Schöne Nägel, starke Form

Mai 2019 | Kosmetik & Pflege

Gepflegte Nägel sind nicht nur optisches Aushängeschild, sie schützen auch Hände und Füße.
 
-Von Mag. Sylvia Neubauer

Gepflegte Nägel brauchen viel Fürsorge, wie folgende Anregungen zeigen:

– Die richtige Schneidetechnik: Fingernägel sind weniger robust als Zehennägel, weshalb es ratsam ist, sie mit der Feile zu kürzen. Da die Hornplättchen an den Fußnägeln deutlich dicker sind, eignet sich hierfür ein Nagelclip als geeignetes Werkzeug.

– Die richtige Feile: Metallfeilen sind nur bei sehr harten Nägeln zu verwenden. Das Metall schleift gekürzte Nägel nicht glatt, sondern raut sie auf, wodurch die Bruch- und Splittergefahr steigt. Stattdessen eignet sich bei brüchigen und splitternden Nägeln „eine weiche Feile, wie zum Beispiel eine Sandblattfeile, eine Mineralfeile oder eine Glasfeile.

– Die richtige Form: Während für Fingernägel runde oder ovale Formen zu wählen sind, sollten Zehennägel immer gerade geschnitten werden. Dies verhindert das Einwachsen in die Haut – eine häufige Ursache für Nagelbettentzündungen.

Pflegende Substanzen: „Die regelmäßige Verwendung von Nagelöl oder einer Nagelcreme bewahrt sowohl den Nagel als auch die Nagelhaut vor dem Austrocknen und schützt vor dem Einreißen“, sagt die Expertin und rät dazu, diese Pflegeprodukte mit kreisenden Bewegungen in den Nagel einzureiben. „Regelmäßige, etwa fünf Minuten dauernde Fingerbäder in Olivenöl kräftigen die Nägel“.

Der richtige Schutz: Zu viel Wasser schadet nicht nur der empfindlichen Hautbarriere, sondern macht auch die Nägel brüchiger. Chemikalienhaltige Reinigungsmittel tun ihr übriges, weshalb es ratsam ist, beim Putzen immer Gummihandschuhe zu tragen.


(K)Ein buntes Vergnügen?

Rote Fingernägel sind ein Attribut für Weiblichkeit. Das farbenfrohe Pinseln birgt jedoch eine ungesunde Kehrseite: Einige Nagellacke enthalten bedenkliche Inhaltsstoffe wie zum Beispiel Lösungsmittel, Formaldehyde und Weichmacher. Sie gelangen über Nägel, Nagelhaut und Dämpfe in unseren Körper und lösen unter Umständen unerwünschte Reaktionen wie Aller­gien aus. Außerdem „können Lacke krebser­re­gende Nitrosamine enthalten“, gibt Dr. Karin Jahn-Bassler, Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten mit Zusatzfach Angiologie zu bedenken und empfiehlt Produkte ohne Nitrocellulose anzuwenden. Überhaupt seien natürliche Nagellacke zu präferieren.
Auf Wasserrezeptur basierend lassen sie sich nicht nur leichter entfernen, sondern sind auch „frei von gefährlichen Chemikalien oder Karzinogenen“, so die Hautärztin, die vor allem Schwangeren die Verwendung dieser Naturprodukte nahe legt.
Apropos Entfernen: Nicht nur die Inhaltsstoffe von Nagellacken selbst, sondern auch jene von Nagellackentfernern erweisen sich mitunter als kritisch. Manche können die Atemwege reizen oder Kopfschmerzen verursachen.
Um Beschwerden vorzubeugen, „ist eine sparsame Anwendung bei offenem Fenster anzuraten“, so die Wiener Dermatologin.

Pilzinfektionen und andere Nagelerkrankungen

Und noch einen Haken gibt es: Lackierte Nägel und Kunstnägel können die Entstehung eines Nagelpilzes (Onychomykose) ebenso fördern wie zu enge Schuhe und vermehrtes Schwitzen beim Sport. Generell finden die Pilze in einem feuchtwarmen Klima einen guten Nährboden, um zu gedeihen. Gefährdet sind hier vor allem Menschen, die generell anfällig für Infektionen dieser Art sind und solche mit schwachem Immunsystem. Typische Symptome, die auf einen Pilzbefall schließen lassen, sind eine Verdickung des Nagels, der bröcklig wird und eine gelblich bis bräunliche Farbe annimmt. Das Anlegen einer Pilzkultur, für die eine Nagelprobe erforderlich ist, sichert die Diagnose.
Je nach Stadium und Ausmaß der Erkrankung erfolgt die Behandlung „lokal mit Nagellacken  und/oder systemisch mit Medikamenten“, erklärt Dermatologin Jahn-Bassler. Antimykotische Tabletten geben die Wirkstoffe über die Magen-Darmschleimhaut in die Blutbahn ab und erreichen auf diesem Wege das Nagelbett, wodurch die Nagelpilzerreger von innen bekämpft werden können. Nagelbettentzündungen sollten wie alle Nagelerkrankungen nicht in Eigenregie behandelt werden, sondern erfordern eine professionelle Therapie. Entzündungshemmende Mittel oder Antibiotika bekämpfen durch Keime hervorgerufene Rötungen, Schmerzen und Juckreiz.

Auffällige Nagelrillen

Querrillen resultieren meist aus akuten Ereignissen wie z. B. hohem Fieber, einer Vergiftung, nach akuten Schüben infolge ernsthafter Erkrankung oder einer Chemotherapie. Auch Operationen, Arzneimittelschäden oder Schockereignisse wie ein Herzinfarkt hinterlassen Querrillen, die sich später wieder auswachsen.

