Workout gegen Falten

Juni 2018 | Kosmetik & Pflege

„Und hoch die Wange“, lautet das Motto, wenn es darum geht, müde gewordene Muskeln im Gesicht auf Vordermann zu bringen. Mit erfrischenden Auswirkungen, belohnt doch ein Training der Gesichtsmuskeln mit einem jugendlicher wirkenden Teint.
 
– Von Mag. Sylvia Neubauer

Während Sie sich köstlich amüsieren, sind von der Zehen- bis zur Nasenspitze stolze 300 Muskeln im Einsatz. Alleine der für die Formierung herzhafter Lachanfälle zuständige Jochbeinmuskel arbeitet in Teamwork mit 15 weiteren, im Gesicht stationierten „Kooperationspartnern“. Neben dem Lachmuskel erfreut sich unsere Mimik noch über 25 weitere „Muckis“, die unserem Gesicht ein individuelles Charisma verleihen. Kleiner Haken an der Sache: Wenn die Spannkraft der Haut im Laufe der Jahre abnimmt, hinterlässt das Leben Spuren. Das ist insofern unfair, als dass uns Zornesfalten, Tränensäcke und Co mürrisch und müde aussehen lassen – selbst dann, wenn wir uns blendend fühlen. Die Linzer Trainerin für Gesichtsmuskulatur Christa Gugler macht die schlaffer werdende Gesichtsmuskulatur für ein älter wirkendes Erscheinungsbild verantwortlich. „Dadurch sacken die Gesichtskonturen nach unten“, sagt die Expertin in Sachen Gesichtsmuskulatur.
Auch unser gewohnheitsmäßiger Gesichtsausdruck hinterlässt Spuren des Älterwerdens. Warum das so ist? Beim Zusammenziehen der Gesichtsmuskeln falten sich die mit ihnen verbundenen Hautpartien. „Je öfter das passiert und je weniger Spannkraft die Haut hat, desto eher prägen sich feine Linien im Gesichtsbereich ein“, so Dr. Matthias Sittenthaler, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten mit Zusatzqualifikation in ästhetischer Medizin „Im Laufe der Jahre entstehen so mehr oder minder tiefe Falten.“ Bei kleineren Lachgrübchen mag das ja noch sympathisch wirken. Anders sieht es hingegen aus, wenn etwa Corrugator und Procerus am Werk sind. Die furchteinflößenden Namen titeln nämlich keine römischen Gladiatoren, sondern zwei Muskeln, welche unsere Haut beim Zusammenziehen der Augenbrauen in die Zornesfalte hineinknautschen. Typischerweise beim Blinzeln in die Sonne.
„Die konsequente Verwendung von Cremes mit hohem Lichtschutzfaktor und das Tragen von Sonnenbrillen auch bei nicht starker Strahlung entspannen die Gesichtszüge und wirken dem entgegen“, rät der Wiener Dermatologe Sittenthaler. Generell gilt: Bei mimisch besonders beanspruchten Bereichen machen sich Falten schneller bemerkbar. Die Schwerkraft legt in Sachen Fiesheit noch ein Schäufelchen nach.

Adios Falten, hallo Volumen!

Das berüchtigte Doppelkinn ist nur eine von vielen Folgen nachlassender Muskelspannkraft. „Wir verlieren mit zunehmendem Alter zirka 30 bis 40 Prozent an Muskelmasse, was sich leider auch im Gesicht durch den Verlust an Volumen bemerkbar macht“, sagt Christa Gugler. Ein Phänomen, das äußerlich nicht verborgen bleibt, wie die Gesichtsmuskeltrainerin weiß: „Ein schmales und hageres Gesicht sieht immer älter aus als ein volles ausgepols­tertes.“ Genau diesem Abbauprozess gilt es mittels gezielter Gesichtsübungen entgegenzuwirken.
Grimassen schneiden im Dienste der Schönheit sozusagen? Nun ja, nicht ganz! Anders als man vielleicht vermuten würde, handelt es sich bei dieser Trainingsform nämlich um kein bloßes Hin- und Herbewegen des Gesichts. Stattdessen wird mit der „äußerst möglichen Kraftanspannung gearbeitet“, erklärt die Verfechterin dieser Trainingsmethode. Das bedeutet, dass mit dem Training ein „Muskelschmerz oder eine deutliche Anspannung verbunden sind, was als Zittern oder Pulsieren wahrnehmbar ist.“ Durch die Anspannung können sich Grübchen bilden. Um das zu verhindert und Kontrolle über die Übungen zu bewahren, rät die Oberösterreicherin „die Hände bzw. Finger richtig anzulegen.“

