Kraft fürs Immunsystem

Januar 2019 | Medizin & Trends

Wer häufig erkältet ist oder an Allergien leidet, könnte ein Kandidat für die Mikroimmuntherapie sein. Eine Wiener Allgemeinmedizinerin erklärt, wie die Behandlung hilft.
 
– Von Mag. Sabine Stehrer

MEDIZIN populär
Was ist die Mikroimmuntherapie?

Dr. Bettina Ehrhardt-Felkl
Die Mikroimmuntherapie ist eine Behandlung, die Menschen mit einem geschwächten oder einem nicht richtig funktionierenden Immunsystem hilft. Also zum Beispiel Menschen, die oft erkältet sind, oder aufgrund einer Vireninfektion an Fieberblasen oder Gürtelrose leiden.
Aber auch chronisch Kranke, wie Allergiker, Diabetiker, Multiple Sklerose-Patienten und Krebspatienten profitieren von der Mikroimmuntherapie.
Diese Therapie bringt das Immunsystem dazu, optimal zu funktionieren, so wie bei einem Gesunden: also nicht überzureagieren, wenn der Organismus mit Allergenen beziehungsweise Viren in Kontakt kommt und andere Krankheitserreger abzuwehren.

Wie geht die Behandlung vor sich?

Je nachdem, ob das Immunsystem überaktiv  ist, nicht richtig funktioniert, oder ob es geschwächt ist, werden dem Körper in hoher, mittlerer und niedriger Verdünnung bestimmte Substanzen zugeführt, die das jeweilige Defizit ausgleichen.


Welche Substanzen schaffen das?

Verwendet werden Substanzen, wie sie auch im Organismus vorkommen. Genauer handelt es sich um nachgebaute Eiweißstoffe, also Botenstoffe, die für die Informationsvermittlung zwischen den einzelnen Teilen des Immunsystems zuständig sind und Zytokine genannt werden.Die wichtigsten bekannten Zytokine sind Interleukine, Interferone, Wachstumsfaktoren und Tumornekrosefaktoren.

Wie kommen diese nachgebauten Zytokine in den Körper?

In Form von Kapseln, eigentlich Kügelchen, die in den Kapseln stecken. Die Kapseln werden aufgebrochen, die Kügelchen unter die Zunge gelegt. Dort lösen sich die Kügelchen auf, und die Zytokine gelangen über die Lymphbahnen im Hals in die dortigen Lymphknoten. Von den Lymphknoten aus verteilen sie sich im gesamten Körper und entfalten auch im Blut und anderen Organen, wo sich das Immunsystem befindet, ihre Wirkung. Wie den Knochen, der Leber, der Milz oder dem Darm.

Wann ist die Wirkung spürbar?

Viele Patienten fühlen sich schon nach zwei, drei Wochen der täglichen Einnahme der Kügelchen besser und merken, dass sie mehr Energie und Kraft haben. Mit einem halben Jahr Mikroimmuntherapie lassen sich manche Vireninfektionen sogar ausheilen, wie zum Beispiel die HPV-Infektion, also die Infektion mit humanen Papillomviren, die Gebärmutterhalskrebs und andere Karzinome hervorrufen kann.

Alles, was wirkt, hat aber immer auch unerwünschte Nebenwirkungen, sagt man…

Da die Substanzen vom Arzt auf das Problem des Patienten abgestimmt werden, ist die Behandlung fast immer sehr gut verträglich. Unerwünschte Nebenwirkungen sind selten. Wohl auch, weil die Substanzen die Immunreaktionen auf dieselbe Art und Weise beeinflussen wie körpereigene Stoffe.

Kann es zu Wechselwirkungen kommen?

Wer die Mikroimmuntherapie macht, sollte sich so ernähren, dass er keine Verdauungsprobleme hat. Denn bei Durchfall oder Verstopfung geht die Wirkung der Mikronährstoffe im Darm, wo sich der Großteil des Immunsystems befindet,  gegen null. Aber unerwünschte Wechselwirkungen mit Nahrungsergänzungsmitteln oder Medikamenten sind nicht bekannt, im Gegenteil: Zu einer medikamentösen Behandlung stellt die Mikroimmuntherapie oft die ideale Ergänzung dar. Und Patienten, die einen Mangel an Nährstoffen haben, empfehle ich häufig zusätzlich zur Mikroimmuntherapie Nahrungsergänzungsmittel zu nehmen. Je nach Bedarf zum Beispiel Vitamin D, Vitamin C, Selen oder Zink, die auf ihre eigene Art und Weise das Immunsystem stärken und vor Infektionen schützen.

Eignet sich die Mikroimmuntherapie auch zur Vorbeugung, zum Beispiel vor Erkältungen?

Nein, wer gesund ist, braucht keine Mikroimmuntherapie.

Webtipp
Opens external link in new windowwww.megemit.org
Infos über die Mikroimmuntherapie und Kontaktadressen von Ärzten, die diese Therapie anbieten, finden sich auf der website der Medizinischen Gesellschaft für Mikroimmuntherapie unter MIT-Therapeutenliste.

 

Stand 01/2019

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