Alfred Komarek

November 2010 | Prominente & Gesundheit

„Wenn ich an einem Buch arbeite, lebe ich eher ungesund“
 
Wir kennen ihn als Drehbuchautor für die ORF-Reihe „Universum“, als Gestalter der legendären Hörfunk-Sendung „Melodie exklusiv“ sowie als Buchautor von Krimireihen mit Simon Polt und Daniel Käfer als Helden, die auch verfilmt und wiederholt im Fernsehen gesendet wurden. Nun hat Alfred Komarek ein Buch geschrieben, das unter dem Titel „Anstiftung zum Innehalten“ erschienen ist. Im Gespräch mit MEDIZIN populär erzählt der vielfältige Medienmacher, der wechselweise im Salzkammergut, in Wien und im Weinviertel wohnt, warum er das Buch geschrieben hat, wie er sich nach arbeitsreichen Zeiten erholt, was er für seine Gesundheit tut, was er macht, wenn es ihm seelisch einmal nicht so gut geht, und warum seine Bücher in Zukunft dünner sein werden.
 
Von Mag. Sabine Stehrer

MEDIZIN populär
Herr Komarek, wie sind Sie darauf gekommen, eine „Anstiftung zum Innehalten“, wie der Titel Ihres jüngsten Buches lautet, zu verfassen?

Alfred Komarek
Das Buch so zu nennen, war die Idee des Verlags, die mir sehr gut gefallen hat. Denn ich sehe das Buch durchaus als Sammlung von autobiographischen Geschichten an, die ich als Rezepte für das Innehalten verstehe. Also dafür, wie das geht, mehr vom Leben zu haben, indem man nicht immer alles so wichtig nimmt und nicht glaubt, immer alles auf der Stelle erledigen zu müssen. Die Rezepte sind übrigens nicht nur für meine Leser gedacht, sondern ich habe sie auch für mich selber geschrieben (lacht).

Fällt Ihnen das Innehalten schwer?
Zugegebenermaßen halte ich das Nichtstun nicht lange aus, ohne dass sich dabei mein Kopf nach und nach mit immer mehr Ideen und Phantasien füllt und mit immer konkreter werdenden Gedanken an neue Projekte und ihre baldige Umsetzung.

Nach arbeitsreichen Zeiten brauchen Sie also offenbar nur wenig Erholung.
Ganz so ist es nicht. Denn wenn ich ein Buch schreibe, begebe mich für ein halbes Jahr oder auch länger sozusagen in Einzelhaft – und lebe eher ungesund: Ich setze mich in der Früh um sieben an den Schreibtisch und stehe abends um 19 Uhr wieder auf. Währenddessen habe ich Rückenschmerzen vom vielen Sitzen. Ich ernähre mich schlecht, trinke zu viel Kaffee und habe deswegen Magenprobleme und einen zu hohen Blutdruck. Ist das Buch dann fertig, brauche ich viel Bewegung, um wieder in Einklang mit mir selbst zu kommen und mich wohlzufühlen. Wenn ich im Salzkammergut bin, gehe ich dann Wandern und fahre Rad. Bin ich in Wien, gehe ich durch die Stadt, bin ich im Weinviertel, spaziere ich durch die Weingärten. So gehe und radle ich mich sozusagen vom Stress frei.

Wie ernähren Sie sich denn, wenn Sie nicht im Stress sind?
Normalerweise schaue ich darauf, dass ich viel Gemüse und viel Salat zu mir nehme und alles frisch einkaufe und koche, was mir gut schmeckt. Denn ich denke, was mir schmeckt, das tut mir auch gut. Ich mag zum Beispiel sehr gern Gerichte aus der Wiener Küche, die nicht zu wuchtig sind, oder die ich mir selber fettarm zubereite, ich mag aber auch Asiatisches.

Sie wohnen unter anderem auch im Weinviertel in einem Presshaus mit Weinkeller. Haben Sie eine besondere Beziehung zum Wein?
Den trinke ich hin und wieder gerne. Aber er muss schon sehr gut sein, und dann genieße ich ihn auch sehr, was ja auch gesund sein soll.

Was tun Sie sonst für Ihre Gesundheit, gehen Sie zum Beispiel zu Vorsorgeuntersuchungen?
Meine Hausärztin hat mich kürzlich darauf aufmerksam gemacht, dass ich das einmal tun sollte. Jetzt gibt es immerhin ein aktuelles Blutbild. Bisher war ich da nachlässig. Da bin ich wohl wie die meisten Männer. Ein Jäger und Sammler geht sich nicht vorsorglich untersuchen lassen (lacht). Ich denke, die meisten Frauen sind diesbezüglich vernünftiger.

Was machen Sie, wenn es Ihnen psychisch einmal nicht so gut geht?
Dann suche ich Hilfe. Aber die Hilfe weiß nicht, dass sie eine Hilfe ist. Also ich treffe mich mit Freunden, sage denen aber nicht: Du mir geht es nicht gut, sondern freue mich über ihre Gesellschaft, unterhalte mich mit ihnen, und dann geht es mir erfahrungsgemäß gleich wieder besser.

Welches Buch schreiben Sie als nächstes?
Im Kopf arbeite ich derzeit an zwei neuen Büchern, in denen es um Österreich gehen wird. Demnächst werde ich auch damit beginnen, physisch daran zu arbeiten. Ich habe mir aber vorgenommen, dass meine Bücher in Zukunft dünner sein werden. Denn mit meinen 65 Jahren will ich mir das viele Schreiben nicht mehr antun. Und eigentlich bin ich ein fauler Mensch, der gar nicht so viel arbeiten will.

 

Buchtipp:
Alfred Komarek, „Anstiftung zum Innehalten“,
160 Seiten, Styria Verlag, 2010, ISBN 978-3-222-13297-1
Euro 19,80

Ausgabe 11/2010

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