Vera Russwurm

Juni 2017 | Prominente & Gesundheit

„Ich bewege mich relativ viel“
 
Sie ist eines der wohl bekanntesten Gesichter des österreichischen Fernsehens und erhielt für ihre Arbeit als Talkshowmasterin und Moderatorin mehrere Auszeichnungen, wie bereits dreimal den Publikumsfernsehpreis Romy als beliebteste ihrer Zunft oder den „New York TV-Award“. Dokumentarfilmerin, Buchautorin und journalistisch tätig sowie Absolventin eines Medizinstudiums ist die vielseitige 57-Jährige auch. Im Gespräch mit MEDIZIN populär erzählt sie unter anderem, warum sie nicht mehr daran denkt, Ärztin zu werden, was sie für ihre Fitness und Gesundheit tut und was ihre aktuelle TV-Show „Vera. Das kommt in den besten Familien vor“ sehenswert macht.
 
Von Mag. Sabine Stehrer

MEDIZIN populär
Frau Russwurm, warum soll man sich Ihre TV-Show „Vera. Das kommt in den besten Familien vor“ ansehen?

Vera Russwurm
In meine Show lade ich Gäste ein, die, wie der Name der Sendung schon sagt, etwas erlebt haben, das selbst in den besten Familien vorkommen kann, also in jeder Familie. Etwas, von dem also jeder betroffen sein kann. Im Gespräch mit mir erzählen meine Gäste, was passiert ist, und wie sie das Erlebte bewältigt haben. Zu erfahren, wie andere nach Erlebnissen wie einer Trennung, einer Krankheit, die sie selbst oder einen Angehörigen betraf, oder einem Todesfall aus dem ‚Tunnel‘ wieder herausgekommen sind, wie andere einen Neuanfang geschafft haben – das macht den Zusehern Mut, auch einen Neuanfang zu schaffen, wenn sie sich gerade oder irgendwann einmal in einer ähnlichen Situation befinden.

Ihre Gäste haben also eine Vorbildfunktion…

…Ja, vielen Zusehern hat zum Beispiel der Auftritt von Susanne Juhnke geholfen. Ihr verstorbener Mann Harald Juhnke war ja Alkoholiker und zuletzt an Demenz erkrankt. Sie hat von dem schwierigen Leben an seiner Seite erzählt, das sie sehr belastet hat, und davon, wie schwer die Entscheidung war, ob sie ihn letztlich in ein Pflegeheim geben soll oder nicht. Sie hat es dann getan und bald erkannt, dass das richtig war, denn er hat dort in seiner eigenen Welt weitergelebt, und ihr Leben ist etwas leichter geworden. In mehrfacher Hinsicht beispielgebend war aber auch die Geschichte von Haubenkoch Rudi Obauer. Er hatte einen Herzinfarkt und schilderte, wie er danach auch durch eine Änderung seines Lebensstils wieder gesund wurde, und dass er Anzeichen für den Infarkt nicht ernst genommen hat, etwa oft erschöpft und an der Kippe zum Umfallen war und dennoch weitergearbeitet hat. Da haben sich wohl etliche Zuseher wiedererkannt und sich gedacht, bevor es ihnen auch so geht wie Obauer und es zu einem Infarkt kommt, ändern sie lieber gleich etwas an ihrem Lebensstil.

Unter Ihren Gästen sind auch Menschen, die nicht so prominent und gewöhnt sind, in der Öffentlichkeit zu stehen wie Obauer oder Juhnke. Wie geht es denen nach den Auftritten?

Genauso wie den Prominenten wird auch ihnen häufig von den Zusehern für ihre Offenheit gedankt oder sie erhalten Zuspruch, den neuen Weg weiterzugehen. Das gibt ihnen Kraft.

Ist in Ihrer eigenen Familie etwas passiert, was jemanden aus Ihrer Familie zum Gast Ihrer Show machen würde?

(Überlegt). Den Fall, dass eine schwere Krankheit unter schwierigen Umständen gut bewältigt wurde, gab es in der Familie schon. Aber Verwandte lade ich nicht in meine Show ein.

Ihre Arbeit, auch als Dokumentarfilmerin für die ORF-Sendereihe ‚kreuz & quer‘ wo Sie sich zuletzt Problemen, die ein zu hoher Zuckerkonsum auslöst, oder Fragen rund um Vegetarismus und Veganismus gewidmet haben, ist stark von Gesundheitsthemen geprägt. Sie haben ja auch das Medizinstudium absolviert. Denken Sie manchmal daran, doch noch Ärztin zu werden?

