Pflegetipps für empfindliche Haut

Juni 2010 | Kosmetik & Pflege

Wie sensible Haut im Sommer gesund bleibt
 
Sie mag keinen Stress. Auf trockene Luft und zu wenig Flüssigkeit reagiert sie beleidigt. Sie ist wählerisch bei Pflege- und Kosmetikprodukten. Einmal in Rage geraten, lässt sie sich nur schwer wieder beruhigen. Was sie gar nicht leiden kann: den Sommer mit zu viel Sonne und zu viel Hitze. Empfindliche Haut scheint ein Eigenleben zu haben. MEDIZIN populär gibt die besten Sommerpflegetipps für die reizbare Diva.
 
Von Mag. Katharina Tentschert

Der Sommer beginnt meistens mit dem Umräumen des Kleiderkastens. Wenn Pullover, Hosen & Co im Schrank ganz weit hinten verschwinden und Platz machen für luftige Kleidung, dann ist er da. Sonne, Licht und Wärme lassen zwar die Seele aufatmen – aber empfindliche Haut hat keine Freude damit: Sie reagiert auf die direkte Sonneneinstrahlung nach Monaten der Lichtabstinenz oftmals gereizt und muss sich erst langsam an die neue klimatische Situation gewöhnen. Gerade Menschen mit sensibler Haut sollten jetzt aufpassen, damit die schönste Zeit des Jahres nicht von Spannungsgefühl, Reizungen und Rötungen begleitet wird.
Von sensibler bzw. empfindlicher Haut sprechen die Dermatologen dann, wenn die Haut auf äußere Reize wie Sonne, Hitze und Kälte stark reagiert. Dabei spielt der Hauttyp eine wesentliche Rolle. Menschen mit heller Haut sind eher gefährdet als z. B. der mediterrane Hauttyp, der immer einen braunen Teint hat und nie einen Sonnenbrand bekommt. Empfindliche Haut braucht eine spezielle Pflege und einen besonderen Schutz, vor allem an heißen Sommertagen.

Hier die besten Tipps:

Tipp 1
Verwenden Sie rückfettende und durchfeuchtende Pflegeprodukte.

„Die Anwendung von rückfettenden und feuchtigkeitsbindenden Lokaltherapeutika und Pflegeprodukten kann trockener Haut entgegenwirken,“ rät Dr. Eva Eggl-Tyl, Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten in Wien. Verwenden Sie Produkte, die keine Duft- oder Konservierungsstoffe enthalten. Dabei sind vor allem spezielle Produktlinien aus der Apotheke empfehlenswert.

Tipp 2
Duschen Sie lieber, anstatt ein Vollbad zu nehmen.

„Grundsätzlich ist das Duschen einem Vollbad vorzuziehen. Denn die Substanzen, die die Durchfeuchtung der Haut gewährleisten, können durch das Wasser herausgelöst werden, wodurch eine Austrocknung der Haut begünstigt wird“, so die Dermatologin. Jedoch ist gegen ein gelegentliches Vollbad bzw. ein Wellnesswochenende mit Sauna, Whirlpool & Co nichts einzuwenden. Vergessen Sie aber nicht auf die spezielle Pflege (siehe Tipp 1) im Anschluss!

Tipp 3
Verwenden Sie Waschnüsse statt Waschpulver.

Wussten Sie, dass Schwitzen ein physiologischer Vorgang ist, der die Haut grundsätzlich nicht reizt? Es sei denn, durch das Schwitzen werden Waschmittelrückstände oder ähnliches aus der Wäsche gelöst, die ihrerseits zu einer Irritation der Haut führen können. Verwenden Sie z. B. Waschnüsse, die biologische Alternative zu Waschpulver. Sollten Sie unter starkem bzw. übermäßigem Schwitzen leiden, dann kontaktieren Sie bitte einen Hautarzt für eine individuelle Behandlung.

Tipp 4
Pflegen Sie die Haut nach jeder Haarentfernung.

