Schnell frisch aussehen

Januar 2018 | Kosmetik & Pflege

Schönheitstricks für stressige Zeiten
 
Morgens ruft der Job, nachmittags warten Haushalt und Familie, und abends steht noch eine Feier an – in stressigen Zeiten bleibt keine Zeit für langwierige Pflegerituale. Wie Sie mit minimalem Aufwand maximale Effekte erzielen und schnell wieder frisch aussehen: Das zeigen unsere sekunden- bis minutenschnellen Beauty-Tricks.
 
Von Mag. Helga Schimmer

Will man dem Alter ein Schnippchen schlagen, braucht man keine scharfen Geschütze aufzufahren. Oft genügt schon ein Schal in einer Farbe, die dem Typ schmeichelt oder ein Sprühstoß vom richtigen Eau de Toilette. Wussten Sie, dass Menschen, die frische Duftnoten etwa mit Grapefruit oder Zitrone bevorzugen, als jünger eingeschätzt werden?

5 Sekunden
für jugendliche Frische

Doch auch was die Hautpflege betrifft, gibt es verblüffend flinke – und erschwingliche – Lösungen. Hyaluronsäure heißt eines der Wunderelixiere. „Dabei handelt es sich um eine Substanz, die der Körper auch selbst bildet, und zwar als Wasserspeicher unter anderem in der Haut, im Knorpelgewebe und im Glaskörper des Auges“, erklärt Dr. Monika Fuchs, Allgemeinmedizinerin und Expertin für ganzheitliche und ästhetische Medizin in Wien.
In Gesichtskosmetikprodukten wirkt eine Kombination aus lang- und kurzkettigen Hyaluronsäure-Molekülen am besten, führt die Medizinerin aus: „In letzter Zeit haben sich Vliesmasken, die mit Hyaluronsäure in Kombination mit anderen hochwertigen Wirkstoffen wie Aloe vera, Algenextrakten und ähnlichem, als intensive Erfrischer und schnelles Beauty-Ritual etabliert.“ Nach einer Einwirkzeit von fünfzehn bis zwanzig Minuten befeuchten die langkettigen Wirkstoffe der Hyaluronsäure die oberen Hautschichten. Die kurzkettigen  Stoffe der Säure dringen tiefer ein, sie polstern die Haut von unten auf und reduzieren damit oberflächliche Fältchen. So werden mit diesen Masken die Zellerneuerung und die Durchblutung gesteigert, was der Hautoberfläche ein strahlend frisches Aussehen verleiht.
Mit einem Wasserbindevermögen von sechstausend Litern pro Gramm ist Hyaluronsäure auch der perfekte Inhaltsstoff für Gesichtscremen oder für Seren, die unter der Creme angewandt noch für den Extra-Kick an Pflege und Straffung für die tägliche Basispflege der Haut sorgen. Überdies lässt der Stoff Wunden besser verheilen und Narben rascher verschwinden. Zeitaufwand fürs Auftragen: gleich Null.

10 Sekunden
für ein makelloses Dekolleté

Auch wer dem Teenie-Alter entwachsen ist, muss sich gelegentlich über sprießende Pickel ärgern. Fuchs: „Das Problem tritt auf, wenn sich die verhornenden Zellen der Oberhaut stärker vermehren. Dadurch kommt es zu einem verstärkten Talgrückstau, was die Entstehung von Mitessern und Pickeln begünstigt.“ Oft blühen die Pusteln nicht nur auf der fettigeren Gesichtshaut, sondern auch an Stellen mit dünner und trockener Haut wie am Hals und auf dem Dekolleté. Um diese empfindlichen Zonen nicht durch intensive Peelings überzustrapazieren, haben sich Fluids oder Cremen mit geringem Fruchtsäuregehalt bewährt. „Solche Präparate lösen Verhornungen, reinigen verstopfte Poren, spenden Feuchtigkeit und mattieren gleichzeitig das Hautbild. Sie werden vorzugsweise abends angewandt, da sie die Haut sonnenempfindlicher machen“, so die Medizinerin. Das leichte Kribbeln, das Fruchtsäurecremen manchmal hervorrufen, schadet der Haut nicht, sondern deutet auf die Wirksamkeit des Produktes hin. Ruck, zuck vor dem Schlafengehen aufgebracht, kann das Mittel seine Wirkung bis zum nächsten Morgen voll entfalten.

