Endlich schöne Zähne

Juni 2013 | Kosmetik & Pflege

So verschwinden Probleme im Mund
 
Weiße Zähne, die wie Perlen an einer Schnur gereiht sind, ein kräftiges Zahnfleisch und ein taufrischer Atem dazu: Das ist der Stoff, aus dem die Träume von einem gesunden Gebiss sind. Ein Mundvoll Probleme dagegen ist meistens die Realität. Das hilft bei Verfärbungen, Mundgeruch & Co.
 
Von Mag. Sabine Stehrer

Mundproblem 1
Verfärbte Zähne

Gelblich, gräulich oder gar bräunlich: Verfärbte Zähne färben auch auf ihre Inhaber ab. „Man hält sie für weniger gepflegt und gesund und daher für weniger attraktiv“, weiß Zahnärztin und Kieferorthopädin Dr. Maija Eltz, Leiterin des gleichnamigen Instituts in Wien. Strahlend weiße Zähne kann man auf verschiedene Art und Weise zurückgewinnen. „Ich empfehle aber, die Zähne nur so weit aufzuhellen, dass ihre Farbe jener der Augäpfel entspricht“, so Eltz. „Das sieht dann so aus, als ob die Zähne von Natur aus schön weiß wären“, begründet die Ärztin ihren Rat.
Welche Methode die beste ist, hängt von den Ursachen für die Verfärbungen ab. „Meistens kommen sie vom Kaffee, Rotwein, Tee oder vom Rauchen“, weiß Eltz. „Diese Verfärbungen können durch eine professionelle Mundhygiene gut beseitigt werden.“ Je besser man die Zähne danach selbst reinigt, desto länger dauert es, bis sie erneut einen Grauschleier bekommen.
„Zähne verfärben sich aber oft auch nach Wurzelbehandlungen grau bis schwarz, oder sie bekommen aufgrund des fortgeschrittenen Alters einen Gelbstich“, sagt Eltz. Diese Prozesse hängen mit Veränderungen im Zahninneren des toten bzw. älter werdenden Zahnes zusammen. „In diesen Fällen hilft eine professionelle Zahnaufhellung“, so Eltz. Dieses sogenannte Bleaching sollte unbedingt vom Zahnarzt durchgeführt werden, so die Expertin, sonst drohen andere Missstände: „Die Mittel zur Aufhellung enthalten Wasserstoffperoxide, die bei unsachgemäßer Anwendung dem Zahnfleisch, der Mundschleimhaut und den Zähnen schaden können.“ Beim Bleichen durch den Zahnarzt wird Bleichmittel in Kunststoffschienen gefüllt, die im Ober- und Unterkiefer an die Zähne angelegt werden. Wie lange das Mittel einwirkt, und wie oft das Bleichen notwendig ist, hängt von individuellen Gegebenheiten ab, erklärt Eltz. „Im Schnitt braucht man drei Durchgänge.“ Das Ergebnis kann bis zu zwei Jahre anhalten.
Viele Jahre lang hat man etwas von einer dritten Methode, die zu weißen Zähnen führt: „Man kann auch sogenannte Veneers, hauchdünne Porzellanhüllen oder -verblendungen, auf die Zähne kleben, dafür müssen diese vorher allerdings abgeschliffen werden“, erläutert die Zahnärztin.
 
Mundproblem 2
Zahnfehlstellungen

Schiefe, hervorstehende oder in den Gaumen hineinragende Zähne: Zahnfehlstellungen können sehr belastend sein, da sie unschön aussehen und beim Kauen stören können. Aber nicht nur das: Durch schiefe Zähne kommt es auch leichter zu Karies, da sie einer optimalen Zahnhygiene oftmals buchstäblich im Weg stehen. Darüber hinaus können Zahnfehlstellungen zu Reizungen und Entzündungen von Zahnfleisch und Mundschleimhaut führen, aber auch zu Zahnfleischschwund (Parodontitis) und so letztlich zum Zahnverlust.
Mit Gegenmaßnahmen kann man schon früh beginnen: „Es gibt Fehlstellungen, die schon im Milchzahngebiss verbessert werden können“, sagt Eltz. „Die Feineinstellung erfolgt dann mit einer festsitzenden Zahnspange im bleibenden Gebiss.“ Gegen diese und andere Fehlstellungen kann man aber grundsätzlich in jedem Lebensalter etwas unternehmen. Dazu muss man heute längst nicht mehr mit einer schneekettenartigen Zahnspange im Mund herumlaufen. „Es gibt Spangen, die sogar genauso gut wie Metallspangen wirken, aber durchsichtig und daher fast unsichtbar sind“, beruhigt die Ärztin. Diese sogenannten Invisaligns rücken die Zähne durch Drehkraft auf den Zahn und die Zahnwurzel in eine gerade Position und werden vor dem Essen und dem Zähneputzen herausgenommen. Wie lange man sie tragen muss, bis das Ziel erreicht ist, hängt im Wesentlichen vom Ausmaß der Fehlstellung ab. „Im Schnitt werden sie ein Jahr lang getragen, manchmal reichen aber auch ein paar Monate“, so Eltz.

