Die Haut richtig reinigen

September 2010 | Kosmetik & Pflege

Tipps aus erster Hand: So bleibt Ihre Haut gesund und schön
 
Sich morgens unter der Dusche frisch zu machen und abends die Anstrengungen des Tages mit viel Wasser wegzuspülen, ist mehr als eine Wohltat. Auch für die Gesundheit und Schönheit unserer Haut ist Reinigung wichtig. Vorausgesetzt, man macht es richtig. Denn falsches Waschen öffnet Hautproblemen und Krankheitserregern erst recht Tür und Tor. Die Wiener Hautärztin Dr. Sibylle Wichlas gibt Tipps für jeden Hauttyp.
 
Von Mag. Sabine Stehrer

Stellen Sie sich eine Welt vor, in der die Luft nicht verschmutzt ist, niemals sehr trocken und immer wohltemperiert. Eine Welt, in der die Sonneneinstrahlung niemals so intensiv ist, dass wir Sonnenschutz brauchen, eine Welt, in der Schweißgeruch toleriert wird und Make-up unbekannt ist. In so einer Welt ist Wasser nur zum Trinken da. Denn in so einer Welt, sagt Dr. Sibylle Wichlas, „bräuchten wir unsere Haut am Gesicht und Körper niemals reinigen. „Grundsätzlich“, erklärt die Fachärztin für Dermatologie am Gesundheitszentrum Woman & Health in Wien, „ist die Haut nämlich so gebaut, dass keine Reinigung notwendig ist.“ Aber die Realität sieht bekanntlich anders aus. Und deswegen ist die richtige Reinigung der rund zwei Quadratmeter großen Hülle, die uns umgibt, immer auch wesentlich für Gesundheit und Wohlbefinden. Vorausgesetzt, man reinigt richtig. „Ob jung oder alt, Mann oder Frau, die richtige Hautreinigung“, so Wichlas, „hängt immer vom Hauttyp ab.“
Für MEDIZIN populär gibt die Medizinerin Tipps für jeden Typ, damit die Haut gesund und schön bleibt:

Normale Haut
Normale Haut erledigt alle Aufgaben optimal, bereitet keine Probleme, sieht gesund und schön aus – ein seltener Idealzustand.

So reinigen Sie richtig
Damit die normale Haut im Gesicht und am Körper normal bleibt, sollte man sie vor allem im Winter, also bei kalter Luft draußen und trockener Luft drinnen, durch die Reinigung nicht belasten. Wichlas: „Für das Gesicht genauso wie für den Körper empfehlenswert sind schonende, sogenannte rückfettende und ph-neutrale Waschcremen, Waschgels, Waschlotionen oder auch seifenfreie Seifen, also sogenannte Waschstücke, die frei von Tensiden sind.“

So wichtig ist die richtige Reinigung
Tenside meiden und ph-neutrale Produkte verwenden – die Haut dankt, denn: „Tenside lösen zwar den Schmutz von der Oberfläche, können aber den Fettfilm der Haut in seiner Funktion beeinträchtigen, sodass es Krankheitserreger leicht haben, in die Haut einzudringen“, sagt Wichlas. Denselben unerwünschten Effekt haben Reinigungsmittel, die nicht ph-neutral sind: Auch sie können den Säureschutzmantel der Haut irritieren. Rückfettende Mittel hingegen enthalten bereits Fett in gebundener Form, was dazu führt, dass der Haut beim Reinigen kein Fett entzogen wird und der Fettfilm so bleibt, wie er ist.


Trockene Haut

Trockene Haut ist weniger elastisch, erzeugt Spannungsgefühle, neigt zu Rötungen, Schuppungen und Verhornungen – fühlt sich trocken an.

So reinigen Sie richtig
Trockene Haut reinigt man am besten stets mit rückfettenden und ph-neutralen Mitteln, die frei von Tensiden sind. Das gilt sowohl fürs Gesicht als auch für den Körper. Schlechte Nachrichten für Badenixen mit trockener Haut: Vollbäder verschlimmern das Problem, sie trocknen die Haut noch mehr aus, Duschen mit rückfettenden Ölen tut ihr hingegen gut.