Turnstunde fürs Gesicht

Expertin Gugler: „Genauso wie man sich einen strafferen Bauch oder Po antrainieren kann, ist es möglich, durch gezielte Übungen Wangen, Stirn, Hals oder Kinnbereich zu festigen und zu formen.“ Das Schöne dabei: Bei konsequentem Training lassen sichtbare Resultate nicht lange auf sich warten. „Das Gesicht wird sofort nach dem ersten Training rosig und durchblutet“, zeigt sich die Gesichtstrainerin begeistert und nennt einen wesentlichen Motivationsfaktor: „Da die Muskeln im Gesicht kleiner sind und die Fetteinlagerung geringer als beispielsweise am Bauch oder Po, sieht man trainierte Muskeln im Gesicht wesentlich schneller als am Körper.“ Mit entsprechenden Erfolgsaussichten: „Bereits nach einer Woche beginnen sich die Konturen neu zu formen und zu festigen, nach vier Wochen wirkt die Haut jugendlicher und straffer.“
Freilich, den Zeiger der Uhr kann auch Gesichtsmuskeltraining nicht aufhalten. Auch sogenannte aktinische Falten, die beispielsweise durch zu viel Sonne entstehen, lassen sich damit nicht ausmerzen – aber die Methode kann doch die Spannkraft der Gesichtsmuskeln unterstützten, idealerweise in Kombination mit einer kosmetischen Behandlung.

Training und Pflege

Kosmetik ist auch gleich das abschließende Stichwort. Denn ganz ohne Pflege geht’s nun auch nicht. Sittenthalter rät „möglichst reichhaltige Cremes mit Vitamin E und C zu verwenden.“ Vitamin E mildert Hautschäden und verbessert das Feuchthaltevermögen der Haut. Vitamin C bietet einen wirksamen Schutz vor schädlichen Umwelteinflüssen und verhilft der Haut zu mehr Spannkraft. Als weitere Schönheitselixiere nennt der Dermatologe die in vielen Pflegeprodukten enthaltenen Wirkstoffe „Hyaluronsäure und Fruchtsäure“. Hyaluronsäure polstert die Haut quasi auf innen auf und vermindert so Falten. Fruchtsäuren verbessern die Hautelastizität und sorgen für einen frischen, ebenmäßigen Teint. Auch Peelings mit Fruchtsäuren verleihen der Haut einen sanften Frischekick und glätten kleinere Fältchen. „Das Peeling, bei dem üblicherweise Zitronen-, Apfel- oder Weinsäure verwendet wird, trägt die oberen Teile der Hautschicht ab“, erklärt der Dermatologe und verweist auf einen weiteren Pluspunkt „zusätzlich wird die Kollagenbildung in den tieferen Hautschichten angeregt.“ Kollegen verleiht der Haut wiederum ihre Grundstruktur. Wichtig ist es auch, die Hauptpflege auf den individuellen Hauttypen abzustimmen. Alle Tipps berücksichtigt erfreut sich die Haut rosiger Aussichten – im wahrsten Sinne des Wortes.   

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Müde Zellen lassen die Haut altern

Der knackige Apfel verliert mit der Zeit an Feuchtigkeit und beginnt zu schrumpeln. Ein wenig erfreulicher aber natürlicher Prozess, der auch vor unserer Haut nicht Halt macht. Etwa ab dem 25. Lebensjahr zeigen sich auf der Hautoberfläche erste Zeichen des Älterwerdens. Das bedeutet: Die Zellen erneuern sich langsamer, die Wirksamkeit der Zellfunktion lässt allmählich nach. Die Produktion natürlicher Feuchthaltefaktoren wird gedrosselt, die Durchblutung verringert. Dr. Matthias Sittenthaler stellt „Stress, Schlafdefizite, eine ungesunde Ernährung sowie die mangelnde Zufuhr von Flüssigkeit“ an den Pranger. Ein besonderer Übeltäter ist darüber hinaus das Rauchen. Die Haut kann sich in Folge nicht mehr erholen und wirkt müde.   

Buchtipp:

Gugler
Gesichtsmuskeltraining
Die natürliche Lifting-Revolution
ISBN 978-3-200-02296-6
112 Seiten, € 19,80
Verlag Christa Gugler

Stand 06/2018

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