Thomas Brezina

Oktober 2010 | Prominente & Gesundheit

„Ich gehe mit offenen Augen durch die Welt“
 
Vor 20 Jahren erschien sein erstes Buch, seither hat er 450 Kinder- und Jugendbücher geschrieben, die – in mehr als 35 Sprachen übersetzt – weltweit und millionenfach über die Ladentische gehen. In China verkauft sich sein Werk sogar besser als „Harry Potter“. Höchst erfolgreich ist Thomas Brezina auch mit dem Texten für Hörspiele, Filme, Musicals und fürs Theater. Dem Fernsehpublikum ist er als Gestalter von Serien wie „Tom Turbo“, „Forscherexpress“, oder „Trickfabrik“ bekannt – und seit zwei Jahren zeichnet er verantwortlich für das gesamte ORF-Kinderprogramm. Im Gespräch mit MEDIZIN populär erzählt der 47-jährige Wiener, wie er es schafft, so produktiv zu sein, was er macht, um seine Batterien aufzuladen, wie er immer wieder auf neue Ideen kommt, wie er sich gesund und fit hält, und wie er auf Lob und Kritik reagiert.
 
Von Mag. Sabine Stehrer

MEDIZIN populär
Herr Brezina, Sie haben in den vergangenen 20 Jahren 450 Kinder- und Jugendbücher, aber auch unzählige Drehbücher geschrieben. Wie schaffen Sie es, so produktiv zu sein?

Thomas Brezina
Das fällt mir grundsätzlich leicht, denn ich lebe zurückgezogen und kann meine Zeit gut nützen. Wer gern viel erschafft wie ich, der braucht dazu vor allem eines, und das ist Disziplin. Es geht nur so: Hinsetzen und schreiben! Tätigkeiten, die mit Administration zu tun haben, also dem Erstellen von Verträgen oder dem Abklären von Rechten, werden mir zum Glück abgenommen.

Und woher nehmen Sie die immer neuen Ideen für Ihre Arbeit?
Ich halte meine Augen und Ohren immer sehr weit offen und höre Kindern genau zu, egal, wo auf der Welt ich bin, ob auf einer Lesereise durch Mitteleuropa oder durch China. Ich achte auf ihre Wünsche und Ansprüche, Sehnsüchte und Freuden, und da schwirren dann die Ideen überall herum.

Hätten Sie nach den vielen Jahren der Beschäftigung mit Kinderthemen nicht einmal Lust, sich mit Erwachsenenthemen zu beschäftigen?
Dazu habe ich viele Angebote, da wird bestimmt irgendwann etwas kommen. Aber ich mag nach wie vor die herzerfrischende direkte Herangehensweise von Kindern an das Leben und an die Welt, darum macht mir die Beschäftigung mit Kinderthemen immer noch sehr viel Spaß und bereitet mir große Freude.

Wie laden Sie nach so viel disziplinierter Arbeit Ihre Batterien wieder auf?
Ich gehe Spazieren oder Laufen. Oder ich treffe mich mit guten Freunden. Manchmal entspanne ich mich einfach, indem ich mit meinen Hunden spiele. Und wenn ich eine längere, stressige Arbeitsphase hinter mir habe, erhole ich mich geistig und körperlich auf Wellness-Wochen.

Betreiben Sie außer dem Laufen noch andere Sportarten?
Ich mache jeden Morgen eine halbe Stunde verschiedene Übungen aus dem Yoga, Tai Chi oder Qi Gong, und ich schwimme auch sehr gern und viel.

Wie sieht es mit Ihrem Gesundheitsbewusstsein aus, wenn es um Ernährung geht?
Ich esse sehr wenig Fleisch, esse niemals Schwein, trinke kaum Alkohol und horche stets in mich hinein, um festzustellen, ob mir etwas gut tut oder nicht, nachdem ich es zu mir genommen habe. Am liebsten esse ich eigentlich Gemüse und Fisch.

Sie haben schon so viele Auszeichnungen für Ihre Werke bekommen – feiern Sie überhaupt noch, wenn ein neuer Preis hinzukommt?
(Lacht) Aber natürlich!

Und wie reagieren Sie auf Kritik?
Kritik von Kindern, die ich über meine Homepage im Internet bekomme, nehme ich sehr ernst. Auch Kritik von Leuten, deren Anliegen ich kenne, wie von meiner Agentin. Die ist da gar nicht zimperlich (lacht). Aber wenn irgendjemand irgendetwas nicht mag, dann kümmert mich das nicht.

Welches Ihrer Bücher mögen Sie denn selbst am liebsten?
Das kann ich nicht sagen. Das wäre ja so, als würden Sie einen Vater fragen, welches Kind er am liebsten hat (lacht).

Und welche Ihrer verschiedenen beruflichen Tätigkeiten üben Sie besonders gern aus?
Schreiben ist eine sehr einsame Tätigkeit, Fernsehen machen ist das genaue Gegenteil. Ich schätze den Mix und mache beides gern. Denn der Kern meiner Arbeit ist immer gleich: Geschichten erzählen, die begeistern sollen.

Webtipp:
Mehr über Thomas Brezina auf seiner Homepage www.thomasbrezina.com

 

Ausgabe 10/2010

 

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