Speicher voll, Akku leer

September 2022 | Leben & Arbeiten

Überstunden, Stress und am Bildschirm zehn Aufgaben gleichzeitig offen: Wie wir unseren limitierten „Gehirn-Akku“ optimal einsetzen können
 
– Von Mag. Wolfgang Kreuziger

In den Büroräumen unserer Welt werden heute Blutdruckwerte gemessen, die sonst nur im Todeskampf zu finden sind. „Die Menschen sind in der Arbeitswelt einer Flut von Aufgaben ausgesetzt, die zu managen ihnen zusehends schwerer fällt. Wir leben in einer chronisch erschöpften Gesellschaft“, sagt Dr. Michael Nehls, Arzt und Molekulargenetiker in Deutschland.

Die Folgen sind trockene Augen, Konzentrationsstörungen und Erschöpfung, darüber hinaus sogar Burnout und Krankenstand. Laut Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger sind heute dreimal so viele Fehlzeiten psychisch bedingt wie noch vor 20 Jahren. Es ist aber nicht nur die Anzahl der Arbeitsstunden, sondern auch die neue Art der Anforderung, die uns schwächeln lässt.

Gehirn mag kein Multitasking

„Unser Hirn ist nicht fürs Multitasking ausgelegt und kann gedanklich zu jedem Zeitpunkt nur eine einzige Sache erledigen“, weiß Nehls, weshalb die stärker werdende digitale Aufgabenvielfalt unserer Natur widerspricht. „Wir müssen also einerseits lernen, uns gegen unrealistische Erwartungen des Chefs abzugrenzen, aber andererseits auch, uns selbst besser zu managen.“ Dies gelingt zum Beispiel, indem man sich auf einzelne, klar definierte Ziele konzentriert, die man nacheinander abarbeitet. Auf vielen Fronten gleichzeitig zu kämpfen nährt am Ende nur den Frust, nichts zu Ende gebracht zu haben.

Hippocampus: Jeder Meter zählt

Neben der maximalen Nutzung des Vorhandenen muss es laut Nehls unser großes Ziel sein, das schnelle, kreative Gehirn langfristig zu stärken. „Der Hippocampus hat das Potenzial, lebenslang zu wachsen, doch stattdessen schrumpft er nachweislich im Erwachsenenalter als Resultat unserer ungesunden Lebensweise.“

Studien zeigten bei Senioren, die täglich eine Stunde spazieren gingen, nach einem Jahr ein Wachstum des Hippocampus um zwei Prozent, während es bei jenen, die nur Sitzgymnastik betrieben, um 1,4 Prozent schrumpfte. „Daher ist jeder Meter, den wir zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen, etwas Gutes und setzt rund ein Dutzend Hormone frei, die die Entstehung neuer Gehirnzellen ankurbeln“, versichert der Mediziner.

 

 

Bewegung, Ernährung, Stressmanagement: Jede Menge Tipps für den Ausstieg aus dem „Alles zugleich und alles sofort“-Hamsterrad finden sie in MEDIZIN populär, Ausgabe 9/2022.


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