Trockene Haut?

Januar 2016 | Kosmetik & Pflege

Was hält die Haut gesund und geschmeidig?
 
Schuld sind oft die trockene Heizungsluft und die Kälte: Im Winter ist die Haut besonders anfällig dafür, auszutrocknen, zu spannen, zu schuppen und zu jucken. Was dabei hilft, gut gepflegt durch die kalte Jahreszeit zu kommen und die Haut gesund hält.
 
Von Mag. Sabine Stehrer

In den Spiegel schauen braucht man nicht, um zu erkennen, dass man sie hat: trockene Haut. Macht sie sich doch auch so bemerkbar – spannt, fühlt sich rau an, schuppt und juckt. Wie unangenehm das ist, spüren gerade jetzt im Winter besonders viele – auch Menschen mit ansonsten ganz normaler Haut, die keine Probleme macht, weiß die Salzburger Fachärztin für Dermatologie, Dr. Adelheid Stöger. Denn zu den Faktoren (siehe „Häufige „Hauttrockner“), die trockene Haut häufig verursachen, zählen auch die Bedingungen, denen die Haut jetzt, in der kalten Jahreszeit, ausgesetzt ist. Stöger: „Trockene Heizungsluft und Kälte strapazieren die Haut am gesamten Körper und besonders im Gesicht und trocknen sie aus.“ Für MEDIZIN populär erklärt die Hautärztin, die auch ein Diplom für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) hat, was aus Sicht der Schulmedizin sowie der TCM dabei hilft, gut gepflegt durch die kalte Jahreszeit zu kommen und die Haut gesund hält.

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Häufige „Hauttrockner“:
Vom Altern über das Erbe bis zum Rauchen

Neben den winterlichen Bedingungen mit trockener Heizungsluft drinnen und Kälte draußen gibt es freilich noch weitere „Hauttrockner“. Vor allem eines trocknet die Haut aus: „Das Altern“, sagt Dr. Adelheid Stöger. Warum? „Die Haut verliert mit den Jahren im Zuge des Alterungsprozesses an Elastizität und Feuchtigkeit, und zusätzlich geht die Produktion von Talg und Schweiß zurück“, erklärt Stöger. „So wird der aus Talg und Schweiß bestehende Schutzfilm auf der Haut dünner, wodurch die Oberhaut außerdem noch weniger Feuchtigkeit binden kann.“ Weitere häufige Ursachen für trockene Haut seien eine ererbte Veranlagung, auch hormonelle Veränderungen, übermäßige Hygienemaßnahmen mit zu viel Seife und Duschgel, eine exzessive Verwendung von Kosmetika oder unausgewogene Ernährung, übermäßiger Alkoholkonsum und Rauchen.

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Was hilft, um trockener Haut vorzubeugen?

Schulmedizin

„Aus schulmedizinischer Sicht empfiehlt es sich besonders jetzt im Winter, wo die Haut zum Austrocknen neigt, auf zu langes, heißes Duschen oder Baden zu verzichten“, rät Adelheid Stöger. „Außerdem sollte man beim Waschen, Duschen oder Baden milde Reinigungsmittel auf Ölbasis verwenden, die rückfettend wirken.“ Des Weiteren ratsam, um sich ein unangenehmes Spannen, raue Haut und lästiges Jucken zu ersparen: Die Haut mit einer Öl-in-Wasser-Emulsion mit höherem Ölgehalt pflegen, die idealerweise alkohol-, duft- und farbstofffrei ist. Stöger: „Besser nicht verwenden sollte man Körperlotionen oder eine Körpermilch mit einem hohen Wassergehalt, da diese zu einer Art Dochteffekt führen, also Wasser aus der Haut herausziehen, wodurch die Gefahr für das Austrocknen steigt.“ Um die Kopfhaut zu schützen, sollte man wiederum auf Haarspray, heißes Föhnen und auch auf das Lufttrocknen der Haare verzichten – nur lauwarmes Föhnen tut nun der Kopfhaut gut, bewahrt vor Trockenheit und unschönen Schuppen. Wie alle Reinigungsmittel sollte in der kalten Jahreszeit auch das Haarshampoo besonders mild und schonend sein. Geht es zum Wintersport in die Berge, sind laut Dermatologin Stöger eine Kälteschutzcreme und eine Sonnenschutzcreme mit hohem Lichtschutzfaktor Pflicht – denn die UV-Strahlen der Sonne setzen den sonstigen Belastungen noch eins drauf und erhöhen die Gefahr für Unannehmlichkeiten sowie Unansehnlichkeiten im Gesicht.

