Schöne Haut mit 30, 40, 50 Jahren

Oktober 2010 | Kosmetik & Pflege

Die richtige Hautpflege ist eine Frage des Alters
 
Der Hauttyp bleibt Frauen nicht ein Leben lang treu: Er verändert sich im Lauf der Jahrzehnte und mit ihm verändern sich die Bedürfnisse der Haut. Für MEDIZIN populär erklärt der Dermatologe Dr. Sebastian Reischle, was Sie tun und lassen sollten, damit Ihre Haut ab 30, 40 und 50 Jahren schön und gesund bleibt.
 
Von Mag. Sabine Stehrer

Pflege mit 30+

Was passiert?
Ab dem 30. Lebensjahr nimmt die Fett- und Talgproduktion der Haut schneller ab als in den Jahren davor. Die Gesichtshaut wird langsam dünner und damit empfindlicher. Sie neigt zur Bildung von Trockenheitsfältchen.

Was tun?
„Ein ausreichender Schutz der Haut vor äußeren Einwirkungen durch Sonnenbestrahlung, aber auch durch andere Wettereinflüsse ist jetzt besonders wichtig“, sagt Dr. Sebastian Reischle. Hochwertige Sonnenschutzmittel sind angesagt, die Schäden durch eine zu intensive UVA- und UVB-Bestrahlung verhindern. Zusätzlich gut: Die direkte Sonnbestrahlung meiden, wenn sie besonders kräftig ist – in unseren Breitengraden ist das mittags zwischen 12 und 14 Uhr der Fall. Auch vor extremer Kälte und trockener Luft, wie sie z. B. in geheizten Räumen vorkommt, sollte man die Haut nun mit entsprechenden Pflegeprodukten schützen. Reischle: „Gegen Kälte helfen Kälteschutzcremen, und hält man sich oft und lang in trockener Luft auf, kann man abends hin und wieder ein Pflegeöl auf die angefeuchtete Haut auftragen und über Nacht einwirken lassen.“

Was lassen?
Die Finger lassen sollte man in den Jahren vom 30. bis zum 40. Lebensjahr laut Reischle noch von Anti-Aging-Mitteln. Reischle: „Die Haut gewöhnt sich sonst zu früh daran, das Fett über die Hautpflegeprodukte geliefert zu bekommen und reduziert die eigene Produktion von Fett, was die Faltenbildung begünstigen kann.“

Pflege mit 40+

Was passiert?
So wie die Haut weiter dünner und empfindlicher wird und die Fett- und Talgproduktion weiter abnimmt, verlangsamen sich nun auch die Stoffwechselprozesse in den Zellen. Mit 20 bis 30 Tagen brauchen die Hautzellen nun deutlich länger für die Erneuerung als noch in den ersten drei Lebensjahrzehnten. Schwankungen im Hormonhaushalt, die Vorboten des Eintritts in die Wechseljahre, trocknen die Haut zusätzlich aus. „So werden bestehende Falten tiefer und neue Fältchen kommen hinzu“, sagt Reischle.

Was tun?
Neben ausreichendem Schutz der Haut vor der Sonne und anderen wetterbedingten Belastungen sollte man der Haut nun Anti-Aging-Mittel gönnen. Diese können Stoffwechselprozesse in der Haut vorantreiben, die Fett- und Talgproduktion ankurbeln und die Zellerneuerung beschleunigen. Reischle: „Zusätzlich zur täglichen Pflege mit Anti-Aging-Mitteln sind nun einmal wöchentlich Feuchtigkeitsmasken oder Feuchtigkeitskonzentrate in Form von Ampullen für die Gesichtshaut und für die Haut um die Augen und an den Lippen empfehlenswert.“ Sie können Trockenheitsgefühle und die Faltenbildung reduzieren.

Was lassen?
„Vermeiden sollte man, die Produkte in die Gesichtshaut einzumassieren“, sagt Reischle. „Besser für die Haut zwischen 40 und 50 ist es, alle Pflegemittel einzuklopfen.“ Außerdem besser: Peelings höchstens einmal pro Woche machen und die Haut dabei nicht durch Rubbeln strapazieren.