90 Sekunden
für einen wachen Blick

Wie viele Stunden starren wir täglich auf Bildschirme und Displays? Zu viele jedenfalls. Die starke Beanspruchung trocknet unsere Sehsinnesorgane aus und gefährdet mit den Jahren sogar das Sehvermögen. Durch das ständige angestrengte Schauen auf Kurzdistanz verspannen aber auch die Augenmuskeln, und Knitterfältchen sowie dunkle Augenringe zeichnen sich stärker ab. „Schaffen Sie Abhilfe mit Augenyoga, das sich leicht in den Alltag einbauen lässt“, rät Fuchs. Mit nur drei kleinen Übungen können Sie große Wirkung erzielen: Gerade hinsetzen, die Aufmerksamkeit auf die Atmung lenken und geradeaus schauen. Dann mit dem Einatmen den Blick weit nach oben richten und mit dem Ausatmen wieder geradeaus schauen. Im Atemrhythmus nach rechts, unten, links und dazwischen immer geradeaus blicken. Nach einer weiteren Runde im Uhrzeigersinn folgt die zweite Übung, bei der Ihr Blick ein diagonales Kreuz beschreibt: Rechts oben – Mitte – links unten – Mitte – links oben – Mitte – rechts unten – Mitte. Nach der Wiederholung reiben Sie Ihre Handinnenflächen fest aneinander und legen sie anschließend fünf tiefe Atemzüge lang auf die Augenhöhlen. Genießen Sie die Wärme und spüren Sie, wie Ihre Augen gleichzeitig entspannt und wacher werden.

2 Minuten
für einen glatten Teint

Ist die Gesichtshaut fahl und uneben, wirkt ein Peeling wahre Wunder. Es befreit den Teint von abgestorbenen Hornzellen und steigert die Durchblutung. Das Resultat: Schon nach wenigen kreisenden Handbewegungen sieht das Gesicht wieder glatt und rosig-frisch aus. „Peelings enthalten meist mechanische Schleifpartikel, die alte Schüppchen entfernen und den Teint glätten, wobei Produkte mit abgerundeten synthetischen Schleifpartikeln am besten vertragen werden“, weiß Fuchs.
Dagegen können scharfkantige Körnchen wie zerstoßene Pfirsichkerne oder Ähnliches empfindlichere Haut leicht einritzen, wodurch das Allergie- und Infektionsrisiko steigt. „Außerdem verhornt die Haut danach nur noch stärker“, gibt die Schönheitsmedizinerin zu bedenken und nennt als Alternative milde Enzym-Peelings, die auf chemischer Basis wirken. Diese sind auch dann geeignet, wenn man Couperose – erweiterte Blutgefäße – hat, und daher generell auf mechanische Peelings verzichten sollte. Im Zweifelsfall fragen Sie Ihren Hautarzt, welches Produkt sich für Sie eignet. Gönnen Sie der Haut nach dem Peeling unbedingt eine Extraportion Feuchtigkeit, indem Sie beispielsweise eine der obenerwähnten Vliesmasken anwenden oder Ihre Haut mit den in einer Ampulle konzentrierten Nährstoffen verwöhnen. Je nach Inhaltsstoffen können auch damit sehr rasch Anzeichen von Müdigkeit verschwinden, kleine Fältchen gemildert werden, und ein nachfolgendes Make-up wird optimal fixiert.

3 Minuten
für glänzende Nägel

Keine Zeit zum Lackieren? Macht nichts, denn mit einer Polierfeile oder einem Schaumblock mit unterschiedlichen Texturen an den Seiten zaubern Sie im Nu ausgehfeinen Glanz auf Ihre Fingernägel. Das Gerät einfach mit der rauesten Seite beginnend sanft von Seite zu Seite über die Nägel bewegen, um gröbere Rillen abzuschmirgeln. Zum Glätten der Nageloberfläche tritt die nächstfeinere Seite in Aktion. Zuletzt erscheint mit der glattesten Seite des Polierblocks das glänzende Endergebnis. Doch Achtung: „Weil die Nägel dabei dünner werden und das Nagelbett empfindlicher wird, sollten Sie Ihre Nägel maximal alle vier Wochen polieren“, warnt Fuchs.