So wichtig ist die richtige Reinigung
Die schonenden Mittel reinigen die Haut nicht nur, sondern versorgen sie gleichzeitig mit Substanzen, die sie für ihre Gesundheit benötigt. Das heißt, ihre Inhaltsstoffe tragen dazu bei, dass die Haut sich dem gesunden Normalzustand annähert. „Reinigungsmittel, die nicht rückfettend und nicht ph-neutral sind sowie Tenside enthalten, können hingegen den natürlichen Fettfilm der Haut und den Säureschutzmantel aus dem Gleichgewicht bringen und so wiederum die Schutzfunktion der Haut beeinträchtigen“, sagt Wichlas. Zu den möglichen Folgen zählen das Entstehen von Hautunreinheiten genauso wie von Schuppungen und Trockenheitsekzemen.

Fettige Haut
Fettige Haut präsentiert sich glänzend und großporig – fühlt sich ölig an.

So reinigen Sie richtig
Fettige Haut reinigt man am besten in zwei Stufen, wie Wichlas empfiehlt. Zuerst gilt es – wie bei trockener oder normaler Haut – mit schonenden, also tensidefreien, ph-neutralen und rückfettenden Reinigungsmitteln Rückstände zu entfernen. Danach sollte man die Haut mit einem Wattepad und einer Lösung, die entzündungshemmend und antiseptisch, also keimabtötend wirkt, nachreinigen.

So wichtig ist die richtige Reinigung
„In der fettigen Haut halten sich Schmutzpartikel und Erreger besonders gut, so kann es leichter zur Bildung von Unreinheiten und Entzündungen in Form von eitrigen Pickeln kommen, wenn nicht mit einer Lotion zusätzlich gegen die Erreger vorgegangen wird“, sagt Wichlas. Zur Vorbeugung von Unreinheiten und Entzündungen sollte man daher sicherheitshalber morgens und abends den Fettfilm entfernen.

Empfindliche Haut
Empfindliche Haut reagiert besonders sensibel auf Umwelteinflüsse, wie Luftverschmutzung, Hitze, trockene Luft, kalte Luft oder Sonneneinstrahlung – Rötungen, Schuppungen, Juckreiz, Spannungen & Co können die Folgen sein.

So reinigen Sie richtig
Die Devise heißt auch hier: Mittel verwenden, die frei von Tensiden sowie ph-neutral sind und vor allem rückfettend wirken.

So wichtig ist die richtige Reinigung
Wer empfindliche Haut auf diese Art und Weise beim Säubern mit Mitteln versorgt, die die Schutzfunktion der Haut bzw. den Säureschutzmantel und den Fettfilm stärken, tut viel dafür, von den genannten Irritationen verschont zu bleiben. Durch die Reinigung wird die empfindliche Haut auch gestärkt und kann ihre Aufgaben besser erfüllen.

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Spezialreinigung für die Haut
Was bringen Peelings & Co?

Peeling
Mit Peelings – grobkörnigen oder filmartigen Substanzen, die auf die Haut aufgetragen und anschließend abgerubbelt werden – wird die Oberhaut von Verschuppungen und Verhornungen befreit. „An Körperstellen, die bei vielen Menschen schuppen und verhornen wie Ellenbogen, Knie oder Fußsohlen, kann man ein- bis zweimal pro Woche ein Peeling durchführen.“ So wird die Haut nicht nur dünner und empfänglicher für nachfolgende Pflegeprodukte, sondern auch glatter und schöner. „Wer im Gesicht zu Schuppungen und Verhornungen neigt, sollte einmal pro Woche ein Peeling machen“, sagt Wichlas.

Mikrodermabrasion
Bei der Mikrodermabrasion, die von Dermatologen oder speziell geschulten Kosmetikern durchgeführt werden sollte, werden mit einem Spezialgerät mechanisch Hautschichten abgetragen, wobei sich die Tiefe variieren lässt. Die Methode bewirkt je nach Grad des Eindringens in die Haut eine Minderung von Großporigkeit, Unreinheiten, Akne und auch Zeichen der Hautalterung wie Pigmentierungen und Fältchenbildungen.


Fruchtsäurepeeling

Beim Fruchtsäurepeeling wird Fruchtsäure auf die Haut aufgetragen, was dazu führt, dass Hautschichten abgetragen werden: Je nach Fruchtsäuregehalt und Einwirkzeit mehr oder weniger. Fruchtsäurepeelings sollten ebenfalls nur von Dermatologen oder geschulten Kosmetikern durchgeführt werden. Durch Fruchtsäurepeelings können je nach Fruchsäuregehalt und Einwirkzeit Hautunreinheiten, Pigmentierungen oder Fältchen beseitigt werden.

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