Längsrillen „entstehen oft durch eine Verletzung der Nagelmatrix, dem Ort an dem die Nagelzellen gebildet werden. Auch Nährstoffmängel, Haut-, Atemwegs- und Nierenerkrankungen können dafür verantwortlich sein.

Futternachschub

Nägel bestehen aus Hornschichten. Über die Nagelbildungszone können sie mit Nährstoffen versorgt werden. Wichtig ist vor allem „Biotin, das sich in Tablettenform eingenommen positiv auf Haare, Haut und Nägel auswirkt“, weiß die Hautexpertin Jahn-Bassler. Auch ein gut eingestellter Eisenspiegel kräftigt die Nägel. Splittern sie aufgrund von Nährstoffmängeln, kann es bis zu vier Monate dauern, bis sich die Nägel mithilfe gezielter Nährstoffgaben sichtbar regeneriert haben.

 

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Was Nägel über die Gesundheit aussagen


Nageloberfläche

  • Normal
    Die Oberfläche von gesunden Nägeln sollte eben, glatt und glänzend sein.
  • Atypisch
    Weichen, brüchigen Nägeln liegen oft Ernährungsfehler zugrunde. Häufig finden sich Mangelversorgungen mit Vitaminen, Mineralstoffen, Kieselsäure oder Schwefel.
    „Sind Nägel weich und brüchig, steckt eventuell mehr dahinter wie eine auszehrende Krankheit. Nach der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) kann ein Energie-, Qi- oder Blutmangel vorliegen“, weiß Dr. Barbara Guttmann, Ärztin für ganzheitliche Medizin mit Schwerpunkt Haut und Psyche.
    Auch Hormonstörungen oder ein Nagelpilz ­können mit erhöhter Neigung zu Brüchigkeit einhergehen.

Nagelfärbung

  • Normal
    Ein rosiger Nagel zeugt von Gesundheit, er ist gut durchblutet.

  • Atypisch
    Blaue Nägel können ein Hinweis auf eine Unterversorgung mit Sauerstoff (Zyanose) sein.
    Gelbe Nägel sind auf vielfältige Ursachen zurückzuführen. Als harmlose Alterserscheinung haben sie meist keinen Krankheitswert. Unter Umständen sind gelbe Nägel aber auch das Symptom einer Leberstörung oder eines Schilddrüsenproblems. Stark gewölbte Nägel, die bei Lymphödemen und Atemwegserkrankungen auftreten können, lassen auf ein „Yellow Nail Syndrom“ schließen. „Der stetig blasse Nagel ist ein Zeichen für verminderte Durchblutung – in der TCM ein Hinweis auf schwaches Leber-Qi und Energiemangel“, so Gutmann.


Flecken auf den Nägeln

  • Normal
    Der Nagel sollte frei von weißen Flecken, Wölkchen oder Pünktchen sein.
  • Atypisch
    Gelbe Flecken treten üblicherweise bei Nikotinmissbrauch und Nagelpilz auf.
    Weiße Flecken entstehen anders als früher ­angenommen nicht nur durch Kalziummangel, sondern häufiger durch eine fehlerhafte Nagelmaniküre. „Durch kleine Mikrotraumen können sich in der Nagelplatte Luftbläschen einlagern“, so die Allgemeinmedizinerin.
    Blaue bis blauschwarze Flecken nach Quetschungen sind harmlos. Guttmann warnt jedoch vor einer Verwechslung mit dem schwarzen Hautkrebs: „Eine stattliche Anzahl der Mela­nome entsteht unter dem Nagel.“ Sie rät dunkle Verfärbungen ohne Verletzungshintergrund immer vom Hautarzt abklären zu lassen.

Nagelwölbung

  • Normal
    Eine abrupte Änderung der Nagelform sollte sich ein Hautarzt anschauen

  • Atypisch
    Löffelnägel äußern sich durch das Einsenken des Nagelbettes in die Fingerspitze in Form einer Mulde. Meist dünne und weiche Löffelnägel weisen möglicherweise auf eine Eisenmangelanämie, eine Anämie oder auf einen Nährstoffmangel hin“, so Guttmann.
    Uhrglasnägel gehen mit bestimmten Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen einher. „Besteht ein lang anhaltender Sauerstoffmangel im Gewebe, werden die Fingerendglieder mit der Zeit immer mehr aufgetrieben“, sagt die Wiener Ganzheitsmedizinerin  und erklärt, wie diese sog. Trommelschlegelfinger entstehen: „Die Nägel wachsen mit, verdicken und wölben sich zu einer Optik, die einem Uhrglas nahe kommt.“

 

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Der Nagel:
Zahlen & Fakten

  • Der Hauptteil des Nagels – die Nagelplatte – ist bei gesunden Nägeln ­zwischen 0,5 und 0,75 Millimeter dick. Die Nagelplatte besteht aus 100 bis 150 unregelmäßig übereinander geschichteten Hornzelllagen.  
  • Fingernägel wachsen mit einer Geschwindigkeit von etwa einem Millimeter pro Woche. 
  • Zehennägel brauchen mit einem durchschnittlichen Wachstum von zirka einem Millimeter pro Monat deutlich länger. 
  • Zehennägel wachsen bei Männern ­etwas schneller als bei ­Frauen und bei Jüngeren rascher als bei Älteren.    

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Stand 06/2019

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