5 Minuten
für seidiges Haar

Insbesondere Langhaarfrisuren sehen rasch strohig und matt aus. Um dem Problem zu begegnen, sollte trockenes Haar nicht täglich und nur lauwarm gewaschen werden. Fuchs empfiehlt, die Längen abschließend mit kaltem Wasser zu spülen, um damit die Haaroberfläche zu glätten und die Haare zum Glänzen zu bringen. „Geben Sie den Haaren zusätzlich mit einer Intensivkur verlorenes Fett und Feuchtigkeit zurück. Bereits nach fünf Minuten Einwirkzeit legen sich diese Pflegeprodukte als hauchdünner Schutzfilm um jedes einzelne Haar, was auch das nachfolgende Kämmen deutlich erleichtert.“ Haben Sie mehr Muße, kann eine Ölpackung helfen, die aufgeraute Mähne zu entwirren: Dazu natives Oliven- oder Kokosöl in Kopfhaut und Haar massieren, einige Stunden unter einer Duschhaube einwirken lassen und danach wie gewohnt waschen. Muss es schneller gehen, kneten Sie wenige Tropfen Arganöl in die geföhnten Haarspitzen. Das aus den Samen des Arganbaums gewonnene „Gold von Marokko“ glättet einen störrischen Schopf in Sekundenschnelle.

10 Minuten
für einen aktivierten Körper

Bereits im Mittelalter wussten die Nonnen und Mönche um die energiespendende Wirkung der Trockenbürstenmassage. Diese kurbelt den Kreislauf an und hilft vor allem Menschen mit niedrigem Blutdruck, ihre morgendliche Antriebsschwäche zu überwinden. Zusätzlich werden das Immunsystem gestärkt und die Hautstruktur verbessert. „Die Bürstenstriche regen die Durchblutung der Haut sowie tiefer liegender Gewebe an und bringen auch die Lymphe in Fluss. So werden Entzündungsstoffe rascher abtransportiert“, erläutert Fuchs. Regelmäßig zwei- bis dreimal wöchentlich angewandt kann die Bürstenmassage auch das Erscheinungsbild von Cellulite verbessern und sogar eine träge Verdauung in Schwung bringen. „Wählen Sie am besten eine Holzbürste mit weicheren Naturborsten, um die Haut nicht allzu sehr zu strapazieren oder gar zu verletzen“, rät Fuchs. Damit der venöse Bluttransport optimal angeregt wird, arbeiten Sie sich in kleinen kreisenden Bewegungen von der Peripherie, also vom Fuß oder von der Hand in Richtung Körpermitte beziehungsweise Herz vor und beginnen jeweils mit der rechten Seite. Zuletzt den Rücken bürsten und danach die Haut mit einem pflanzlichen Pflegeöl verwöhnen. So fühlen Sie sich nicht nur insgesamt erfrischt, sondern werden auch mit samtweicher Haut – Stichwort: Babypopo – belohnt.

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Neuer Schwung durch Baden, Kneippen & Saunieren?

Univ. Prof. Dr. Wolfgang Marktl, Physiologe, Präsident der Wiener Internationalen Akademie für Ganzheitsmedizin (GAMED) und Vorsitzender der Österreichischen Gesellschaft für Balneologie und medizinische Klimatologie im Interview.    

Von Mag. Sabine Stehrer

MEDIZIN populär
Herr Prof. Marktl, können wir bei Erschöpfung in stressigen Zeiten durch Wasseranwendungen neuen Schwung erlangen?


