Zeigt her eure Hände!

Februar 2017 | Kosmetik & Pflege

Hilfe bei sechs häufigen Schönheitsproblemen
 
Was tun bei rauen Händen? Altersflecken? Gelenkschwellungen? Für MEDIZIN populär informiert die Wiener Dermatologin Dr. Barbara Franz über sechs häufige Probleme, die der Schönheit unserer Hände abträglich sind, und erklärt, was dagegen hilft.
 
Von Mag. Sabine Stehrer

1. Raue Hände
Die Haut an den Händen fühlt sich an wie Pergament, ist da und dort spröde und rissig, was nicht nur unangenehm ist, sondern auch unschön aussieht: Raue Hände sind ein verbreitetes Problem, weiß Dr. Barbara Franz. „Verursacht wird es fast immer durch falsche Pflege.“ Zu häufiges Händewaschen, die Verwendung von Seifen, die die Haut belasten, Putzen mit aggressiven Reinigungsmitteln, ohne dabei schützende Handschuhe zu tragen: Angewohnheiten wie diese sind es, die vielfach dazu führen, dass die Hände rau werden.

Was hilft?
Hilfreich bei rauen Händen ist laut Dermatologin Franz zum einen, die genannten Belastungen zu vermeiden, also mit Putzhandschuhen zu putzen, die Hände am besten mit milden, ph-neutralen Produkten zu reinigen und nicht zu häufig zu waschen. Zum anderen gilt es, die Hände nach dem Waschen einzucremen. Franz: „Idealerweise mit Produkten, die Urea enthalten.“ Urea, der künstlich hergestellte Harnstoff, hilft der Haut dabei, Wasser zu binden. So erhöht sich der Feuchtigkeitsgehalt der Haut an den Händen und macht sie geschmeidig. Nützen diese Maßnahmen nichts, oder beginnt die Haut zu jucken, sich zu röten, sich zu schuppen oder sich zu verdicken, ist es Zeit, einen Hautarzt aufzusuchen: Dann könnte eine Erkrankung hinter den rauen Händen stecken, wie beispielsweise ein Trockenheitsekzem, das nur mit medizinischen Salben zum Verschwinden zu bringen ist.

2. Brüchige Nägel

Die Nägel brechen und bröckeln oben ab oder reißen an den Seiten ein: Das ist lästig und lässt einen darüber hinaus auch noch ungepflegt erscheinen. „Brüchige Nägel kommen häufig vor“, sagt Franz und nennt die Ursache für das Problem: „Sehr oft verlieren die Nägel ihre Festigkeit durch übertriebene Hygienemaßnahmen.“ Auch der Kontakt mit bestimmten Substanzen, wie sie etwa in Putzmitteln stecken, der ständige Gebrauch von Nagellackentfernern oder, falls die Fußnägel betroffen sind, die mechanische Reizung durch Schuhe, kann schuld an der Misere sein – sowie schlicht das Altern, denn mit den Jahren verlieren die Nägel genau wie auch die Haut ihre Festigkeit.

Was hilft?
Franz: „Bei brüchigen Nägeln sollte man die erwähnten Belastungen vermeiden und zusätzlich ein paar Monate lang spezielle, festigende Lacke oder Tinkturen auf den Nagel auftragen.“ Auf das Lackieren mit herkömmlichem Nagellack oder Schellack, einem speziellen Lack, der mit UV-Licht gehärtet wird, sollte laut Franz währenddessen verzichtet werden, da diese Produkte chemische Substanzen enthalten, die den Nagel nur noch mehr austrocknen. Bringt dies keine Besserung oder sind die Nägel zusätzlich gelb gefleckt, verdickt oder wellig, sollte ein Hautarzt aufgesucht werden. Dann könnte beispielsweise ein Nagelpilz die Ursache für die Beschwerden sein, der nur mit medizinischen Mitteln zu bekämpfen ist. Abgeklärt werden sollte auch, ob ein Nährstoffmangel oder bestimmte Erkrankungen wie eine Schilddrüsenfehlfunktionen hinter den Nagelveränderungen stecken.

3. Altersflecken
Sie bilden sich auf den Handrücken, die hell- bis mittelbraunen Flecken, die an Sommersprossen erinnern. Doch anders als die Punkte im Gesicht, die oft als anziehend empfunden werden, gelten Flecken auf den Händen als unschöne Spuren des Alterns, treten sie doch mit zunehmendem Alter häufiger auf. Bei den einen früher, bei den anderen später sowie in unterschiedlicher Anzahl und Farbintensität, „je nachdem, wie häufig und lang die Hände ungeschützt den UV-Strahlen der Sonne ausgesetzt waren“, so Franz.  

Was hilft?

Franz: „Altersflecken sind heute relativ einfach und vollständig mit einem speziellen Laser, dem fraktionierten CO2-Laser, zu entfernen.“ Vor der Entfernung werden die Handrücken mit einer betäubenden Salbe eingecremt, wodurch das Lasern keine Schmerzen verursacht. Zwei Sitzungen binnen vier Wochen genügen, um die gewünschte Fleckenfreiheit zu erreichen, weiß Franz. Sofern die Handrücken nach der Anwendung konsequent mit Sonnenschutzmitteln geschützt werden, bleibt die Wirkung lebenslang bestehen. Sind die Flecken auf den Handrücken sehr dunkel, rötlich, weiß oder haben sie einen zackigen Umriss, könnten sie bösartig sein: Eine Vorsorgeuntersuchung empfiehlt sich.

