Frauenhaut & Männerhaut

Juni 2016 | Kosmetik & Pflege

9 häufige Probleme und was dagegen hilft
 
Von Mag. Sabine Stehrer

Fettige Haut
Fettige Haut – das Problem kann Frauen und Männer gleichermaßen treffen, Männer neigen jedoch aus mehreren Gründen (siehe „Frauenhaut
& Männerhaut – die 3 größten Unterschiede“, unten) eher dazu als Frauen. Fettige Haut entsteht, wenn die Haut viel Talg und Schweiß produziert und der daraus gemixte Fettfilm dick ausfällt. Eine Fettschicht auf der Hautoberfläche ist aber nötig, um die Haut vor Austrocknung zu bewahren. Daher heißt es, im Kampf dagegen sorgsam zu sein, betont die Wiener Allgemeinmedizinerin und Spezialistin für ganzheitliche und ästhetische Medizin Dr. Monika Fuchs.

Was hilft?
Fuchs: „Auch die fettige Haut muss mit Feuchtigkeit versorgt werden, daher sollte man für die Reinigung und die Pflege feuchtigkeitsspendende Produkte verwenden, die für fettige Haut gedacht sind, und zum Beispiel zusätzlich talgbindend wirken oder die Haut mattieren.“   

Pickel und Pusteln
An Pickel und Pusteln leiden beide Geschlechter gleichermaßen und vorrangig in der Pubertät: Denn an der Akne in ihren unterschiedlichen Ausprägungen von der unreinen Haut bis hin zum pickelübersäten Gesicht, Rücken oder Dekolleté sind die Sexualhormone schuld. „Zu unreiner Haut bis hin zu schwerer Akne kann es aber in jedem Lebensalter kommen“, so Fuchs. Frauen sind etwa oft während einer Schwangerschaft oder den Wechseljahren neuerlich davon betroffen.

Was hilft?

Wer ein Problem mit Pickel und Pusteln hat, dem rät die Medizinerin, sich vom Hautarzt helfen zu lassen und erklärt auch, warum: „Unreine Haut kann zugleich fettig, trocken oder empfindlich sein und benötigt daher ein maßgeschneidertes Programm für die Reinigung und Pflege.“ Das erstellt am besten der Arzt – der auch weiß, ob zusätzliche Maßnahmen wie eine Medikamenteneinnahme zielführend sind.

Eingewachsene Haare
Dieses Problem ist vorrangig Männersache, erklärt der Wiener Allgemeinmediziner und Dermatologe Dr. Andreas Schindl und ergänzt, warum das so ist: „Zu eingewachsenen Haaren kommt es nach der Rasur, meist im Gesicht, die Haare krümmen sich nach dem Rasieren und wachsen mit der Spitze wieder in die Haut hinein.“ Dadurch entzündet sich die Haut, produziert Eiter, Beulen bilden sich, was schmerzhaft und unschön ist. Oder die Haare wachsen erst gar nicht aus der Haut heraus, weil die Hornhaut sehr dick ist, und die Haut entzündet sich. Nach der Enfernung der Körperhaare in anderen Körperarealen können Haare ebenfalls einwachsen, wovon auch Frauen betroffen sind.

Was hilft?
Zur Entfernung eines eingewachsenen Barthaars empfiehlt Schindl, es mit einer Pinzette herausziehen und die entzündete Stelle mit einer desinfizierenden Lösung wie beispielsweise Rasierwasser zu betupfen. Des Weiteren gut, so Schindl: „Männer, die öfter eingewachsene Barthaare haben, sollten sich eher elektrisch als nass rasieren.“ Denn bei der Elektrorasur werden die Haare weniger scharf abgeschliffen und wachsen daher nicht so leicht wieder ein. Wenn ein Haar gar nicht erst aus der Haut herauswächst, weil die Hornhaut so dick ist, rät Schindl zur Nassrasur sowie Peelings – beides macht die Hornschicht dünner. Dieselben Hilfsmittel empfehlen sich, wenn in anderen Hautbereichen Haare einwachsen.
Der Nassrasur den Vorzug geben – dies hilft  auch Frauen, die nach der Rasur von Beinen, Achseln & Co von eingewachsenen Haaren geplagt werden.    

Reizungen durchs Rasieren

Hautreizungen in Form von schmerzhaften Rötungen oder Pickel nach dem Rasieren sind für Männer doppelt unangenehm, da sie häufig nach der Rasur des – sichtbaren – Gesichts darunter leiden. Nach der Haarentfernung an den Beinen, unter den Achseln und im Intimbereich kennen auch Frauen das Problem.

Was hilft?

