Mit Yoga gegen Schmerzen

September 2013 | Fitness & Entspannung

Yoga-Übungen für den Rücken
 
Yoga ist weit mehr als Balsam für die Seele. Auch Beschwerden im Bewegungsapparat, insbesondere Rückenschmerzen, können durch gezielte Übungen gelindert werden. MEDIZIN populär zeigt vor, wie das funktioniert.
 
Von Mag. Sabine Stehrer

Menschen, die im Lotussitz verharren und meditieren, sich im Liegen verrenken oder im Stehen eine Position einnehmen, in der man selbst höchstwahrscheinlich wie deren Parodie aussehen würde: Das sind die Bilder, die unsereins für gewöhnlich von Yoga hat. Doch die kann man vergessen, wenn es um Yoga als Therapie bei Beschwerden im Bewegungsapparat geht, versichert der Arzt Dr. Peter Poeckh, der im Yogazentrum Mödling Menschen mit Rückenschmerzen, Nackenverspannungen, Schulterproblemen & Co mit therapeutischen Übungen aus dem Yoga hilft. „Im Mittelpunkt der Yogatherapie stehen eher fließende Bewegungen, die jeder ausüben kann, auch ohne besonders sportlich oder gelenkig zu sein“, sagt er und fügt an: „Gut wäre aber, sich anfangs von einem erfahrenen Yogatherapeuten oder Yogalehrer anleiten zu lassen.“ Die Hilfe vom Profi nütze gleich doppelt: Erfolge stellen sich rascher ein, und Fehler werden vermieden.
Dass Yoga Probleme im Bewegungsapparat beheben kann, hat der Mediziner aber nicht nur in der Arbeit mit seinen Patienten erlebt, sondern auch am eigenen Leib erfahren: Selbst geplagt von Rücken- und Schulterschmerzen nach zeitweise zu intensivem Tennisspielen, entdeckte er die Heilmethode vor mehr als zehn Jahren für sich und ließ sich daraufhin zum Yogatherapeuten ausbilden.
Die besonders heilsame Wirkung von Yoga insbesondere bei Rückenschmerzen belegte jüngst eine Studie der University of Washington in Seattle in den USA, an der 101 Personen im Alter zwischen 40 und 50 Jahren teilnahmen. Nach einem Unterricht, bei dem die Übungen individuell angepasst wurden, begaben sich die Probanden dreimal wöchentlich daheim auf die Yoga-Matte. Das Ergebnis: Nach zwölf Wochen waren sie deutlich beweglicher und freier von Schmerzen als Vergleichspersonen, die im selben Ausmaß Übungen aus herkömmlichen Bewegungstherapien machten.

Blick aufs Ganze

Womit sich der Vorteil von Yoga gegenüber anderen Methoden erklärt? „Schmerzen im Bewegungsapparat entstehen oft, wenn etwas aus dem gesunden Gleichgewicht geraten ist“, erklärt Peter Poeckh. „Und bei der Yogatherapie steht mehr als zum Beispiel  bei klassischer Rückengymnastik im Vordergrund, herauszufinden, was aus dem Lot ist. Es geht darum, das gesamte System wieder in Balance zu bringen.“
So sind etwa Schmerzen im Nacken nicht immer nur auf Verspannungen der Nackenmuskulatur zurückzuführen, sondern können auch von den Schultern kommen, wenn diese durch häufiges schweres Heben stark beansprucht oder beim Sitzen am Schreibtisch immer eher nach vorne gezogen werden. „Schmerzen im oberen oder unteren Rücken haben manchmal in Beinfehlstellungen ihren Ursprung“, gibt Poeckh ein weiteres Beispiel. Und Knieschmerzen können auch durch Fußfehlstellungen verursacht werden.

Auf den Punkt

Ist die Wurzel des Übels erkannt, wird sie in der Yogatherapie gleich mehrfach gezielt bekämpft – nicht nur durch die für sich genommen schon heilsame fließende Bewegung. „Zusätzlich lassen sich mit Yoga sogenannte Triggerpunkte aktivieren“, so Poeckh. Werden diese Punkte stimuliert, hat das an weiter entfernten Körperstellen eine wohltuende Wirkung. Außerdem werden dadurch die Dehnungs- und Kräftigungsübungen unterstützt. So lassen sich Schulterschmerzen oft durch Übungen lindern, die den unteren Rücken oder die Hüfte bewegen, und Schmerzen im unteren Rücken durch Bewegungen, die Beine und Knie miteinbeziehen.

Bewusstes Atmen

Eine weitere Besonderheit von Yoga als Therapiemethode gegen Schmerzen: Das Atmen spielt dabei eine große Rolle. „Durch bewusstes Atmen werden zusätzlich die Meridiane stimuliert“, erläutert Poeckh. Meridiane existieren aus Sicht der Yogis, aber auch der Traditionellen Chinesischen Medizin TCM. Sie verlaufen durch das Bindegewebe, die Muskeln, Sehnen und Bänder des Körpers. Werden sie angeregt, lösen sich laut TCM und Yogatherapie Blockaden der Energiebahnen, sodass schmerzhafte muskuläre Verspannungen und Verklebungen im Gewebe nicht mehr zu spüren sind.
Durch das bewusste Atmen ergeben sich neben der Schmerzfreiheit aber noch weitere Effekte: „Man bekommt ein besseres Gespür für den Körper, wird geistig entspannter und gewinnt mehr Gelassenheit für den Alltag“, schwärmt Poeckh. Schon nach der ersten Übungseinheit kann man diese Wirkungen spüren; sie verfestigen sich, wenn man regelmäßig Yoga macht, also etwa drei  bis vier Mal pro Woche.

5 Yogaübungen für den Rücken zum Gratis-Download.

Webtipp:
Weitere Infos und Übungen unter www.yogatherapie.co.at

 

Stand 09/2013

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