Gesunde Handpflege

November 2013 | Kosmetik & Pflege

So bekommen Sie Haut- und Nagelprobleme in den Griff
 
Sie hantieren unentwegt, werden gewaschen, geschüttelt, sind Sonne, Kälte, Keimen und mehr ausgesetzt: unsere Hände. Der Non-Stopp-Einsatz führt nicht selten zu Problemen mit Haut und Nägeln – einmal mehr jetzt in der kalten Jahreszeit. Mit richtiger, gesunder Pflege bekommen Sie sie in den Griff.
 
Von Mag. Alexandra Wimmer
  • Raue Haut

„Reibeisen-Hände“ können viele Ursachen haben, angefangen bei der alltäglichen Beanspruchung. Diese wiegt auch deshalb schwer, weil unsere Greifwerkzeuge schon hinsichtlich der „Ausstattung“ benachteiligt sind: „Die Haut hat an den Händen weniger Talgdrüsen als anderswo und kann sich deshalb weniger gut schützen“, erklärt die Wiener Dermatologin Univ. Prof. Dr. Jolanta Schmidt. Jetzt in der Grippezeit, wenn regelmäßiges Händewaschen Pflicht ist, hat sie einige zusätzliche „Waschgänge“ zu verkraften.
„Durch das Händewaschen wird der Haut Fett und Feuchtigkeit entzogen“, nennt Schmidt die problematische Folge. Besonders in den ersten 30 Minuten nach einem Waschgang ist die Haut empfindlich: „Bei Verwendung einer normalen Seife kommt es dann zur Veränderung des pH-Werts“, berichtet die Dermatologin. „Dadurch wird ein wichtiger Hautschutz, die Lipidbarriere, verändert.“ Durch Trockenheit bedingte feine Risse werden dann etwa zur Eingangspforte für Erreger.
Neben der Handwäsche machen Umwelteinflüsse wie Kälte die Haut rau und spröde. „Auch durch die UV-Bestrahlung im Sommer trocknet die Haut aus, selbst wenn man Sonnenschutzcremen aufträgt“, ergänzt Schmidt.

Tipp: Tages- und Nachtpflege
„Fettreiche Cremen, sogenannte Wasser-in-Öl-Emulsionen, eignen sich generell besonders gut für die Handpflege“, sagt die Dermatologin. Balsam für raue Hände sind auch „den Cremen beigemengte Öle wie Oliven- oder Mandelöl“. Dasselbe gilt für den Harnstoff Urea, ein natürlicher Hautbestandteil, der Handcremen gern zugesetzt wird. Wie beim Gesicht kann man die Hände zudem mit einer speziellen Tages- und Nachtpflege verwöhnen: Während man untertags besonderen Wert auf den UV-Schutz legen sollte und eine schnell einziehende Pflege von Vorteil ist, sollte die Haut in der Nacht ganz besonders viel Fett abkriegen. „Der hohe Fettanteil der Handcreme ermöglicht ein besseres Eindringen aller enthaltenen Wirksubstanzen“, ergänzt Schmidt.
„Und die Haut wird in der Nacht über einen längeren Zeitraum von acht bis zehn Stunden mit gesunden Substanzen und Vitaminen versorgt.“ Mit einem Handpeeling hin und wieder, entfernt man Hautschüppchen und bereitet die Hände optimal für die Pflege vor. Gut gepflegte, geschmeidige Hände sorgen schließlich für ein angenehmes Hautgefühl und schützen gegen äußere Einflüsse. 

Häufiges Händewaschen schadet nicht nur der Haut, sondern macht auch die Nägel spröde. Außerdem kann ein Mangel an bestimmten Nährstoffen (z. B. von Eisen, Kalzium, Biotin) zu brüchigen Nägeln führen.

Tipp: Schutzlack, Nahrungsergänzung
„Ist die Handwäsche die Ursache für spröde Nägel, empfehle ich das Auftragen eines Schutzlacks“, sagt  Schmidt.
Im Fall eines Nährstoffmangels, kann man die Nägel von innen her aufbauen: „Es gibt gute Nahrungsergänzungsmittel, die Vitamine wie Biotin, natürliche Antioxidantien und Kieselsäure enthalten, welche die Nägel kräftigen“, sagt Jolanta Schmidt. „In besonders schwerwiegenden Fällen sollten auch die Kalzium- und Vitamin D-Spiegel untersucht werden.“
Wichtig ist auch die richtige Nagelpflege: Am besten werden die Nägel gefeilt und zwar im trockenen Zustand, also vor dem Duschen oder Baden. Werden beim Lackieren ein Unterlack (verhindert Verfärbungen) und ein Überlack (macht Farbe besser haltbar) aufgetragen, müssen die Nägel seltener ablackiert werden – ein Stressfaktor weniger.  

