Augenbrauen in Form gebracht

April 2010 | Kosmetik & Pflege

Epilieren, Rasieren, Transplantieren & Co
 
Sollen sie weniger werden, wird gezupft, geharzt, rasiert und epiliert. Soll mehr davon her, werden die Brauen mit Permanent Make-up gestaltet und neuerdings auch transplantiert: Kaum eine Frau ist mit Form und Fülle ihrer Augenbrauen zufrieden. Und auch immer mehr Männer legen Hand an die behaarten Streifen über den Augenhöhlen. Für MEDIZIN populär erklärt Dr. Monika Fuchs, Allgemeinmedizinerin und Spezialistin für ganzheitliche und ästhetische Medizin in Wien, die Vor- und Nachteile der verschiedenen Methoden.
 
Von Mag. Sabine Stehrer

Zupfen

So geht´s:
„Wenn man die Augenbrauen durch Zupfen in Form bringen möchte und sich darin unsicher ist, wie man das am besten macht, könnte man einmal zu einer Kosmetikerin gehen und sich von ihr die Brauen in die ideale Form bringen lassen“, sagt Dr. Monika Fuchs. „Danach kann man die nachwachsenden Brauenhaare selber zupfen, indem man der vorgegebenen Linie folgt, die Haut mit den Fingern der einen Hand strafft und mit der anderen Hand und einer Pinzette die Haare in Wuchsrichtung entfernt.“

Vorteil:
Das Zupfen der Augenbrauen ist die einfachste Methode, die Augenbrauen in Form zu bringen und zu halten. Fuchs: „Es ist auch relativ schonend, Reizungen oder Rötungen der Haut bleiben bei dieser Methode aus.“

Nachteil:
Fuchs: „Das Zupfen der Augenbrauen tut zumindest anfangs weh, nach und nach lässt das Schmerzempfinden aber nach, weil bei den zuständigen Nerven ein Gewöhnungseffekt eintritt.“ Ein weiterer Nachteil des Zupfens: Weil die Augenbrauen bis zu einem Millimeter am Tag nachwachsen und meistens schon der Millimeter sichtbar ist, muss für die perfekten Brauen täglich gezupft werden.

Harzen

So geht´s:
Ein Harzstreifen wird dort aufgetragen, wo die Augenbrauenhaare weg sollen, und anschließend mit den Haaren abgerissen.

Vorteil:
„Werden die Augenbrauen geharzt, wachsen sie nicht so schnell nach wie nach dem Zupfen“, sagt Fuchs. Erst nach einigen Tagen zeigen sich erneut Stoppeln.

Nachteil:
Schmerzempfindliche Menschen müssen so wie beim Zupfen auch beim Harzen damit rechnen, dass die Haarentfernung weh tut. Fuchs: „Außerdem kann es durch das Harzen bei empfindlicher Haut zu Hautreizungen und Hautrötungen kommen, die erst nach einigen Stunden verschwinden.“

Rasieren

So geht´s:
Fuchs: „Es gibt spezielle Augenbrauenrasierer, mit denen man die Brauen in Form bringen kann.“

Vorteil:
Das Rasieren ist eine schnelle Methode, den unerwünschten Haarwuchs entlang des behaarten Streifens oberhalb der Augenhöhlen loszuwerden.

Nachteil:
Fuchs: „Wer eine empfindliche Haut hat und die Augenbrauenhaare rasiert, muss damit rechnen, dass danach kleine Pusteln auftreten, die erst nach einigen Tagen verschwinden.“ Ein weiterer Nachteil: Die Brauen wachsen auch beim Rasieren nach ein bis zwei Tagen deutlich sichtbar nach.

Epilieren

So geht´s:
Fuchs: „Wer die Augenbrauen epilieren möchte, ist am besten beraten, das von einem Arzt oder einer Ärztin mit der sogenannten Nadelepilation mit Thermogalvanik machen zu lassen.“ Bei dieser Methode wird eine Goldsonde eingesetzt, mit der jedes einzelne Haar samt der Haarwurzel entfernt wird.

Vorteil:
Die Haare wachsen nicht wieder nach.

Nachteil:
Weil sich die Brauenhaare in unterschiedlichen Wachstumsphasen befinden und erst ab einer gewissen Länge erfasst bzw. entwurzelt werden können, sind mehrere Behandlungen notwendig, was mit einigem Aufwand verbunden ist. Fuchs: „Je nach Ausgangssituation brauche ich dafür erfahrungsgemäß sechs bis zehn Sitzungen.“

Permanent Make-up

So geht´s:
Fuchs: „Wer sich für Permanent Make-up entscheidet, sollte dies nach der neuesten Technik machen lassen.“ Dabei werden nicht mehr durchgehende Streifen aufgezeichnet, sondern Härchen gestichelt, indem über eine Nadel Farbstoffe in die Haut eingeschleust werden. „Wenn das Ergebnis nicht so aussieht, wie man sich das vorgestellt hat, kann man entweder noch mit der Brauenfarbe nachsticheln oder die Permanent Make-up-Brauen mit Hautfarbe korrigieren“, sagt Fuchs.

