Pfeffer: gesunder Scharfmacher

November 2013 | Ernährung & Genuss

Dass dieses Gewürz Pep hat, sagt schon der (englische) Name, Pepper. Zudem hat der Scharfmacher im Gegensatz zum Salz als Universalgewürz seinen Stellenwert in der gesunden Ernährung beibehalten. Ob schwarzer, grüner, weißer oder roter Pfeffer: Hinter der bunten Vielfalt steckt ein und dasselbe Pfefferkorn, das sich jedoch hinsichtlich Reifegrad bzw. Verarbeitung unterscheidet. Der schwarze Pfeffer ist dabei aufgrund seiner Würz- und Heilkraft die unangefochtene Nummer eins.
MEDIZIN populär über fünf gute Gründe, (noch) öfter zur Pfeffermühle zu greifen
 
Von Mag. Alexandra Wimmer

1. Weil er die Durchblutung anregt

Pfeffer ist zwar nicht so scharf wie „Würzkollege“ Chili; das enthaltene Piperin, das für die Schärfe sorgt, wirkt aber ähnlich wie das Capsaicin in Chili und Paprika anregend. Im Gehirn lösen die Scharfstoffe einen Schmerzimpuls aus, auf den der Organismus u. a. mit der vermehrten Ausschüttung von Endorphinen und einer gesteigerten Durchblutung reagiert. „Piperin fördert die Durchblutung in Mund, Magen und im gesamten Verdauungstrakt. In der Folge werden mehr Speichel und Magensaft produziert“, erklärt die Amstettener Diaetologin Mag. Manuela Brandstetter. Die Stimulation von Speichel und Magensaft wirkt appetitanregend und damit gegen Appetitlosigkeit.

2. Weil er beim Verdauen hilft

Das Gewürz ist aber nicht nur Appetizer, sondern auch Verdauungshilfe: Das Mehr an Magensäften führt dazu, dass die Speisen besser und schneller verdaut und verwertet werden. „In Studien konnte man nachweisen, dass durch das Pfeffern die Zeit, die der Speisebrei vom Mund bis in den Darm braucht, die sogenannte gastrointestinale Transitzeit, verkürzt wird“, erklärt Brandstetter. Pfeffer vermag einen trägen Darm anzukurbeln und macht fette Speisen bekömmlicher.

3. Weil er vor Krankheiten schützt

Das ist längst nicht alles: „Durch das Mehr an antibakteriell wirksamem Magensaft wirkt das Gewürz außerdem keimtötend und senkt zum Beispiel das Risiko für bestimmte Magen- und Darmerkrankungen“, ergänzt die Diaetologin. Als Turbo für den Organismus stärkt Piperin weiters das Herz-Kreislaufsystem sowie die Abwehrkräfte. „Auch eine fiebersenkende Wirkung wird dem Pfeffer nachgesagt“, so Brandstetter. Gerade jetzt in der kalten Jahreszeit erfreut man sich zudem seines wärmenden Effekts – und genießt eine Tasse Gewürztee mit Pfeffer, Zimt, Nelken und anderen wärmenden Gewürzen.

4. Weil er Zellen gesund hält

Darüber hinaus wirkt Pfeffer oxidativem Stress entgegen, der uns frühzeitig altern lässt und krank machen kann. „Man hat herausgefunden, dass Pfeffer in den Zellen als Radikalfänger wirkt“, bestätigt Brandstetter. Ob er auch hilft, schweren Erkrankungen wie Krebs vorzubeugen, ist derzeit Gegenstand verschiedener Untersuchungen. „In einigen Studien zeigt sich, dass Pfeffer gegen Zellveränderungen wirken und damit Einfluss auf die Tumorentwicklung nehmen kann“, so die Expertin.

5. Weil er den Geschmack verstärkt  

Nicht zuletzt punktet Pfeffer als natürlicher Geschmacksverstärker: „Durch seinen durchblutungsfördernden Effekt hat er eine ähnliche Wirkung wie Glutamat“, so die Diaetologin. „Weil die Geschmacksknospen besser durchblutet werden, kann man den Eigengeschmack von Speisen besser wahrnehmen.“

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Magenprobleme, Medikamente:
Bitte Vorsicht!

Verwenden kann man den Allrounder Pfeffer für alle Gerichte, die man auch mit Salz würzt. „Anders als beim Salz muss man sich jedoch nur in wenigen Fällen Sorgen wegen einer nachteiligen Wirkung machen“, weiß die Diaetologin Mag. Manuela Brandstetter. Wann man besser nicht zur Pfeffermühle greift? „Immer dann, wenn eine beschleunigte Transitzeit der Nahrung nicht erwünscht ist, zum Beispiel bei Durchfall“, betont Brandstetter. Auch jene, die unter Gastritis oder einem Magengeschwür leiden, sollten besser nicht pfeffern.
„Aktuelle Untersuchungen zeigen außerdem, dass sich durch größere Mengen Pfeffer die Bioverfügbarkeit von Medikamenten erhöht“, ergänzt Brandstetter. Wer regelmäßig Medikamente einnehmen muss, sollte Pfeffer im Übermaß vermeiden. „Sonst kann es sein, dass dann die Medikamente schneller und stärker wirken“, warnt die Expertin. Normale Mengen sind kein Problem.

 

Stand 11/2013

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