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Ausgabe 06/2011

 





Rot – rund – gesund

Jetzt ist es bewiesen: Tomaten schützen vor Krebs

 

Die heimischen Tomaten haben wieder Saison – und die Österreicher greifen gerne zu. Das ist gut so, denn aus Sicht der Wissenschaft hat das rot-runde Gemüse viel für die Gesundheit zu bieten. Vor allem der rote Farbstoff Lycopin hat es den Forschern angetan. Aktuelle Studien bestätigen jetzt, dass der Stoff tatsächlich vor Krebs schützen kann. MEDIZIN populär über die fünf wichtigsten Pluspunkte der Paradeiser und wertvolle Tipps für Tomatentiger.

 

Von Mag. Sabine Stehrer

1. Balsam für Herz & Kreislauf

Lycopin, der rote Farbstoff in den Paradeisern, gilt als wahrer Wunderstoff für die Gesundheit und steht im Mittelpunkt zahlreicher Forschungen. Seit 2006 im Laufen ist etwa die internationale Studie Lycocard, an der sich Wissenschafter aus sechs europäischen Ländern beteiligen. Sie befasst sich mit der Wirkung von Lycopin auf die Gesundheit der Gefäße. Zwar wird bereits angenommen, dass der rote Farbstoff des Paradeisers den Gefäßen gut tut und so vor Schlaganfällen und Herzinfarkten schützt, doch die Ergebnisse der Lycocard-Studie stehen noch aus. Tierversuche lassen hoffen, weiß Mag. Alexandra Kreißl aus dem Team von Univ. Prof. Dr. Kurt Widhalm an der Abteilung für Ernährungsmedizin des AKH Wien: „Forschungen mit Ratten aus 2008 haben gezeigt, dass sie durch den Verzehr von Tomaten vor stressbedingten Herzinfarkten geschützt sind.“ Darüber hinaus wird „den sekundären Pflanzenstoffen in der Tomate, aber auch dem Histamin, das bei der Verdauung der Tomate entsteht, zugeschrieben, den Blutdruck zu regulieren“, weiß Kreißl.

2. Verjüngungskur für die Haut

Aufgrund ihrer wertvollen Inhaltsstoffe sind Paradeiser regelrechte Anti-Aging-Mittel. „Tomaten enthalten zum Beispiel besonders viel Carotinoide wie das Lycopin und Vitamin C, aber auch Vitamine aus der B-Gruppe und Vitamin E“, sagt Ernährungswissenschafterin Kreißl. Die genannten Stoffe tun nachweislich der Haut gut, indem sie freie Radikale fangen, also jene Substanzen in der Luft, die den Hautzellen zu schaffen machen und sie frühzeitig altern lassen. Kreißl: „Parallel kurbeln die Carotinoide und auch die Folsäure, die ebenfalls in den Tomaten enthalten ist, den Zellstoffwechsel an.“ Das trägt dazu bei, dass sich die Hautzellen schneller erneuern, was einer Verjüngungskur für die Haut gleichkommt.

3. Power für die Abwehrkräfte

Das Vitamin C, die Carotinoide und andere Polyphenole, also sekundäre Pflanzenstoffe im Paradeiser, regen darüber hinaus die Abwehrkräfte an. „Man kann sagen, dass die Substanzen auf diese Art und Weise vor Infektionen mit Krankheitserregern wie Viren und Bakterien schützen“, sagt Kreißl. Doch auch wenn man bereits infiziert ist, tut man sich mit dem Genuss des roten, runden und gesunden Gemüses Gutes. Kreißl: „Vor allem das Vitamin C, aber auch die Polyphenole wirken antimikrobiell, bekämpfen also Bakterien und hemmen Entzündungen.“

4. Hilfe für die Verdauung

Das Vitamin C, die Carotinoide und andere Polyphenole, also sekundäre Pflanzenstoffe im Paradeiser, regen darüber hinaus die Abwehrkräfte an. „Man kann sagen, dass die Substanzen auf diese Art und Weise vor Infektionen mit Krankheitserregern wie Viren und Bakterien schützen“, sagt Kreißl. Doch auch wenn man bereits infiziert ist, tut man sich mit dem Genuss des roten, runden und gesunden Gemüses Gutes. Kreißl: „Vor allem das Vitamin C, aber auch die Polyphenole wirken antimikrobiell, bekämpfen also Bakterien und hemmen Entzündungen.“

5. Schutz vor Krebs

Kreißl: „Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass eine vermehrte Aufnahme an Gemüse und Obst mit einem verminderten Risiko für bestimmte Krebserkrankungen einhergeht.“ Vermutet wird, dass die diesbezügliche Wirkung der Tomate wiederum auf die Carotinoide und den roten Farbstoff Lycopin zurückgehen, die als Radikalfänger die Zellen des Körpers vor schädlichen Substanzen schützen. „Lycopin ist in der Vergangenheit in mehreren Studien als gutes Mittel zur Vorbeugung insbesondere vor Prostatakrebs genannt worden“, sagt Kreißl. Eine aktuelle Studie, deren Ergebnisse eben erst veröffentlicht wurden, hat Paradeiser und Tomatenprodukte wie Ketchup oder Saft als Schutz vor der häufigsten Krebserkrankung der Männer jetzt bestätigt. Kreißl: „In Studien beschrieben ist auch, dass Lycopin bei der Ausbildung von Gebärmutterhalskrebs bei Frauen hemmend wirken kann.“ Im Tierversuch mit Mäusen fand man außerdem heraus, dass sie durch eine erhöhte Aufnahme von Lycopin vor Lungenkrebs geschützt sind – ob das bei Menschen auch der Fall sein kann, weiß man (noch) nicht.