Ob Rasieren, Wachsen oder Laserenthaarung: Grundsätzlich muss jeder für sich die individuell passende Methode finden, wobei Kosten, Zeitaufwand, Handhabung sowie die individuelle Reizung der Haut zu berücksichtigen sind. Beispielsweise ist das Rasieren kostengünstig, leicht anzuwenden und nicht schmerzhaft. Auf der anderen Seite wird die Haut – vor allem im Unterschenkelbereich – durch das gleichzeitige „Abschaben“ der Schutzschicht sehr trocken. Hingegen verursacht die Laserenthaarung keine Austrocknung bzw. Reizung der Haut und bietet ein lang anhaltendes Ergebnis. Der Nachteil: Die Methode ist teuer, und man benötigt mehrere Sitzungen. Achtung: Gehen Sie bitte nur zu einem ausgebildeten Spezialisten! Grundsätzlich gilt: „Nach allen Behandlungsformen empfiehlt sich eine durchfeuchtende Pflege der Haut.“

Tipp 5.
Vermeiden Sie langes Sonnenbaden.

Falten, Pigmentverschiebungen und Hauttumore: Das UV-Licht beim Sonnenbaden, aber auch beim normalen Tageslicht, beeinflusst das Aussehen der Haut. Denn UV-Strahlen beschleunigen alle natürlichen Alterungsvorgänge der Haut. „Prinzipiell ist zu sagen, dass man die Sonnenexposition möglichst gering halten sollte. Auch Solarienbesuche fördern die lichtinduzierte Hautalterung,“ warnt die Dermatologin. Was viele unterschätzen: Auch im Schatten erreichen die Sonnenstrahlen die Haut. Wasser, Sand und andere reflektierende Oberflächen erhöhen die Strahlenbelastung nochmals.

Tipp 6
Achten Sie auf einen typgerechten Sonnenschutz.

Um die sonnenbedingte Hautalterung und Sonnenbrand zu verhindern, ist es wichtig, Sonnenpflegeprodukte zu verwenden, die einen ausreichenden, typgerechten Schutz vor UVA- und UVB-Strahlen bieten. „Menschen mit sensibler Haut sollen Sonnencremen mit reflektierenden Wirksubstanzen verwenden“. Achten Sie auf duft- und konservierungsfreie Produkte. Tragen Sie das Sonnenschutzmittel mindestens 20 Minuten vor dem Sonnenbad auf. Wiederholen Sie den Vorgang alle zwei Stunden. Meiden Sie die direkte Sonne zwischen 11 und 16 Uhr.

Tipp 7
Tragen Sie spezielle Sonnenschutzkleidung.

Für Personen mit sensibler Haut und vor allem für Babys und Kleinkinder gibt es im Handel spezielle Sonnenschutzkleidung. Bitte vergessen Sie nicht auf Kopfbedeckung und Sonnenbrillen.

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Haut: Schutzschicht des Körpers

Die Haut ist das größte Organ des menschlichen Körpers, das zahlreiche Funktionen übernimmt. In erster Linie handelt es sich um eine Barrierefunktion, die den Stoffaustausch zwischen Umwelt und Organismus vor allem durch die Hornschicht hemmt. Das Fasergeflecht der Lederhaut bietet einen mechanischen Schutz, die Melaninpigmentierung einen Schutz vor dem UV-Licht, Haarkleid und Fettpolster einen Schutz vor Hitze bzw. Kälte. Einen Schutz vor Mikroorganismen bietet das trockene und saure Milieu der Hautoberfläche, der sogenannte Säureschutzmantel. Darüber hinaus hat die Haut eine immunologische Schutzfunktion.
„Die Reißfestigkeit und Geschmeidigkeit der Hornschicht und damit die Funktionstüchtigkeit sind an einen konstanten Durchfeuchtungsgrad gebunden. Dieser wird durch ein Gemisch von Aminosäuren, Harnstoff und anderen Substanzen aufrechterhalten“, so Dr. Eva Eggl-Tyl, Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten in Wien. „Bei Austrocknung schrumpft die Hornschicht, wird rissig, irritierbar und schuppig.“ Das geschieht im fortgeschrittenen Alter, aber auch bei trockenem Klima, übermäßigem Kontakt mit Wasser und beibestimmten Krankheiten wie z. B. Neurodermitis.

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Pflegetipps für empfindliche Babyhaut

  • Generell gilt in der Babypflege: Weniger ist mehr! Verwenden Sie Reinigungs- und Pflegeprodukte sparsam.
  • Babys sollten nicht zu oft, und dann auch nur kurz gebadet werden.
  • Verwenden Sie milde Produkte. 
  • Reagiert die Haut Ihres Kindes dennoch, dann probieren Sie nicht wahllos andere Pflegeprodukte aus, sondern kontaktieren Sie Ihren Kinderarzt bzw. einen Hautarzt, der eine spezielle, für Ihr Kind maßgeschneiderte Pflege zusammenstellen wird.

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