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

Stöger: „Aus Sicht der TCM entsteht trockene Haut, wenn das sogenannte Wei-Qi oder Abwehr-Qi geschwächt ist.“ Dem folgend bestehe das Prinzip der chinesischen Therapie darin, Körpersäfte zu erzeugen und das Wei-Qi zu stärken. Dies gelingt laut Stöger zum Beispiel schon, wenn bestimmte Lebensmittel und Gewürze auf den Tisch kommen: Huhn, Schaffleisch und Reis zählen dazu. Auch Rettich, Sojabohnen und Süßkartoffeln sowie Honig und brauner Zucker, Cayennepfeffer und getrockneter Ingwer. Ebenfalls hilfreich seien Gemüse, Obst und weitere Gewürze, die das Blut nähren: schwarze Sojabohnen, Spinat, Pfirsich, Basilikum, Brunnenkresse, Majoran, Pfefferminze.

Was, wenn die Haut bereits spannt, schuppt und juckt?

Schulmedizin
Adelheid Stöger: „Auf sehr trockene Hautstellen trägt man am besten Salben auf, die mit synthetischem Harnstoff, also Urea, angereichert sind, denn Urea bindet die Feuchtigkeit in der Haut.“ Ist die Kopfhaut trocken und haben sich bereits Schuppen gebildet, rät die Dermatologin zur Verwendung sogenannter keratolytischer Shampoos, die schuppenablösend wirken – wodurch das Problem meist nach ein bis zwei Wochen abklingt.

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)
Zusätzlich zur Stärkung des Wei-Qi oder Abwehr-Qi durch jene Nahrungsmittel und Gewürze, die auch der Vorbeugung vor trockener Haut dienen, sieht die TCM bei bereits sehr trockener Haut eine Therapie mit sogenannten Dekokten vor – Tees nach speziellen Rezepturen, wobei die Tees zumeist aus bestimmten Wurzeln, Kräutern oder Blüten bestehen. Außerdem können laut Dermatologin Stöger chinesische Akupunkturbehandlungen die Haut wieder in ihr gesundes Gleichgewicht bringen – und uns gepflegt durch die kalte Jahreszeit kommen lassen.

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Häufige „Begleiter“ trockener Haut:
Vom Austrocknungsekzem bis zu Ichthyosen

Ist die Haut sehr trocken, kann dies zu Hautkrankheiten führen, die zu den meist verbreiteten zählen, „das sind das Austrocknungsekzem beziehungsweise Exsikkationsekzematid und Ekzema craquele mit dem typischen Muster eines Austrocknungsekzems“, informiert Dr. Adelheid Stöger. Bemerkbar macht sich beides dadurch, dass sich eine bestimmte Hautstelle auf einmal schuppt, dass sie juckt, auch etwas gerötet ist. Austrocknungsekzeme können am gesamten Körper auftreten. Oft bilden sie sich aber dort, wo die Haut aufgrund ihrer Beschaffenheit meist besonders trocken ist, also an den Schienbeinen, Armen, den Ellenbogen, auch an den Händen oder auf der Kopfhaut. Verursacht werden Austrocknungsekzeme, wie ihr Name schon sagt, durch die Trockenheit sowie entzündliche Prozesse. Juckreizstillende Mittel lindern die Beschwerden. Los wird man Austrocknungsekzeme laut Stöger am besten, indem man das Hautareal konsequent mit rückfettenden Salben pflegt.  
Mit Hauttrockenheit einher gehen weitere, ebenfalls verbreitete Hautkrankheiten wie die Kontaktdermatitis, ein juckender Hautausschlag, der entsteht, wenn ein Hautareal mit bestimmten Substanzen wie beispielsweise Duftstoffen, Nickel oder Reinigungsmitteln in Berührung kommt. Mit trockener Haut und Juckreiz einher geht auch Neurodermitis bzw. atopische Dermatitis, eine entzündliche Hautkrankheit, die in Schüben auftritt und auf ein überschießendes Immunsystem zurückgeht. Trockene Haut haben zudem Patienten mit Schuppenflechte bzw. Psoriasis, ebenfalls eine schubweise auftretende entzündliche Hautkrankheit, die zu starker Schuppenbildung führt. Auch bei sogenannten Ichthyosen, krankhaften Verhornungsstörungen, ist die trockene Haut ein Begleitsymptom.  

Buchtipp:
Stöger
Hauterkrankungen von A bis Z.
Hilfe mit westlicher Ernährung und nach der TCM

ISBN 978-3-99052-025-3
288 Seiten, € 24,90
Verlagshaus der Ärzte

Stand 01/2016

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