Schindl rät betroffenen Männern davon ab, sich mit dem Rasiermesser zu rasieren, da diese Methode die Haut stark belastet. Nassrasierer sollten immer gründlich gereinigt werden, betont der Dermatologe, sind doch an den Klingen verbleibende Stoppeln und Hautschüppchen eine ideale Brutstätte für Bakterien, die zu den Hautproblemen führen. Außerdem sollte man die Klingen nicht so häufig verwenden, da sie, sobald sie stumpf werden, die Haut irritieren. Den Scherkopf von Elektrorasierern gilt es so zu reinigen, wie es in der Bedienungsanleitung vorgesehen ist. Außerdem gut: Rasierschaum und After Shave-Produkte für empfindliche Haut verwenden.
Frauen, die infolge des Rasierens an Hautirritationen leiden, rät Monika Fuchs, vor der Haarentfernung für die Frauenhaut gedachte Pre Shave-Produkte aufzutragen und danach ebensolche After Shave-Produkte zu verwenden. Fuchs: „Im empfindlichen Intimbereich sollten die Haare eher nur gekürzt statt zur Gänze entfernt werden.“ Zusätzlich empfehlenswert: Die Haut mit milden Waschgels reinigen und nach jeder Reinigung mit hautberuhigenden Ölen oder Lotionen pflegen. „Statt zu rasieren, könnte man sich die Haare auch dauerhaft vom Profi mit dem Laser oder Intensed Pulse Light entfernen lassen.“  

Trockene Haut
„Vor allem Frauenhaut neigt zu Trockenheit und ab einem gewissen Alter nahezu jede“, weiß Fuchs. Dies hat hormonelle Gründe: Nimmt die Produktion der weiblichen Sexualhormone, der Östrogene, ab, verliert die Haut an Feuchtigkeit. „Wenn Männer trockene Haut haben, dann eher nicht im Gesicht, sondern am sonstigen Körper“, so Andreas Schindl.

Was hilft?
Laut Fuchs für betroffene Frauen ideal: eine Hautanalyse vom Profi. Denn wenn es um die richtige Pflege von trockener Haut geht, ist wichtig zu wissen: „Ist die Haut trocken, weil sie weniger Feuchtigkeit produziert oder ist sie trocken, weil sie weniger Feuchtigkeit binden kann, da sie weniger Talg produziert?“ Je nach der Problemlage empfehlen sich dann feuchtigkeitsspendende oder rückfettende Reinigungsprodukte. Und dazu entweder Seren, die viel Feuchtigkeit spenden oder Cremen, die Hyaluronsäure, Lipide oder Pflanzenextrakte enthalten, die hautstärkend wirken, wie etwa der Aloe vera. Gegen trockene Haut am übrigen Körper sollte ebenfalls etwas unternommen werden: Möglichst mild reinigen, heißt hier die Devise und mit feuchtigkeitspendenden Mitteln pflegen. Denn, so Fuchs: „Die Trockenheit macht die Haut empfindlicher für Irritationen.“

„Ist Männerhaut am Körper trocken, sind fast immer Duschgels für Männer daran schuld, da diese meist entfettend wirken“, informiert Schindl. „Der Umstieg auf ph-neutrale, rückfettende Produkte hilft.“ Haben Männer im Gesicht trockene Haut, ist der Griff zu Produkten angesagt, die für die trockene Männerhaut gedacht sind.

Ausfallende Haare
Haarausfall, Geheimratsecken, Glatzenbildung – ein klassisches Männerproblem, „das fast immer vererbt wird“, so Schindl. Was genau vererbt wird, ist die Testosteronproduktion: Ist sie hoch, fallen die Haare am Kopf eher aus. Auch Frauen sind von hormonell bedingtem Haarausfall betroffen – wenn im Zuge der Wechseljahre die Produktion der haut- und haarschützenden Östrogene nachlässt. Schindl: „Bei beiden Geschlechtern kann Haarausfall aber auch andere Ursachen haben, zum Beispiel kommt es bei fettiger, schuppender Kopfhaut oder Entzündungen auf der Kopfhaut zu Haarausfall.“

Was hilft?

Männern und Frauen mit hormonell-erblich bedingtem Haarausfall kann, so Schindl, ein Haarwasser helfen, das die Substanz Minoxidil enthält und täglich einmal in die Kopfhaut einmassiert wird. Geht der Haarausfall auf fettige, schuppende Kopfhaut oder Entzündungen zurück, müssen diese Erscheinungen behandelt werden, danach wachsen die Haar wieder.  

Orangenhaut an Bein, Po & Co
Unschöne Dellen an den Oberschenkeln, am Po, auch am Bauch oder den Oberarmen, die der Haut das Erscheinungsbild einer Orangenschale geben: So äußert sich Orangenhaut oder Cellulite – ein klassisches Frauenproblem, von dem Männer so gut wie nie betroffen sind. Fuchs über die wesentliche Ursache: „Das weibliche Bindegewebe ist locker und in paralleler Anordnung vernetzt, damit es sich während einer Schwangerschaft ausdehnen kann.“ So können sich Fettzellen zwischen den Kollagenfasern durchzwängen und an der Oberfläche als unschöne Dellen sichtbar werden.

