Jazz Gitti

Januar 2013 | Prominente & Gesundheit

„Mühsam ist diese Krankheit leider schon.“
 
„I wü alles“, lautet der Titel eines ihrer aktuellen Songs. Und der passt perfekt zu ihrer künstlerischen Laufbahn, machte sie doch nicht nur als Sängerin der Band „Drahdiwaberl“ und als Solistin Furore, sondern auch als energiegeladene Entertainerin und komödiantische Schauspielerin. Derzeit tourt Jazz Gitti wieder als Sängerin durch Österreich und arbeitet an einer neuen CD. Im Gespräch mit MEDIZIN populär erzählt die 66-jährige Martha Butbul – so ihr bürgerlicher Name –, wie sie es trotz Niederlagen im Leben schaffte, optimistisch zu bleiben, wie sie sich für ihre Auftritte fit hält, und wie sie mit der Zuckerkrankheit umgeht, an der sie schon lange Zeit leidet.
 
Von Mag. Sabine Stehrer

MEDIZIN populär

Sie leiden schon seit langer Zeit an Diabetes mellitus Typ II, man hat aber nicht den Eindruck, dass Sie die Krankheit sonderlich einschränkt?

Jazz Gitti

Ich habe die Krankheit wohl von meiner Mutter geerbt, und die ist daran gestorben. Ich bin froh, dass es heute gute Behandlungsmöglichkeiten gibt, die mich am Leben halten. Aber ich wäre natürlich noch viel glücklicher, wenn ich die Krankheit morgen nicht mehr hätte. Denn es grüßt mich täglich das Murmeltier. Womit ich sagen will, dass es langweilig und mühsam ist, was ich machen muss. Nur wenn ich mich nicht daran halte, droht die Unterzuckerung, und da geht es mir dann schlecht. Also muss ich täglich mehrmals meinen Blutzucker messen, muss regelmäßig Insulin nehmen und über all das ein Tagebuch führen. Außerdem muss ich  beim Essen nicht nur auf die Kalorien schauen, sondern ich muss zusätzlich immer darauf achten, wie viele Kohlenhydrate ich zu mir nehme.

Das klingt kompliziert…

(Lacht) Na, gar so schlimm ist das nicht, weil ich für mich ja schon verinnerlicht habe, was alles zum Beispiel in meinem Frühstück steckt, vor dem ich übrigens gerade sitze.

Was gibt es denn?

Wie fast immer drei Scheiben Roggenbrot mit Putenschinken, Salatgurken und Tomaten. Manchmal gibt es auch Streichkäse oder ein Ei. So habe ich bis zum frühen Nachmittag keinen Hunger. Da gibt es dann meistens einen großen Salat. Abends esse ich viel Gemüse, und ein-, zweimal in der Woche ein Stück Fleisch mit Salat. Wenn ich zwischendurch einmal einen Gusto auf Kuchen oder Eis habe, kasteie ich mich aber nicht, sondern esse das einfach und spare die Kohlenhydrate und Kalorien später wieder ein.

So halten Sie Ihr Gewicht?

Schön wär’s! (lacht) Aber im Großen und Ganzen, ja. Seit ich vor einigen Jahren 20 Kilo abgenommen habe, nehme ich heute höchstens ab und zu fünf oder sechs Kilo zu, aber nicht mehr. Wenn es so weit gekommen ist, halte ich so lange eine Diät, bis ich die Kilos wieder los bin.

Wäre es nicht besser, Sport zu betreiben?

Da bin ich ein bisschen eingeschränkt, weil ich ein Problem mit den Bandscheiben habe. Aber natürlich mache ich einiges, um fit genug für meine Auftritte zu sein. Zum Beispiel mache ich ein spezielles Krafttraining, fahre viel Rad und gehe auch zum Nordic Walking und Schwimmen. Was ich als nächstes ausprobieren möchte, ist Zumba. Das ist für Ältere wie mich sehr gut, und ich stelle es mir sehr lustig vor!

Haben Sie ein Geheimrezept, nach dem Sie sich von Ihren Auftritten erholen?

Wenn ich sehe, wie den Leuten taugt, was ich mache, ist das wie eine anregende Droge für mich (lacht). Da brauche ich nicht die große Erholung. Natürlich bin ich nach den Auftritten müde, aber eben so, wie ein Kind abends müde ist, wenn es den ganzen Tag gespielt hat, „guat miad“, wie man so sagt. Da reicht mir schon, dass ich mich noch ein bisschen auf die Coach lege, bevor ich ins Bett gehe, oder ich lasse mir ein Bad ein, gebe einen guten Duft ins Wasser und entspanne mich so. Nur nach einer Zeit, in der wir wirklich sehr viel gearbeitet haben, fahren Roman, mein Lebensgefährte und Manager, und ich zur Erholung für ein paar Tage in irgendein Thermenhotel.

Sie haben in Ihrem Leben ja schon einiges mitgemacht, Auswandern, eine Scheidung, die Rückkehr nach Österreich, das Wieder-Fuß-Fassen, ein Scheitern als Wirtin et cetera, haben aber offenbar nie Ihren Optimismus verloren. Wie geht das?

Das ist einfach. Ich mache nur das, worauf ich Lust habe, habe Freude an meinem Beruf und Privatleben. Freunde treffen etwa, ein richtiger Frauentratsch ab und zu – das braucht man hin und wieder, weil das gut für die Seele ist.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Das, was ein Songtitel von meiner CD „Pures Leben“ verspricht, nämlich: „Im Leben nur das Beste“ (lacht).

 

Ausgabe 01/2013

 

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