Pflege für die Haut im Alter

April 2016 | Kosmetik & Pflege

Ob Falten und Flecken, Schlupflider und Hängebäckchen, brüchige Nägel und Haarausfall: Alles das sind Zeichen der Zeit, die früher oder später jeden treffen. Wie sie sich beseitigen oder wenigstens mindern lassen.
 
Von Mag. Sabine Stehrer

Nicht nur im Gesicht, sondern am gesamten Körper wird die Haut mit den Jahren trockener. „Das gehört zum Alterungsprozess dazu“, erklärt Univ. Prof. Dr. Tamara Kopp vom Juvenis Medical Center in Wien und ergänzt, was der hauptsächliche Grund dafür ist: „Die Haut produziert im Lauf des Lebens weniger Talg, und wird die schützende Talgschicht auf der Hautoberfläche dünner, kann die Haut weniger Feuchtigkeit speichern.“ Diesem  programmierten Zeichen der Zeit lässt sich laut der Dermatologin jedoch mit der richtigen Pflege gut entgegenwirken. Dazu zählen eine Reinigung mit milden Mitteln sowie das Auftragen von Cremen und Ölen, die der Haut Feuchtigkeit zuführen. Kopp: „Wo die Haut besonders trocken ist, etwa an den Ellenbogen, den Schienbeinen oder Füßen, helfen Fettcremen.“ Außerdem empfehlenswert: Auf lange und heiße Bäder und Duschen zu verzichten, denn diese trocknen die im Alter feuchtigkeitsarme Haut nur noch mehr aus.

Falten

Wann das Gesicht beginnt, sich in Falten zu legen, und wie stark sich diese Zeichen der Zeit mit den Jahren ausprägen – das hängt von mehreren Faktoren ab. Das Erbe ist nur einer davon, entscheidender als die Gene sind äußere Einflüsse. „Allen voran die Sonnenexposition“, weiß Kopp und gibt zu bedenken: „Je häufiger und länger sich jemand ungeschützt der Sonne oder den UV-Strahlen im Solarium aussetzt, desto früher wird er faltig sein, und desto stärker werden die Falten ausfallen.“ Auch müssen Raucher früher mit Falten – auch gröberer Ausprägung – rechnen, als Nichtraucher. Dem folgend sind der Verzicht auf das Rauchen und auf Solarienbesuche sowie die Verwendung von Sonnenschutzcremen probate Maßnahmen, sich länger ein glatteres Gesicht zu erhalten. Tamara Kopp kennt aber noch weitere gute Rezepte: „Dazu zählen eine hauttypgerechte Pflege und Cremen, die Vitamin A oder Vitamin E enthalten.“ Fruchtsäurepeelings, vom Arzt durchgeführt, sind ebenfalls hilfreich. Von innen wirken nach der Erfahrung der Medizinerin Betacarotin oder hochdosiertes Vitamin C, die beide das Bindegewebe festigen. Wer noch intensiver gegen die Falten ankämpfen will, ist laut Kopp mit Botox-, Hyaluronsäure-Injektionen oder einem Fadenlifting, bei dem das Gewebe schonend mit Fäden geglättet wird, vorn dran. 

Flecken
Pigmentflecken im Gesicht oder auf den Handrücken – auch sie zählen zu den Alterserscheinungen, die früher oder später jeden treffen. Wie früh Flecken entstehen und wie viele Flecken, hängt im Wesentlichen von der Anzahl und Dauer der Sonnenbäder und von den Genen ab, wird aber auch durch Veränderungen im Hormonhaushalt beeinflusst. Was gegen diese vielfach störenden Zeichen der Zeit hilft? „Bleichcremen beziehungsweise pigmentstabilisierende Cremen lassen die Flecken nach einigen Monaten verblassen“, so Kopp. Der Erfolg hält aber nur an, wenn die Haut konsequent mit Sonnenschutzmitteln vor UV-Strahlen geschützt wird. Dies gilt auch dann, wenn man sich für schnellere Varianten der Entfernung entschieden hat, die Dermatologen anbieten. Kopp: „Dazu zählen Säurepeelings, die Mikrodermabrasion, ein mechanisches Peeling und Behandlungen mit gepulstem Licht.“

Schlupflider
Mit den Jahren erschlafft so wie das gesamte Gewebe des Körpers auch das Gewebe auf der Stirn. Dadurch senken sich die Augenbrauen, Schlupflider formen sich. „Wie stark sie werden, entscheiden vor allem die Gene“, sagt Tamara Kopp und nennt die beste Hilfe gegen diese unliebsamen Zeichen der Zeit: „Gegen Schlupflider empfiehlt sich die chirurgische Lidstraffung, ein kleiner, aber effektiver Eingriff, der zu einem jugendlichen Aussehen und einem strahlenden Blick verhilft.“ Außerdem gut: Die Wirkung hält sehr lang an.  