4. Falten
Von Fältchen über deutlich sichtbare Linien bis hin zu ausgeprägten Falten, die die Adern hervortreten lassen: Diese Hauterscheinungen auf den Handrücken stören, lassen sie doch nicht nur die Hände, sondern auch einen selbst ziemlich alt aussehen. Franz: „Verursacht werden sie durch den Alterungsprozess, der dazu führt, dass die Haut an Dicke und Elastizität verliert und eben faltig wird.“ Wie früh Falten auf den Handrücken auftreten und wie stark sie sich ausprägen, hängt von den Genen ab, aber auch von Umweltfaktoren wie der Sonnenbestrahlung und der Pflege.

Was hilft?
„Falten auf den Händen können sehr gut entfernt werden“, erklärt Franz. „Zum Beispiel, indem Hyaluron in die Haut injiziert wird.“ Hyaluron, eine Substanz, die der Körper auch selbst bildet, bindet die Feuchtigkeit in der Haut und sorgt dafür, dass die Haut wieder praller wird, Falten verschwinden und die Adern nicht mehr so sichtbar sind. Der Effekt einer Anwendung hält laut der Hautärztinvier bis acht Monate an. Länger wirkt die Eigenblut-Plasmatherapie, auch „Vampir-Lifting“ genannt. Dabei wird entnommenes, eigenes Blut speziell aufbereitet und in die faltigen Hautareale injiziert, wodurch sich die Fähigkeit der Haut, Feuchtigkeit zu binden, verbessert und darüber hinaus noch die Hautregeneration angeregt wird. Sind die Hände schon vor dem 40. Lebensjahr sehr faltig, geht dies nur selten auf eine Erkrankung zurück, oft liegt es schlicht an mangelnder Flüssigkeitszufuhr: Viel Wasser trinken hilft.

5. Gelenkschwellungen
An den Fingergelenken bilden sich Schwellungen, die die Hände alt erscheinen lassen und hin und wieder Schmerzen verursachen. „Davon sind häufig Frauen ab dem 40. Lebensjahr betroffen“, weiß Franz. Verursacht werden solche Schwellungen oft durch Gelenkverschleiß, also Arthrose, aber auch durch Erkrankungen wie Rheuma bzw. Gicht. Franz: „Manchmal lässt sich aber keine Ursache für die Gelenkschwellungen feststellen.“

Was hilft?
„Ist ausgeschlossen, dass die Bildung der Schwellungen auf eine Erkrankung oder Arthrose zurückgeht, und findet sich auch sonst keine Ursache dafür, hilft den Frauen oft das Auftragen von speziellen Gels, die die weiblichen Sexualhormone Östrogene enthalten“, weiß Franz. Dadurch vergehen die Schmerzen, und die Schwellungen bilden sich zurück.

6. Schweißhände

Die Hände glänzen oft vor Schweiß, sind regelrecht nass: Das ist nicht nur für einen selber unangenehm, sondern auch für ein Gegenüber, dem die Hand gegeben wird. Von häufig schweißnassen Händen sind Frauen und Männer jeden Alters gleichermaßen betroffen. „Die Ursache dafür kann Stress oder eine Erkrankung sein“, erklärt Franz. So führen etwa Schilddrüsenfehlfunktionen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu schwitzenden Händen.

Was hilft?
„Wurde eine Erkrankung diagnostiziert, hilft die Behandlung der Erkrankung“, so Franz.
„Ansonsten lässt sich die übermäßige Schweißproduktion drosseln, indem Botox in die Hautoberfläche der Hände injiziert wird.“ Das Nervengift lähmt die Schweißdrüsen, wodurch die Hände schweißfrei bleiben. Die Wirkung hält laut Dermatologin sechs bis acht Monate an.

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Wann zum Arzt?

  • *   Wenn raue Hände jucken, sich röten, schuppen, Verdickungen entstehen.
  • *   Wenn die Nägel brüchig sind und sich zusätzlich gelbliche Verfärbungen, Verdickungen bilden, die Nägel wellig werden.
  • *   Wenn Flecken auf den Handrücken sehr dunkel, rötlich oder weiß sind, sich verdicken, einen zackigen Umriss haben.
  • *   Wenn vor dem 40. Lebensjahr starke Falten auf den Handrücken entstehen.
  • *   Wenn sich die Fingergelenke verdicken und Knötchen entstehen.
  • *   Wenn die Hände häufig schweißnass sind.


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„Visitenkarte“ Hände

Warum gelten die Hände als Visitenkarte? So wie das Gesicht und der Hals sind die Hände fast immer sichtbar, wir arbeiten damit, gestikulieren damit, reichen anderen die Hand. Das Aussehen und Anfühlen der Hände beim ­Händeschütteln entscheidet für viele, ob ihnen ein Gegenüber sympathisch ist oder nicht. Laut Studien von Partnervermittlern spielt der Zustand der Hände zudem bei der Partnerwahl eine entscheidende Rolle: Vor allem für Frauen, aber auch für Männer ist es wichtig, dass der potenzielle Partner schöne, gepflegte Hände hat.

Buchtipp:

Lindlbauer, Bauer
Gesund & schön von Kopf bis Fuß.
Alles über Haut, Haare, Nägel
ISBN 978-3-902552-15-0
250 Seiten, € 19,90
Verlagshaus der Ärzte

Stand 02/2017

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