und Weise weiterverarbeiten. So kann man sie in Scheiben oder Würfel geschnitten z. B. als Beilage zu Fleisch servieren. Rote Rüben eignen sich aber auch als Suppeneinlage – man denke an den klassischen russischen Borschtsch – oder als Zutat für einen Heringssalat. Auch als Schicht in einem Auflauf machen sich Rote Rüben gut.

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Vorsicht bei Nierensteinen!

Rote Rüben enthalten besonders viel Oxalsäure. Und aus Oxalsäure können Nierensteine gebildet werden. Diätologin Andrea Hofbauer: „Wer schon einmal Nierensteine hatte oder erblich bedingt zur Bildung von Nierensteinen neigt, sollte sich beim Verzehr von Roten Rüben daher sicherheitshalber eher einschränken.“

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Am besten mit Zitronensaft!

Rote Rüben enthalten Nitrat, das im Mund durch Bakterien zu krebserregendem Nitrit umgewandelt wird. Diesen Prozess kann man laut Hofbauer mit einem einfachen Trick verhindern: Mengt man den Roten Rüben Zitronensaft bei, so vermeidet man die Umwandlung von Nitrat zu Nitrit. Außerdem verbessert man durch die Beimengung von Zitronensaft die Aufnahme von Eisen ins Blut. Derselbe Effekt kann auch mit anderen Vitamin-C-hältigen Lebensmitteln erreicht werden, z. B. mit einem Glas Orangensaft, das man zum Rote-Rüben-Gericht trinkt.

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Keine Panik auf der Toilette!

Wenn sich nach dem Verzehr von Roten Rüben der Urin oder der Stuhl vorübergehend rot verfärben, besteht kein Grund zur Panik. Das kommt vom roten Farbstoff der Knolle und ist vollkommen harmlos.

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