Tränensäcke

Ob sich unter den Augen Tränensäcke bilden, hat wenig damit zu tun, wie viele Tränen jemand vergießt, sondern geht meist auf eine erbliche Veranlagung zurück – nur selten sind Tränensäcke die Begleiterscheinung einer Krankheit. Auch diese Zeichen der Zeit braucht niemand hinnehmen, beruhigt Kopp: „Sie  lassen sich durch eine kleine Operation auf Dauer beseitigen.“

Hängebäckchen
Den Backen kann mit den Jahren die Schwerkraft zu schaffen machen: So beginnen sie zu hängen, und über den Hängebäckchen entsteht eine Mulde. Wie kommt man diesem Zeichen der Zeit bei, dessen Ausprägung vor allem erblich bedingt ist? Dermatologin Kopp: „Gegen Hängebäckchen können verschiedene Maßnahmen helfen.“ Sind sie noch leicht ausgeprägt, lassen sie sich zum Beispiel durch Hyaluronsäure-Injektionen beseitigen. Hängen die Backen etwas stärker, empfiehlt sich laut Kopp eher ein Fadenlifting, bei dem das Gewebe mit Fäden hochgezogen wird. „Die Fäden lösen sich nach und nach auf, das Gewebe bleibt trotzdem länger in Position“, so Kopp. Hängen die Backen bereits weiter nach unten, rät sie zu einem Minilifting, einem kleinen chirurgischen Eingriff.

Couperose

Wenn sich die Äderchen im Gesicht oder am Dekolleté erweitern, also Couperose entsteht, die störend wirkt, braucht man sich damit nicht abzufinden. Gegen dieses Zeichen der Zeit gibt es ebenfalls Hilfen – nicht nur Tönungscremen, die man täglich aufträgt, um die Äderchen zu überdecken, sondern auch ärztliche Mittel. „Das Erscheinungsbild von Couperose lässt sich mit medizinischen Cremen verbessern, die Azelainsäure oder antibiotische Substanzen enthalten“, sagt Kopp. Zum Verschwinden bringen können die roten Äderchen laut der Dermatologin Lichtimpulse über eine intensiv gepulste Lichttherapie oder eine Lasertherapie. Um den gewünschten Erfolg zu erzielen, sind allerdings jeweils mehrere Behandlungen nötig. Und ist man die Äderchen einmal los, gilt es besser auf einiges zu verzichten, damit sie nicht wiederkehren, so Kopp. „Dazu zählen Saunabesuche, stark gewürzte Speisen, Alkohol im Übermaß, Sonnenbaden ohne Sonnenschutz und Peelings.“

Brüchige Nägel

Dass die Fingernägel mit dem Altern immer brüchiger werden, ist ein weiteres Zeichen der Zeit, das nicht nur unansehnlich wirkt, sondern auch schmerzhaft werden kann, etwa, wenn ein Nagel nahe am Nagelbett abbricht. Gut nur, dass man brüchigen Nägeln etwas entgegensetzen kann. „Zum Beispiel durch Eincremen mit Produkten, die für die Pflege von Händen und Nägeln geeignet sind“, so Tamara Kopp. „Sehr hilfreich sind aber auch medizinische Nagellacke, die die Nägel mit Feuchtigkeit und stärkenden Mineralien versorgen.“

Haarausfall

Der Kopf lichtet sich mit den Jahren – dieses Zeichen der Zeit betrifft nicht nur Männer, auch bei Frauen wird die Haarpracht dünner. Doch Haarausfall braucht heute niemand mehr zu erdulden, beruhigt Kopp alle, die mit dem lichter werdenden Kopf ein Problem haben. „Gegen Haarausfall gibt es verschiedene medizinische Mittel“, so Kopp. Darunter etwa eine Substanz, Minoxidil, die auf den Kopf aufgetragen wird, und die bei Frauen stärker wirkt, wenn Östrogene zugesetzt werden. Als Ergänzung zu dieser Therapie bietet sich laut Kopp eine spezielle Mesotherapie an. „Dabei werden Vitamine und Eigenblut, das mit Blutplättchen angereichert ist und Wachstumsfaktoren beinhaltet, in die Haarwurzeln injiziert.“ Schließlich bleibt noch eine aufwendigere, doch ebenfalls von Erfolg gekrönte Maßnahme: die Haartransplantation.
Abgesehen vom Altern kann Haarausfall noch weitere Ursachen haben. Kopp: „Dazu zählen zum Beispiel Infektionen, Eisenmangel und hormonelle Probleme, wie ein Zuviel an männlichen Hormonen, zu wenig weibliche Hormone oder eine Fehlregulation von Schilddrüsenhormonen.“ Steckt Derartiges dahinter, sind zusätzliche Behandlungen nötig.

Stand 03/2016

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