Univ. Prof. Dr. Wolfgang Marktl

Ja, durchaus. Wasser wirkt sogar über drei Faktoren, über seine Viskosität, also seine Zähigkeit, seinen Auftrieb und seine Temperatur. Die Temperatur ist der wichtigste Faktor, wenn es um die Aktivierung von Körper und Seele geht, und je weiter die Temperatur des Wassers von der Körpertemperatur abweicht, desto stärker ist sein Effekt.

Kneipp’sche Anwendungen sind dann wohl als Energiespender und Muntermacher ideal?
Wer zum Beispiel in der Früh unter der Dusche seine Extremitäten, die Beine und Arme, kalt abduscht, oder, etwa um ein Nachmittagstief zu überwinden, die Unterarme im Waschbecken unter den kalten Wasserstrahl hält oder in kaltes Wasser eintaucht, erzielt durch diesen Kältereiz als Akuteffekt eine allgemeine Belebung und ein angenehmes Gefühl.

Wie ist das erklärbar?
Der Kältereiz wird über unser größtes Sinnesorgan, die Haut, an drei Stellen im Gehirn gesendet, an den Hypothalamus, das Steuerzentrum unseres vegetativen Nervensystems, das für unbewusst ablaufende Körperfunktionen wie die Atmung zuständig ist, an das Großhirn, den Sitz unseres Bewusstseins und an das limbische System, wo unsere Emotionen und Triebe verarbeitet werden. Überall dort löst der Kältereiz so wie jeder starke Reiz Alarm aus und führt kurzfristig zu einer Stressreaktion. Dieser Stress ist ein positiver Stress, durch ihn wird der gesamte Organismus aktiviert und mobilisiert.

Wie wirkt es sich aus, wenn man den Körper wiederholt solchen Kältereizen aussetzt?
Mittel- und langfristig führt die wiederholte, tägliche Anwendung solcher Reize dazu, dass der Organismus darauf trainiert wird, ökonomisch mit starken Reizen umzugehen. Das bedeutet zum einen, dass das Immunsystem besser funktioniert, zum anderen, dass wir uns immer dann, wenn der Körper keinen starken Reizen ausgesetzt ist und sich der Organismus erholen kann, entspannter fühlen und nicht so leicht in Stress geraten.

Lassen sich diese Effekte auch mit Hitzereizen, denen man sich beim Saunieren oder Dampfbaden aussetzt, erzielen?
Auch die Hitzereize, die beim Saunieren und Dampfbaden über die heiße Luft auf die Haut und die Atemwege einwirken, und die nachfolgenden Kältereize beim kalten Abduschen oder Eintauchen in ein Kaltwasserbecken haben unmittelbar danach einen aktivierenden Effekt. Wird in der Sauna ein Aufguss gemacht, wirken sich das Wasser und der Wasserdampf aufgrund ihrer wärmeleitenden Wirkung  so aus, dass wir die Temperatur als höher empfinden, den Reiz als stärker, obwohl die Temperatur nicht höher ist. Bei wiederholter Anwendung über längere Zeit stärken Hitzereize genau wie Kältereize die Abwehrkräfte und schützen vor Stress.

Wirkt sich Baden in der Badewanne ebenfalls belebend aus?
Beim Baden in der Badewanne wirkt die Schwerkraft nur noch teilweise. Dass dies den Organismus beeinflusst, unter anderem einen Einfluss auf die Nierenfunktion hat, wissen wir, wir wissen aber nicht, welchen. Baden im wohlig warmen Wasser einer Badewanne betrachte ich aber eher als Anwendung für den Abend, die weniger der Belebung als der Entspannung dient.

Führt es auch zur Aktivierung von Körper und Geist, wenn wir Wasser trinken, vor allem solches, das mit Geräten belebt ist?
Dass es möglich ist, die physikalische Struktur von Wasser zu verändern, halte ich für denkbar. Aber es ist nicht nachgewiesen und mit den heutigen Mitteln auch nicht nachweisbar, ob durch Geräte „belebtes“ Wasser den menschlichen Organismus aktiviert.

Buchtipp:
Marktl, Reiter
Wasser. Heilmittel – Lebenselixier – Informationsträger

ISBN 978-3-902552-00-6
240 Seiten, € 19,90
Verlagshaus der Ärzte

Stand 12/2017

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