Vorteil:
Fuchs: „Mit dieser Methode hat man dauerhaft die perfekte Brauenform.“ Wer sich die Brauen mit Permanent Make-up gestalten lässt, kann sich die Brauen darüber wachsen lassen und anhand der vorgegebenen Linie in Form bringen oder die Härchen ganz abrasieren. „Diese Methode ist auch für Menschen ideal, denen die Brauen zum Beispiel nach einer Chemotherapie zur Behandlung einer Krebserkrankung oder nach anderen Erkrankungen nicht mehr nachgewachsen sind“, sagt Fuchs.

Nachteil:
Das Anbringen des Permanent Make-ups kann – wiederum je nach dem individuellen Schmerzempfinden – mehr oder weniger wehtun. Fuchs: „Mit der Zeit verblasst das Permanent Make-up, und es muss nachgearbeitet werden.“

Transplantieren

So geht´s:
Vom Kopf werden Haarfollikel mit einer Transplantationsnadel entnommen und im Augenbrauenbereich anders eingesetzt, und zwar so, dass die Haarwuchsrichtung mit der Wuchsrichtung der Brauen übereinstimmt. Dabei müssen die Augen zum Schutz der Hornhaut abgeschirmt werden, das Augenlid muss betäubt werden. Die Transplantation ist ein chirurgischer Eingriff, der bis zu drei Stunden dauern kann.

Vorteil:
Mit dieser Methode können Lücken in den Augenbrauen, die z. B. durch Vernarbungen nach Verletzungen oder Verbrennungen entstanden sind, dauerhaft gefüllt werden. Fuchs: „Auch ein kompletter Brauenverlust, der nach verschiedenen Erkrankungen auftreten kann, kann mit dieser in Österreich noch sehr neuen Methode ausgeglichen werden.

Nachteil:
Nicht alle transplantierten Augenbrauen bleiben haften, die aufwändige Prozedur muss unter Umständen wiederholt werden. Fuchs: „Außerdem besteht das Risiko, dass die Wuchsrichtung nicht so ausfällt wie gewünscht.“ Und: Die verpflanzten Brauenhaare wachsen im Gegensatz zu den echten nicht nur nach, sondern weiter – und müssen immer wieder geschnitten werden.

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Schutz & Ausdrucksmittel:
Wozu wir Augenbrauen brauchen

Augenbrauen sind nicht nur zur bloßen Umrahmung der Augen bzw. Zierde da. Zum einen schützen sie die Augen: vor Wasser oder Schweiß, der vom Kopf über die Stirn und das Gesicht läuft, und ein wenig auch vor zuviel Sonneneinstrahlung. Zum anderen verwenden wir die Augenbrauen auch als Mittel der Mimik. Ziehen wir die Augenbrauen mit dem Augenbrauenheber-Muskel hoch, drücken wir so Angst, Aufmerksamkeit, aber auch Überraschung und Verwunderung aus. Ziehen wir die Augenbrauen mit dem sogenannten Augenbrauenrunzler zusammen, zeigen wir, dass wir in aggressiver Stimmung oder auch verwundert sind.

 

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Die perfekten Brauen:
Trends im Spiegel der Zeit

Sie sollen der Augenform folgen oder diese optisch verbessern, gleich lang und ohne kahle Stellen sein, etwas dunkler als die Haare, bei Frauen eher schmal, bei Männern etwas breiter und bei Frauen wie Männern auf jeden Fall nicht in der Mitte zusammengewachsen: Wer aktuell nach Angaben zur Form der perfekten Brauen sucht, wird zu diesem Ergebnis kommen.
Aufsehen erregt, wer die Brauen anders trägt. In der Gegenwart sind das die Schauspielerin Nicole Kidman und das Model Kate Moss, die sich ihre Augenbrauen hin und wieder z. B. ganz abrasieren. Oscar-Preisträgerin Tilda Swinton trägt sie heller als die Haare. Von David Beckham gibt es ein Foto, das ihn mit schmal gezupften Brauen zeigt, der ehemalige deutsche Finanzminister Theo Waigel trug die Brauen stets so buschig und lang, dass er den Beinamen „Die Augenbraue“ erhielt.
In der Vergangenheit fielen Brooke Shields und Margaux Hemingway, Model, Schauspielerin und Enkelin von Ernest Hemingway, mit buschigen, dunklen Augenbrauen auf. So wie zuvor auch die mexikanische Malerin Frida Kahlo, die ihre dichten und sogar in der Mitte zusammengewachsenen Augenbrauen samt ihrem Damenbart auf ihren vielen Selbstbildnissen verewigte – und das auch noch in der Mitte des 20. Jahrhunderts, als bei Frauen eigentlich extrem schmale und noch dazu kurz geschnittene Brauen en vogue waren.
Anders im 18. Jahrhundert. Damals soll es üblich gewesen sein, dass Frauen, aber auch Männer ihre Augenbrauen überklebten, um sie zu verstärken – wofür sie Mäusefellteile und Fischleim verwendet haben sollen.

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