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Die Roten sind gesünder

Paradeiser gibt es in vielen verschiedenen Farben und Formen. Ob sie nun mehr oval als rund oder eher herzförmig sind, hat genauso wenig Einfluss auf ihren Gesundheitswert wie die Größe, weiß die Ernährungswissenschafterin Mag. Alexandra Kreißl. Tomaten in der Größe eines Golfballs sind also genauso gesund wie kleine Cherrytomaten. Kreißl: „Die Farbe beeinflusst den Gesundheitswert aber schon.“ So sind rote Tomaten gegenüber den orangen, gelben und grünen Sorten einfach deshalb gesünder, weil sie in hoher Konzentration den besonders wertvollen roten Farbstoff Lycopin enthalten.


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Österreicher sind Tomatentiger

Herr und Frau Österreicher sind wahre Tomatentiger: Die Beeren sind – gefolgt von Erdäpfeln – das meistverzehrte Gemüse. Pro Kopf und Jahr werden 23,8 Kilogramm Paradeiser gegessen. Inklusive aller Tomatenprodukte wie Ketchup, Paradeissauce oder -suppe liegt der Verbrauch pro Kopf und Woche bei etwa einem halben Kilo.


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Tricks & Tipps

Gut gekauft

Ob Paradeiser frisch sind, erkennt man am typischen Geruch, aber auch an der Farbe. „Gut ist eine schöne, gleichmäßige, rote Färbung an der gesamten Oberfläche ohne dunkle Flecken und Dellen“, sagt Mag. Alexandra Kreißl. Außerdem gilt: Die Oberfläche abtasten. „Die Tomatenhaut sollte beim Abtasten leicht nachgeben.“
 
Gut gelagert

Kreißl: „Da die Tomate ein Nachtschattengewächs ist, sollte man sie nach dem Kauf vor zuviel Licht schützen, sie also an schattigen Plätzen lagern.“ Und zwar möglichst fern von Früchten und Salatgurken, denn Tomaten setzen das Reifegas Ethylen frei, das dazu führt, dass Salatgurken und Früchte schneller verderben. In den Kühlschrank sollten frische Paradeiser nicht: „Tomaten sind kälteempfindlich, bei Kühlschranktemperaturen werden sie hart und verlieren das Aroma“, weiß Kreißl. Auch zum Einfrieren sind frische Tomaten nicht geeignet, da sie beim Auftauen matschig werden, was den Genuss beeinträchtigt. „Gut einfrieren kann man aber Tomatenprodukte wie Saucen oder Suppen“, sagt Kreißl.

Gut zubereitet

Um das Beste aus der Tomate zu holen, empfiehlt es sich, sie zunächst gründlich zu waschen. Kreißl: „So kann man Substanzen, die sich möglicherweise an der Oberfläche befinden und die Gesundheit beeinträchtigen können, gut entfernen.“ Die Haut sollte man der Tomate lassen, denn darin befinden sich besonders viele der wertvollen sekundären Pflanzenstoffe. „Diese Pflanzenstoffe und allen voran das gesunde Lycopin bleiben aber bei einer weiteren Verarbeitung der Tomate erhalten“, sagt Kreißl. Und nicht nur das: Beim Braten, Backen, Grillen oder Kochen erhöht sich der Gesundheitswert der Tomate sogar. Denn durch das dadurch bedingte Aufbrechen der Zellstrukturen können sich das Lycopin und andere Substanzen besser lösen und daher auch besser vom Körper aufgenommen werden. Das passiert auch dann, wenn die Paradeiser, egal ob frisch oder verarbeitet, z. B. gemeinsam mit Öl oder auch Eiweißreichem wie klassischerweise Mozzarella zubereitet werden.


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Bitte Vorsicht, wenn …

… Paradeiser nicht reif sind. Die Haut unreifer Tomaten enthält nämlich die Substanz Solanin. Und diese kann, wie Mag. Alexandra Kreißl weiß, zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Brennen und einem Kratzen im Hals führen. Dasselbe gilt für Stängel und Blätter an den Tomaten – die deswegen vor dem Verzehr unbedingt weggeschnitten werden sollten.

… man Pollenallergiker ist. Denn besonders bei Pollenallergikern kann der Genuss von Paradeisern aufgrund des hohen Histamin­Gehalts ganzjährig zu Kreuzreaktionen führen. Das heißt, es treten beim Verzehr der Tomaten dieselben Beschwerden auf wie beim Kontakt mit den Pollen.


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