Dicke Luft?

Januar 2015 | Leben & Arbeiten

Gesunde Tipps für ein gutes Raumklima
 
Von Mag. Sabine Stehrer

Kuscheln bei 22 Grad!

Ist es draußen kalt, wollen wir es drinnen, scheint’s, umso wärmer haben: „Viele heizen die Innenräume auf sommerliche 25 bis 28 Grad auf“, kritisiert Assoz. Prof. DI Dr. Hans-Peter Hutter, Umweltmediziner an der Medizinischen Universität Wien. In derart überhitzten Räumen sinkt die Luftfeuchtigkeit rasch unter 30 Prozent, und das wird gefährlich. Hutter: „Dann trocknen die Schleimhäute der Atemwege aus, was sie anfälliger für die Angriffe von Viren und Bakterien macht, die beispielsweise Erkrankungen wie Erkältungen oder Grippe übertragen.“ Auch die Augen werden trockener, können jucken und sich röten, Augenentzündungen drohen.

Gesunder Tipp:
Wohnräume auf 20 bis maximal 22 Grad Celsius aufzuheizen, im Schlafzimmer am besten auf 18 Grad.

Stoßlüften nach Plan!

Damit es schön warm bleibt, lassen  wir im Winter die Fenster hübsch geschlossen und vergessen dabei: „Jedes Mal, wenn wir einatmen, nehmen wir Sauerstoff auf und atmen Kohlenstoffdioxid aus“, erinnert Umweltmediziner Hutter. Wird die Luft den ganzen Tag nicht ausgetauscht, nimmt der Gehalt an Kohlendioxid drastisch zu. „Das führt zu einem Leistungsabfall, wir können uns nicht mehr gut konzentrieren, bekommen oft auch Kopfschmerzen“, nennt Hutter einige Folgen dicker Luft.

Gesunder Tipp:
Stoßlüften nach Plan, das heißt, Fenster etwa alle drei bis vier Stunden weit aufmachen und etwa fünf Minuten lang offen lassen.

Duftkerzen nach Maß!

Weniger lüften und dafür die Räume beduften – eine fatale Wintertradition:
„Durch den Verbrennungsprozess, den man beim Anzünden von Duftkerzen und Räucherstäbchen oder bei der Inbetriebnahme von Duftöllampen in Gang setzt, entstehen massenhaft ultrafeine Staubpartikel“, warnt Hutter. Wenn man Raumsprays verwendet, verteilen sich auf diese Art Duftstoffe und andere Chemikalien in der Raumluft. „Durch Duftstoffe und Feinstaubpartikel können die Atemwege gereizt werden“, verdeutlicht Hutter die Konsequenzen übermäßiger Beduftung. Wie sich das dauernde Einatmen von Duft- und Begleitstoffen mittel- und langfristig auf die Atemwege auswirkt, ist kaum erforscht.

Gesunder Tipp:

„Sicherheitshalber sollte man die Räume höchstens hin und wieder beduften, und auch dann nur sparsam“, empfiehlt der Umweltmediziner.

Für Feuchtigkeit sorgen!

Die trockene Luft in beheizten Räumen setzt nicht nur den Schleimhäuten zu, sie „kann auch müde machen und die Stimmung verschlechtern“, weiß Hans-Peter Hutter. Darum sollte man die Stoßlüftungen mit einer weiteren Maßnahme zur Verbesserung des Raumklimas verknüpfen und mit Hilfe von (stets gut gereinigten) Luftbefeuchtern, Zimmerbrunnen, Zimmerpflanzen oder gefüllten Wasserschalen, die man auf Heizkörper stellt, für ausreichende Luftfeuchtigkeit sorgen. Einfach und effizient: Wäsche im Raum trocknen lassen.

Gesunder Tipp:

Die Luftfeuchtigkeit sollte zumindest zwischen 35 und 40, im Idealfall zwischen 45 bis 55 Prozent liegen.

Keine Chance dem Schimmel!

Zu warm soll es drinnen nicht sein – aber auch nicht zu kühl: „Temperaturen, die so niedrig sind, dass man fröstelt, schwächen das Immunsystem, und man wird anfälliger für Krankheiten.“ Aber nicht nur das: „Wenn die Wände auskühlen, können Kältebrücken entstehen, wo sich besonders leicht Schimmel bildet“, so Hans-Peter Hutter. Und Schimmel an der Wand führt über kurz oder lang zu Atemwegserkrankungen. Bei Asthmatikern oder Hausstaubmilbenallergikern können sich durch den Aufenthalt in verschimmelten Räumen zudem die Symptome verschlimmern.

Gesunder Tipp:

„Die Temperatur nicht unter 17 Grad sinken lassen“, empfiehlt Hutter.

Raucher, bitte vor die Tür!

Was zu jeder Jahreszeit Gift fürs Raumklima ist, wiegt im Winter, wenn weniger gelüftet wird, umso schwerer: Rauchen. „Die Schadstoffe, die sich im Tabakrauch befinden, bleiben in der Luft“, warnt Hutter. So atmet man sie immer wieder ein und nimmt die gesundheitsschädigenden Substanzen aus Zigaretten & Co mehrfach auf. Immer mehr Studien belegen, dass Passivrauchen die Gesundheit vor allem der Kinder auf vielfache Art und Weise schädigen kann. So sind sie z. B. häufiger von Atemwegserkrankungen und Allergien betroffen als der Nachwuchs von nicht rauchenden Eltern.

Gesunder Tipp:

Besonders kleinen Kindern zuliebe sollte man aufs Rauchen in den eigenen vier Wänden verzichten.

Stand 01/2015

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