  • Eingerissene Nagelhaut

Nicht nur ein kosmetisches, sondern ein zum Teil schmerzhaftes Problem ist eingerissene Nagelhaut. Ein möglicher Grund: besonders empfindliche (Nagel)Haut. „Auch eine falsche Maniküre kann dazu führen, beispielsweise wenn man die Nagelhaut zu stark zurückschneidet oder sie beim Zurückschieben mit einem Metallinstrument irritiert“, ergänzt die Fachärztin.

Tipp: Vitaminöle
Aufbauend und stärkend wirken Öle mit Vitamin B oder E, die man in die betroffene Zone einmassiert.

„Ab etwa dem 50. Lebensjahr wird die Haut zunehmend trockener – das gilt ganz besonders für die Haut an den Händen“, nennt Jolanta Schmidt ein weiteres „handfestes“ Problem. Schließlich nimmt der Eigenschutz der Haut mit den Jahren ab. „Je älter der Mensch wird, desto mehr reduziert sich die ohnehin geringere Talgdrüsenfunktion an den Händen“, beschreibt es die Expertin. „Das trifft ganz besonders jene, die von vornherein eine empfindliche Haut haben.“

Tipp: Vitamin E und B

Anti-Aging-Cremen mit den enthaltenen UV-Lichtschutzfiltern und Antioxidantien arbeiten der Hautalterung entgegen. Indem sie entzündungshemmend wirken, sind speziell Vitamin E und B echte Anti-Aging-Vitamine. Schließlich sind Entzündungsprozesse in den Hautzellen eine Mitursache für den Alterungsprozess. „Vitamin E verhindert etwa, dass durch die UV-Strahlung im Sommer Entzündungsprozesse in Gang gesetzt werden“, nennt Schmidt ein Beispiel. „Außerdem wirken die Vitamine zellstimulierend und rückfettend, was sich positiv auf Erscheinungsbild und Hautgefühl auswirkt.“
Wunderwirkstoff schlechthin ist das „Hautvitamin“ Dexpanthenol, eine Vitaminvorstufe, die in unserem Körper an Stoffwechselprozessen beteiligt ist; als Wirkstoff in Cremen spendet es Feuchtigkeit und hilft beim Aufbau einer gesunden Haut mit.

  • Pigmentflecken

„Wenn man älter wird, kommt es in individuell unterschiedlicher Ausprägung zu Pigmentflecken an den Händen, im Gesicht und am Dekolleté“, so Schmidt. Dabei handelt es sich um Sonnen- oder Altersflecken, wie sie im Volksmund wenig charmant bezeichnet werden. „Diese Pigmentflecken sind Ausdruck für eine gestörte Hautfunktion“, erklärt die Dermatologin. „Sie weisen beispielsweise darauf hin, dass die Haut sich nicht mehr ausreichend gegen UV-Licht schützen kann und die Reparaturmechanismen in den Zellen teilweise gestört sind.“

Tipp: Kojisäure, Vitamin C

Was gegen die unschönen Altersmale hilft? „In der Apotheke sind fertige, pigmentaufhellende Cremen erhältlich, die etwa Kojisäure, Lipo-Hydroxysäure und UV-Filter enthalten“, erklärt Schmidt. Kojisäure ist Bestandteil verschiedener Pilze wie dem Schimmelpilz; Lipo-Hydroxysäure wirkt als oberflächliches Peeling, und UV-Filter schützen vor einer neuerlichen unerwünschten Pigment-Reaktion. Eine Verbesserung tritt meist nach rund zweimonatiger Anwendung ein.
Und was hat es mit dem Hausmittel Zitronensaft als Fleckenentferner auf sich? „Zitronensaft enthält Vitamin C, das gegen Pigmentflecken hilft“, so die Ärztin. Praktischer ist eine vom Hautarzt verschriebene Creme, die Vitamin C in hochdosierter Form enthält.

 

Stand 11/2013

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