Michaela Dorfmeister

Dezember 2012 | Prominente & Gesundheit

„Skifahren macht mir gar keinen Spaß mehr“
 
Sie ist zweifache Olympiasiegerin, Doppel-Weltmeisterin, gewann den Gesamtweltcup, je zweimal den Abfahrts- und den Super-G-Weltcup und einmal den Weltcup im Riesenslalom: Mit dieser Bilanz zählt sie zu den erfolgreichsten österreichischen Skirennläuferinnen. Seit sechs Jahren ist Michaela Dorfmeister außer Dienst. Nun gibt sie das, was sie im Sport gelernt hat, in Seminaren an andere weiter. Im Gespräch mit MEDIZIN populär erzählt die mittlerweile 39-Jährige, warum sie das Skifahren heute gar nicht mehr reizt, wie sie sich stattdessen fit hält, und wie sie ihrer Tochter und anderen Kindern Freude an einem gesunden Lebensstil vermittelt.
 
Von Mag. Sabine Stehrer

MEDIZIN populär
Frau Dorfmeister, die Skisaison ist da. Wieviel Zeit verbringen Sie denn jetzt noch auf der Piste?

Michaela Dorfmeister
Mir macht es gar keinen Spaß mehr, unter Freizeitsportlern ganz normal eine Piste hinunterzufahren. Deswegen fahre ich nicht mehr Ski. Wenn überhaupt, dann gehe ich dieses Jahr nur mehr mit dem Snowboard auf die Skipiste, weil das Snowboardfahren für mich noch eine Herausforderung darstellt.

Kehrt die Lust aufs Skifahren zurück, wenn Sie sich die Rennen der Profis im Fernsehen anschauen?

Die schaue ich mir inzwischen nur noch deswegen an, weil ich als Kolumnistin darüber schreibe. In den ersten beiden Jahren nach meinem Rücktritt war das noch anders, da habe ich noch richtig mit den Rennläuferinnen mitgefiebert und mir manchmal gedacht, dass ich da jetzt auch noch mithalten könnte. Vielleicht habe ich mir da sogar noch ein bisschen gewünscht, auch an den Start gehen zu können. Zugleich wusste ich natürlich, dass es vollkommen unrealistisch ist, ein Skirennen auch nur halbwegs gut zu fahren, ohne ein ganzjähriges hartes Training hinter sich zu haben und körperlich wie seelisch vollkommen fit zu sein.

Und so kümmern Sie sich seit Ihrem Karriereende um die Fitness anderer, vor allem der Kinder und Jugendlichen. Wie kommt’s?

Kinder und Jugendliche zum Sport zu bringen, ist mir sehr wichtig. Wenn man das gute Gefühl, das man beim Sport hat, von klein auf kennt, fällt es einem leichter, auch als Erwachsener in Bewegung zu bleiben. Und das schützt bestimmt vor der einen oder anderen Krankheit, tut der Psyche gut und verbessert das Leben insgesamt.

Sie selbst verbessern Ihr Leben bestimmt mit einem umfangreichen Trainingsprogramm?

Nein (lacht)! Aber seit ich bemerkt habe, dass ich schnaufen muss, wenn ich vom Keller in den ersten Stock gehe, mache ich wieder mehr. Ich trainiere an Fitnessgeräten und laufe gern. Zum Glück kann ich das noch machen, weil ich im Gegensatz zu vielen anderen in all den Jahren im Leistungssport keine Verletzungen und Verschleißerscheinungen davongetragen habe.

Sie halten auch Seminare ab, in denen Sie vermitteln, wie man Ziele mit der Kraft der Gedanken besser erreicht.

Wie wichtig war die gute mentale Leistungsfähigkeit bei Ihren Siegen?
Bei meinen Olympiasiegen, die mein größter Stolz sind, weil ich nach Misserfolgen im Jahr davor eigentlich schon zurücktreten wollte, war sie sehr wichtig. Da hatte ich die Vision, dass ich es allen und mir selbst unbedingt noch einmal zeigen wollte, und das ist gelungen. Bei anderen Siegen war es vermutlich auch so, da die Unterschiede in der körperlichen Leistungsfähigkeit bei den Läufern nur mehr sehr gering sind. Denken Sie nur an die Zeiten, die sich ja oft nur durch 1000stel- und 100stel-Sekunden unterscheiden.

Verraten Sie uns einen Trick, um die mentale Kraft zu stärken?

Es beginnt schon damit, wie man in den Tag startet. Man ist schon stärker, wenn man sich selber im Spiegel anlächelt und lobt. Oder wenn man zumindest kurz einmal am offenen Fenster frische Luft einatmet oder in die Natur hinausgeht. Denn die Natur ist ein großer Energielieferant.

Und wie stärken Sie Ihre Gesundheit?

Ich schaue darauf, dass ich mein Normalgewicht halte und gesund esse. Bei uns kommt viel Obst und Gemüse auf den Tisch, das wir inzwischen reichlich im eigenen Garten ernten. Damit will ich auch meiner Tochter Lea vorleben, wie man sich gesund ernährt. Das ist mir bis jetzt offenbar gelungen, denn obwohl sie erst drei Jahre alt ist, schneidet sie sich einen Apfel auf, wenn sie Lust auf Süßes hat. 

 

Ausgabe 12/2012

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