Was hilft?

Fuchs: „Am hilfreichsten ist ein ganzheitliches Konzept aus lokalen Anwendungen und anderen Maßnahmen.“ Cremen auftragen, die Kollagen enthalten, Bindegewebsmassagen, Lymphdrainagen, Wickel, Schröpfen, eine Mesotherapie, bei der bestimmte Wirkstoffe mit winzigen Nadeln in die Haut eingebracht werden oder eine Stoßwellentherapie zählen dazu. „Man sollte sich aber auch ausgewogen ernähren, viel trinken, und vor allem ein Krafttraining machen“, so Fuchs. Denn durch den Muskelaufbau wird die Fettschicht dünner, und die Dellen werden zumindest unauffälliger.

Übermäßiges Schwitzen

Schwitzen im Übermaß, so, dass sich auf der Kleidung Schweißflecken bilden, Hände oder Füße schweißnass sind – ohne dass eine Krankheit oder hormonelle Veränderungen dahinter stecken: Das ist ein Problem, das Männer und Frauen betrifft, und es ist nicht immer nur ein  ästhetisches. Schindl: „Wenn zum Beispiel alle paar Stunden das Hemd gewechselt werden muss, oder die Hände bei jedem Händedruck triefnass sind, kann dies auch zu Schwierigkeiten im Beruf und Privatleben führen.“

Was hilft?
Laut Schindl können in leichteren Fällen Deos eine Hilfe sein, die die Schweißproduktion verringern. Sind Hände oder Füße betroffen, ist die Leitungswasser-Iontophorese hilfreich – das sind Bäder mit Schwachstrombehandlung. Bei sehr starkem Schwitzen empfehlenswert: Injektionen mit Botox in die betroffenen Hautareale. Schindl: „Botox unterbindet den Impuls für das Schwitzen, den Nervenzellen an die Schweißdrüsen geben.“ Die Wirkung hält sechs bis neun Monate an.

Pigmentflecken auf der Haut

Braune Flecken im Gesicht, am Dekolleté und auf den Händen – sie treten bei Frauen etwas häufiger und früher als bei Männern auf, da weibliche Haut früher altert und die Pigmentflecken, mit den Jahren mehr werden. Außerdem können eine Schwangerschaft und die Einnahme der Pille zu den Altersflecken führen. Fuchs: „Die Hauptursache für die Flecken ist aber zu viel Sonnenbestrahlung ohne Sonnenschutz.“

Was hilft?

„Zur Vorbeugung vor Pigmentflecken hilft ein Schutz vor den UV-Strahlen der Sonne“, so Fuchs. Sind die Flecken einmal da, verblassen sie durch die Anwendung aufhellender Cremen sowie Peelings und spezielle Laser-Behandlungen. Danach wichtig: Ausreichend Sonnenschutzmittel verwenden, sonst kehren die Flecken bald wieder.

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Sonderfall Intimzone –
die 3 besten Tipps zur Pflege

  • Richtig reinigen: Richtig reinigen heißt, den Genitalbereich ein- bis zweimal pro Tag gründlich mit Wasser oder milden Reinigungsmitteln zu waschen.
  • Intimdeos links liegen lassen: Im Genitalbereich entstehen durch Flüssigkeitsabsonderungen Gerüche. Dennoch sollten Frauen wie Männer Intimdeos links liegen lassen, da sie zu Hautschäden führen können.
  • Nein zu „unten ohne“: Schamhaare befinden sich überall dort, wo Haut auf Haut trifft, um die Haut zu schützen. Wer sie gänzlich wegrasiert, riskiert Hautschäden. Besser als „unten ohne“ ist, die Schamhaare werden dort gelassen, wo sie sind und höchstens getrimmt.

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Frauenhaut & Männerhaut
– die 3 größten Unterschiede

  • Frauenhaut ist um bis zu einem Fünftel dünner als Männerhaut und enthält weniger Kollagen, ein Bestandteil des Bindegewebes. Das macht Frauenhaut empfindlicher – und pflegebedürftiger.
  • Männerhaut hat mehr Schweiß- und Talgdrüsen. Schon deswegen, aber auch wegen dem hohen Spiegel am männlichen Sexualhormon Testosteron schwitzen Männer stärker und haben auch eine fettigere Haut.
  • Frauenhaut verliert mit dem Nachlassen der Produktion der weiblichen Sexualhormone Östrogene ihre Spannkraft. Sie kann auch weniger Feuchtigkeit binden, wird trockener. Dadurch altert Frauenhaut früher, Falten werden schneller sichtbar.  

Stand 05/2016

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