Jördis Steinegger

Mai 2012 | Prominente & Gesundheit

„Beim Training habe ich mir in den letzten Jahren nichts geschenkt“
 
Sie ist Österreichs schnellste Schwimmerin und als solche in allen Disziplinen firm: Brust, Delphin, Freistil, Rücken, Lagen. Das Ticket für die Fahrt zu den Olympischen Sommerspielen nach London hat sie daher auch schon längst in der Tasche – und den Wunschtraum von einer Olympiamedaille im Kopf. Im Interview mit MEDIZIN populär erzählt die 29-jährige Wahl-Linzerin, die auch schon an den Olympischen Spielen 2008 in Peking teilgenommen hat, mehrfache österreichische Rekordhalterin und 91-fache Staatsmeisterin ist, wie sie sich auf die Wettkämpfe vorbereitet, was sie am Schwimmen nicht so gern mag und wie sie sich ihre Zukunft ausmalt.
 
Von Mag. Sabine Stehrer

MEDIZIN populär
Frau Steinegger, Sie schwimmen schon seit Ihrem elften Lebensjahr wettkampfmäßig und haben unglaublich oft gesiegt. Was war denn für Sie der bisher schönste Sieg?

Jördis Steinegger
Das war ganz eindeutig mein erster Sieg bei Staatsmeisterschaften. Da war ich 14 und habe die 400 Meter Freistil in vier Minuten und 29 Sekunden geschafft. Das war schon ziemlich gut und hat mich sehr dazu motiviert, beim Schwimmen zu bleiben. Natürlich habe ich mich aber auch über die vielen anderen Siege gefreut.

…und die größte Freude
wäre ein Sieg bei den bevorstehenden Olympischen Spielen in London?
(lacht) Mein Wunschtraum ist, dort überhaupt irgendeine Medaille zu holen! Aber das traut man sich fast nicht auszusprechen, obwohl ich mir in den vergangenen Jahren im Training wirklich nichts geschenkt habe.

Wie sieht denn Ihr typischer Trainingstag aus?
Ich stehe jeden Tag um 5.45 Uhr auf und fahre dann ins Olympiazentrum Oberösterreich auf der Gugl. Dort schwimme ich von 6.30 bis 9 Uhr. Danach habe ich Standeskontrolle, weil ich ja Heeresleistungssportlerin bin. Dann trainiere ich dreimal in der Woche eineinhalb Stunden in der Kraftkammer, dann ist Mittagspause, in der ich meistens ein bisschen schlafe. Nach der Pause mache ich jeden Tag ein Zirkeltraining oder Gymnastik und von 16 bis 18.30 Uhr schwimme ich wieder. Manchmal bin ich sogar noch länger im Wasser und komme auf sechs bis sieben Stunden Schwimmen am Tag. So bin ich zuletzt beim Training auf Zypern binnen drei Wochen auf 300 Kilometer Schwimmen gekommen.

Gibt es etwas, das Sie am Schwimmen gar nicht mögen?
Ich habe ein Problem, wenn das Wasser zu kalt ist. Denn friere ich schnell. Und manchmal stört mich, dass ich durch das viele Schwimmen immer eine eher trockene Haut und vom dauernden Fönen auch eher spröde Haare habe.

Halten Sie sich an einen speziellen Ernährungsplan?
Ich nehme Zusatznahrung zu mir, die u. a. aus Mineral- und Nährstoffen besteht und mir vom Arzt empfohlen wurde. Ansonsten richte ich mich grundsätzlich danach, was mir mein Körper sagt. In der Früh mag er etwa sehr gern Haferschleim, und ansonsten ist er ein Fleischfan. Nudeln esse ich nur in kleinen Portionen, und Pizza nur dann, wenn sie nicht so fett ist. Ich sollte nämlich auf mein Gewicht schauen. Denn alles, was ich zuviel am Körper habe, muss ich schließlich mit mir durchs Wasser ziehen.  

Sie sind 29 Jahre alt und schon so viele Jahre im Leistungssport – bemerken Sie an sich bereits körperliche Verschleißerscheinungen?
Sicher, das gehört dazu, wenn man so lange in der Weltklasse sportelt. Verletzungen, die passieren, wenn ich z. B. bei einer Wende mit der Hand ungünstig am Beckenrand aufschlage, tun länger weh als früher. Außerdem habe ich öfter einmal Probleme mit den Schultergelenken. Manchmal denke ich mir, ich werde schon etwas morsch (lacht). Trotzdem bin ich scheinbar im besten Hochleistungssportleralter, da ich mich noch immer verbessere.

Wissen Sie schon, was Sie nach Ihrer Karriere im Profisport tun werden?
Ganz genau weiß ich das noch nicht. Früher wäre ich immer gern Zahnärztin geworden, aber ich finde, für das lange Studium, das dafür nötig ist, ist es jetzt zu spät. Ich denke eher daran, Schwimmtrainerin zu werden, und entweder Kinder zu trainieren oder auch Senioren. Wichtig wäre mir auf jeden Fall, im Sportbereich tätig sein zu können und anderen Menschen das Gefühl dafür vermitteln zu können, wie gut einem Sport tut.

 

Webtipp:
www.joerdissteinegger.com

 

Ausgabe 05/2012

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