Mundproblem 3
Zahnfleischbluten

Blut im Waschbecken nach dem Zähneputzen, eine rote Spur im Apfel gleich nach dem ersten Biss – ein Mundproblem, das man nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. „In 95 Prozent der Fälle ist Zahnfleischbluten auf falsche Mundhygiene zurückzuführen“, nennt Eltz die Ursache. Falsch heißt, man putzt mit einer zu harten Zahnbürste oder drückt die Bürste so fest auf, dass es zu kleinen, blutenden Verletzungen des Zahnfleischs kommt. „Verändert man das Putzverhalten und blutet man dennoch weiter, sollte man den Zahnarzt zu Rate ziehen“, empfiehlt Eltz. „Zahnfleischbluten kann auch ein erstes Anzeichen für eine Zahnfleischentzündung durch eine Infektion mit Bakterien oder Pilzen sein, die mit Medikamenten behandelt werden muss.“ Harmlos ist Zahnfleischbluten aber auch deswegen nicht, weil es eine Begleiterscheinung anderer Erkrankungen, eine Folge von Schwankungen im Hormonhaushalt oder ein Anzeichen für einen Vitaminmangel sein kann.

Mundproblem 4
Zahnstein

Vom Zahnfleisch aufwärts wächst Zahnstein die Zähne hinauf? Das stört nicht nur die Optik, es kann auch zu Entzündungen des Zahnfleischs führen. „Zahnstein besteht aus Ablagerungen von Mikroorganismen, Eiweißen, Kohlenhydraten und anderen Substanzen, die aufgrund mangelnder Mundhygiene an den Zähnen kleben bleiben und im Lauf der Zeit versteinern“, erklärt Eltz die Entstehung des Mundproblems. Ob man dazu neigt und in welcher Ausprägung sich diese Art von  Plaque bildet, hängt von den Genen ab. Eltz: „Zahnstein bildet sich umso schneller und ausgeprägter, je mehr Kalzium im Speichel ist, und der Kalziumgehalt im Speichel wird vererbt.“
Abhilfe schafft eine professionelle Mundhygiene: „Dabei werden die Ablagerungen mit einem Spezialgerät entfernt, was nicht schmerzhaft, höchstens ein wenig unangenehm ist“, so Eltz. Das Ergebnis hält umso länger an, je mehr Betroffene ihre eigenen Mundhygienemaßnahmen verbessern.

Mundproblem 5
Mundgeruch

Die anderen weichen zurück, wenn Sie ihnen nahe kommen? Und wenn Sie beim Ausatmen die Hand vor den Mund halten, riecht der Atem schlecht? „Wer nicht nur nach dem Genuss von aromareichen Speisen wie Knoblauch oder Zwiebeln Mundgeruch hat, sollte sich an seinen Zahnarzt wenden“, empfiehlt Eltz. Mundgeruch kann auf vieles hinweisen, doch häufig ist er ein erstes Anzeichen für eine Zahnfleischentzündung oder Zahnkaries – beides muss behandelt werden. Eltz: „Mundgeruch kann aber auch durch eine Entzündung der Nasennebenhöhlen oder der Mandeln verursacht werden.“ Dafür ist der Hals-Nasen-Ohren-Arzt zuständig. Manchmal ist der unangenehme Geruch aber auch ein Zeichen für eine beginnende Entzündung der Magenschleimhaut – was von einem Internisten abgeklärt werden muss.

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7 Gebote für gesunde Zähne

  • Zweimal am Tag, morgens nach dem Frühstück und abends nach dem Abendessen, Zähneputzen ist Pflicht. Dabei mit einer weichen Zahnbürste und Auf- und Ab-Bewegungen mindestens zweieinhalb Minuten über die Zahnoberflächen bürsten.
  • Die Zahnpasta sollte man so oft wie möglich wechseln – Bakterien im Mund können sich sonst an die Sorte gewöhnen und trotz ausreichender Zahnhygiene schnell vermehren.
  • Die Zahnbürste sollte man nach dem Putzen gut abspülen und mindestens alle drei Monate wechseln.
  • Ideal: Nach dem Putzen den Mund mit einer Mundspüllösung ausspülen.
  • Mindestens einmal am Tag, idealerweise abends nach dem Putzen, die Zahnzwischenräume mit Zahnseide reinigen.
  • Ein- bis zweimal jährlich eine professionelle Mundhygiene in Anspruch nehmen.   
  • Einmal jährlich zur Kontrolle zum Zahnarzt gehen.

 

Stand 06/2013

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