Geschwollene Beine

August 2011 | Gesundheitslexikon

Beine hoch lagern!

Was steckt dahinter?
Jetzt, im Sommer, kommt es wieder verstärkt zu Problemen mit geschwollenen Beinen. Um die jeweilige Ursache für die Beschwerden zu finden, muss zuerst zweierlei festgestellt werden: Ist die Schwellung akut oder chronisch? Tritt sie beidseitig oder nur an einem Bein auf?
Akut auftretende Schwellungen können folgende Ursachen haben: venös bedingte Abflussstörungen (z. B. bei einer Thrombose), ein arterieller Verschluss, sogenannte Baker-Zysten (das sind durch Abnützung der Kniegelenke auftretende Schwellungen). Ebenso kommt die infektiöse Hauterkrankung Rotlauf als Ursache in Betracht.
Chronische Schwellungen deuten oft auf eine chronische Schwäche der Venenklappen, auf Lymphabflussstörungen oder Lipödeme (Vermehrung von Fettgewebe).
Ist nur ein Bein angeschwollen, muss vor allem eine Venenthrombose ausgeschlossen werden. Beidseitige Schwellungen wiederum können neben den genannten chronischen Ursachen auch z. B. durch ein Herzleiden, eine Leber- oder Nierenerkrankung, ein Eiweißmangelsyndrom und – seltener – durch eine Tumorerkrankung ausgelöst werden.
Zusätzlich können bestimmte Faktoren die Beschwerden verstärken bzw. überhaupt hervorrufen: Im Sommer führt Wärme dazu, dass die Gefäße sich weiten, wodurch das Blut verstärkt absackt und weniger gut zum Herzen zurückgepumpt wird. Auch langes Sitzen oder Stehen begünstigt das Anschwellen der Beine. Aus diesem Grund erhöhen insbesondere Bewegungsmangel und Übergewicht das Risiko für geschwollene Beine.

Was hilft?
Im Akutfall: Beine hoch lagern. Meist empfiehlt sich außerdem das Kühlen des betroffenen Beins; das Kreisen der Füße aktiviert die Muskelpumpe. Besonders wirksam bei Venenleiden ist das Tragen von Kompressionsstrümpfen.
Vorsicht: Ist die Ursache für die Beinschwellung unklar bzw. rührt das Problem erwiesenermaßen von einem internistischen Problem wie einer Herzschwäche oder einer arteriellen Gefäßerkrankung, sollte man vor einer weiteren ärztlichen Abklärung auf die genannten Maßnahmen verzichten.

Zum Arzt sollte man, wenn…
… die Beschwerden plötzlich auftreten. Insbesondere, wenn die Schwellungen einseitig und mit Schmerzen verbunden sind, besteht der Verdacht auf eine Venenentzündung oder Venenthrombose.
… Daneben bedürfen auch chronische Beinschwellungen einer Abklärung.

Expertentipp
Da bei Venenerkrankungen die Veranlagung eine maßgebliche Rolle spielt, lässt sich den Beschwerden nur begrenzt vorbeugen. Bestimmte Maßnahmen können allerdings präventiv sehr hilfreich sein: Empfehlenswert ist, sich viel zu bewegen, wenn möglich nicht viel zu sitzen oder zu stehen. Speziell während sitzender Tätigkeiten sollte man die Füße immer wieder bewegen, indem man sie kreist und die Fußschaufel nach oben Richtung Unterschenkel zieht.
Empfehlenswerte Sportarten sind vor allem Schwimmen, Nordic Walking, Radfahren. Auch Lymphdrainagen und Massagen haben bei Schwellungsneigung oft eine günstige Wirkung.
Um Stauungen entgegenzuwirken, sollte man auf allzu beengende Kleidung und hochhackige Schuhe verzichten.
Besonders effektiv bei Venenleiden ist neben der Einnahme pflanzlicher Venenmittel das Tragen von Kompressionsstrümpfen oder -strumpfhosen.

Von Mag. Alexandra Wimmer mit fachlicher Unterstützung von Doz. Dr. Bernd Leinweber, Facharzt für Dermatologie und Venerologie in Graz.

 
Buchtipp:
Weiser, Pink, Herold, Klaghofer, Slavka, Riss,
Schöne & gesunde Beine. Erfolgreich gegen Krampfadern, Besenreiser, Thrombosen, Cellulite & Co.
ISBN 978-3-902552-80-8, 144 Seiten, € 14,90, Verlagshaus der Ärzte

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