Nein, der Arztberuf ist für mich aus der Welt. Um jetzt noch eine gute Ärztin zu werden, müsste ich sehr viel neu lernen. Außerdem fühle ich mich bei den Medien, also in meinem jetzigen Beruf, sehr wohl. Meine Themen kommen eher aus dem Leben auf mich zu. Der Veganismus und Vegetarismus zum Beispiel, weil sich meine Töchter damit beschäftigt haben, und eine Vegetarierin geblieben ist. Wie ich auf das Zuckerthema gekommen bin, weiß ich gar nicht mehr, vielleicht, weil es meine Sünde ist, dass ich viel Süßes esse? (lacht) Ich esse eigentlich jeden Tag Schokolade oder Kuchen.

Aber wohl nicht ausschließlich?

Nein, mein Mann und ich ernähren uns grundsätzlich gesund. Wir essen viel Gemüse, Obst und Salat und, angeregt durch unsere Töchter, viel weniger Fleisch als früher.

Was tun Sie sonst für Ihre Gesundheit?

Ich bewege mich relativ viel, beispielsweise fahre ich fast nie mit dem Lift, auch dann nicht, wenn ich in den sechsten Stock eines Hauses muss, sondern gehe nahezu immer die Treppen hinauf und auch wieder hinunter. In der Zeit, als die Kinder noch klein waren, habe ich außerdem damit begonnen, unter Anleitung einer Fitnesstrainerin und dank ihrer Motivation, regelmäßig ein Krafttraining zu machen, für Bauch, Bein, Po, die Oberarme, den ganzen Körper. Nicht im Studio, sondern daheim, dafür genügen ja ein paar Hanteln, eine Matte und ein Sprungseil zum Aufwärmen. Nach einigen Jahren hatte ich mich an dieses Training gewöhnt, seither trainiere ich allein. Bei schönem Wetter, und wenn es warm ist, gehe ich auch sehr gern Laufen und Mountainbiken, aber beides nicht mit dem Anspruch, besonders schnell zu sein, sondern weil es mir Spaß macht. Außerdem steht noch ein Trampolin in unserem Garten. Darauf herumzuspringen und Übungen zu machen, ist ganz schön anstrengend, macht aber sehr fit!

Dient Ihnen der Sport auch zur Entspannung?

Auch, ja. Ansonsten ist es mir wichtig, zur Entspannung ausreichend zu schlafen. Ausreichend, das bedeutet ja für jeden etwas anderes, bei mir so acht, achteinhalb Stunden. Aber ich finde es zum Beispiel auch sehr entspannend, bei Sonnenschein durch die Wiener Innenstadt zu spazieren. Oder auch nur auf unserer Terrasse zu sitzen und ins Grüne zu schauen.

Sind das die Momente, wo Sie auf Ideen für eine neue Show, einen neuen Dokumentarfilm oder ein weiteres Buch kommen?

Ein weiteres Buch plane ich derzeit nicht, aber wer weiß, vielleicht kommt plötzlich die Idee dafür auf mich zu! Oder auch für ein anderes Projekt. Das war zumindest bisher immer so!

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Kurz & Persönlich

  • Geboren in Wien
  • Aufgewachsen in Wien
  • Verheiratet mit: Dr. Peter Hofbauer, Direktor des Wiener Theaters Metropol
  • Kinder: drei
  • Lieblingsessen: Schokoladepalatschinken
  • Lieblingsgetränk: Bananen-Milchshake
  • Schönster Ort in Österreich: daheim
  • Bevorzugter Urlaubsort: Teneriffa
  • Lieblingslektüre/Lieblingsautoren: hängt sehr von meiner Stimmung ab, aber immer wieder greife ich zu Stefan Zweig
  • Lieblingsmusik: Soul, Soft-Jazz
  • Hobbys: Sport, Theater, Lesen

Shows & Sendungen

  • „Tritsch-Tratsch“ als Tritsch-Tratsch-Girl mit „Joki“ Kirschner
  • ORF-Jugendsendung „Okay“
  • „Hallo Fernsehen“
  • „Familienfest“
  • „Was wäre wenn“
  • Im Rateteam der Spielshow „Ja oder Nein“ mit Joachim Fuchsberger
  • Streitshow „Duell“
  • Talkshow „Vera“
  • „Schicksalstag“
  • Gesundheitsmagazin „Primavera“
  • „Vera exklusiv“
  • „Vera bei…“
  • „Vera. Das kommt in den besten Familien vor.“


Buchtipp:

Vera Russwurm,
Der Ameisenhaufen
ISBN 978-3-99050-053-8
216 Seiten, € 22,–
Amalthea Signum-Verlag, Wien 2016

Stand 06/2017

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