Pflege mit 50+

Was passiert?
Die Haut nimmt weiter an Dichte ab, die Stoffwechselprozesse verlangsamen sich weiter, die Hautzellen erneuern sich nur noch alle 30 bis 40 Tage. Weil parallel und im Zuge der Wechseljahre auch die Produktion des weiblichen Sexualhormons Östrogen abnimmt, das die Feuchtigkeitsproduktion der Haut positiv beeinflusst, verliert die Haut zunehmend an Elastizität und Spannkraft und wird immer trockener. Reischle: „Dadurch wird die Haut auch anfälliger für die Bildung von Trockenheitsekzemen.“

Was tun?
Die Haut ab 50 Jahren will verwöhnt werden, und zwar schon bei der Reinigung. Reischle: „Beim Reinigen sollte man darauf achten, dass die Mittel der Haut keine Feuchtigkeit entziehen.“ Die tägliche Pflege sollte aus dem sanften Einklopfen von reichhaltigen Cremen oder Ölen bestehen, die auf die angefeuchtete Haut aufgetragen werden. „Die altersgerechte Pflege ergänzt nun die wöchentliche Anwendung von Produkten, die Feuchtigkeit spenden, die die Zellerneuerung ankurbeln und darüber hinaus vor negativen Umwelteinflüssen schützen“, sagt Reischle.

Was lassen?
Reischle: „Peelings wendet man in den Jahren ab 50 am besten nur noch alle zwei bis drei Wochen an, und die Produkte sollten sehr sanft sein, damit die Haut durch die Anwendung nicht zusätzlich belastet wird.“ Werden die obersten Hautschüppchen zu häufig entfernt, trocknet die Haut eher aus – und die Gefahr, dass sich Trockenheitsekzeme bilden, nimmt zu.

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Selbsttest:
So erkennen Sie Ihren Hauttyp

Um herauszufinden, welchen Hauttyp man hat, wäscht man sich das Gesicht mit einem hautschonenden Reinigungsmittel und trocknet sich ab.

  • Glänzt die Haut zwei Stunden später, so als ob sie von einem Fettfilm überzogen wäre, zählt man zum fettigen Hauttyp.
  • Glänzt sie nur auf der Stirn, auf der Nase und am Kinn, also in der sogenannten T-Zone, dann ist die Haut eine Mischhaut.
  • Glänzt die Haut nirgends und fühlt sie sich gut an, dann ist sie normal.
  • Spannt die Haut und fühlt sie sich trocken an, dann ist sie trocken.
  • Haben sich in der kurzen Zeit bereits Rötungen gebildet, spannt und juckt die Haut, so ist sie sensibel.

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Normal, fettig, trocken, sensibel: Wie entsteht der Hauttyp?

„Von der Geburt bis zum zehnten Lebensjahr hat die große Mehrheit der Kinder eine trockene und sensible Haut“, weiß der Dermatologe Dr. Sebastian Reischle. Gekennzeichnet ist diese z. B. durch Rauigkeit, Spannungsgefühle, leichte Schuppungen und Juckreiz. Hauptursachen für die trockene Haut bei Kindern sind zu häufiges Baden oder Waschen und der Aufenthalt in der trockenen Luft geheizter Räume. Reischle: „Ab dem zehnten Lebensjahr und bis zum Einsetzen der Pubertät verändert sich durch die Veränderungen im Hormonhaushalt auch die Haut, und es entsteht der individuelle Hauttyp.“ Bei der Entstehung spielen die Gene eine Rolle: Sie bestimmen zu 25 Prozent mit, welchen Hauttyp man bekommt: normale, fettige, trockene, sensible oder Mischhaut.
Dieser Hauttyp bleibt zirka zwei Jahrzehnte bis zum 30. Lebensjahr mehr oder weniger konstant. „Im Lauf der folgenden Jahre wird aus normaler Haut, fettiger Haut und Mischhaut meistens eine trockene, empfindliche Haut, Fältchen und Falten entstehen“, sagt Reischle. Wie schnell diese Veränderungen ablaufen, wird wiederum zu einem Viertel von den ererbten Genen bestimmt und zu etwa 75 Prozent von äußeren Einflüssen wie dem Ausmaß der Sonnenbestrahlung und den Wettereinflüssen, denen man ausgesetzt ist. Reischle: „Extreme Witterungsbedingungen wie große Kälte oder Trockenheit und zu viel Sonnenbestrahlung schädigen die Haut, indem sie sie austrocknen.“ Auch übermäßiger Alkohol- und Tabakkonsum lassen die Haut schneller altern. „Beides schränkt die Durchblutung der Haut ein, wodurch sich die Hautzellen langsamer erneuern und die Haut schneller altert“, sagt Reischle.

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