Adele Neuhauser

September 2010 | Prominente & Gesundheit

„Seit meiner Stimm-OP sagt niemand mehr Herr Neuhauser zu mir“
 
Sie stand schon als „Mephisto“ in Goethes Faust auf der Theaterbühne, als „Medea“ in Euripides gleichnamiger Tragödie, und auch als Maria Callas in „Meisterklasse“. Dem österreichischen Fernsehpublikum ist sie vor allem aus Tatort-Sendungen, aus der ORF-Krimiserie „Vier Frauen und ein Todesfall“ und als Mitwirkende bei „Doctors Diary“ bekannt: Adele Neuhauser, 51. Im Gespräch mit MEDIZIN populär erzählt die in Athen geborene und heute in Wien lebende Schauspielerin mit der markanten, etwas tieferen Stimme, warum sie sich einer Stimmoperation unterzogen hat und wie sie sich fit und gesund hält, um den beruflichen Strapazen gewachsen zu sein.
 
Von Mag. Sabine Stehrer

MEDIZIN populär
Frau Neuhauser, Ihre eher tiefe Stimme ist Ihr Markenzeichen. Vor kurzem haben Sie sich per OP quasi neu stimmen lassen. Warum?

Adele Neuhauser
Ich war nach Jahren der Überbelastung der Stimme, des Rauchens und mehreren übergangenen Kehlkopfentzündungen stimmlich am Ende. Das heißt, ich hatte Ablagerungen und Ödeme an den Stimmbändern und habe deswegen morgens oft Stunden gebraucht, bis die Stimme nicht mehr belegt war und ich einen normalen Satz herausgebracht habe. Außerdem war ich nur noch eingeschränkt zur Stimmmodulation fähig. Die ist in meinem Beruf aber notwendig. Also habe ich mich dazu entschlossen, die Ablagerungen und Ödeme entfernen zu lassen. Normalerweise wird die Stimme durch so eine Operation deutlich hörbar höher. Ich habe aber den Arzt gebeten, mir meine tiefere, etwas rauchige Stimme so gut wie möglich zu erhalten. Und das ist für mein Dafürhalten gut gelungen!

Ein bisschen höher hört sich Ihre Stimme aber schon an …
So wie sie sich jetzt anhört, gefällt sie mir. Früher ist es mir sehr oft passiert, dass man mich mit Herr Neuhauser angeredet hat, wenn ich mich am Telefon gemeldet habe (lacht). Das passiert mir jetzt nicht mehr, und darüber bin ich sehr froh. Außerdem hat meine Stimme wieder einen guten Klang, ich kann sie wieder leichter modulieren und habe dadurch beim Schauspielen mehr Ausdrucksmöglichkeiten. Ich bin also rundum damit zufrieden, dass ich die Operation machen ließ und würde auch anderen dazu raten, die ähnliche Probleme haben, wie ich sie hatte.

Nach so einem Eingriff darf man ja länger nichts reden. Wie sind Sie als Schauspielerin damit umgegangen?
Ich musste nach dem Eingriff sechs Wochen lang schweigen und die Stimme auch danach noch länger schonen. In dieser Zeit habe ich mich mit meinem Umfeld via Notizen auf Zettel verständigt und das Schweigen ab einem gewissen Zeitpunkt sogar genossen. Es hatte auch etwas Meditatives. Nach der Schweigephase war ich dann kurz etwas verzweifelt, denn da hat meine Stimme schrecklich geklungen, ist immer wieder weggekippt, war mal hoch und heiser, dann wieder tief. Wenn ich geredet habe, hat sich das ärger angehört als bei einem Buben im Stimmbruch. Da habe ich nur mit meinen Vertrauten gesprochen und darauf gehofft, dass das nicht so bleibt! Nebenher habe ich meine Stimme unter Anleitung einer Logopädin mit einem Stimmtraining wieder aufgebaut. Die Logopädin hat mir auch gezeigt, wie ich die Stimme künftig am besten trainiere und wie ich sie im Beruf schonend einsetze.

Wo setzen Sie denn beruflich Ihre Stimme besonders gern ein? Haben Sie eine Lieblingsrolle?
Einerseits gibt es da die Figuren, die einen prägen. Das waren für mich die starken, dramatischen Figuren wie die Maria Callas, die ich am Theater gespielt habe, oder die Medea. Andererseits gibt es dann die Figuren, die einem ans Herz wachsen. Und so richtig ans Herz gewachsen ist mir über die Jahre sicher die Julie aus „Vier Frauen und ein Todesfall“, einfach weil sie wirklich eine sehr lustige Person ist.

Wie halten Sie sich fit und gesund, um den beruflichen Strapazen gewachsen zu sein?
Ich mache sehr gern und oft sehr zügige und sehr lange Spaziergänge. Das tut mir gut. Was die Ernährung angeht, so muss ich zugeben, ich achte sicher viel zu wenig darauf, ob das, was ich esse gesund ist, oder nicht. Ich esse einfach.

Haben Sie sich für die Zukunft etwas Besonderes vorgenommen?
(Lacht). Ja, das habe ich. Ich möchte ein glücklicher Mensch bleiben.

 

Ausgabe 09/2010

 

 

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