Helmut Österreicher

Oktober 2013 | Prominente & Gesundheit

„Was man genießt , ist auch gesund“
 
Er war Wiens erster Haubenkoch und zählt zum handverlesenen Kreis der österreichischen Vier-Hauben-Köche. Helmut Österreicher hat aber noch viele andere Trophäen eingeheimst, 2001 krönte ihn der Restaurant- und Gourmetführer Gault Millau sogar zum „Koch des Jahrzehnts“. Er stand an vielen berühmten Herden, etwa im „Sacher“, im „Steirereck“ und im nach ihm benannten „Österreicher im MAK“, daneben schrieb er Kochbücher und Kolumnen. Heute berät der Star-Koch andere Köche und setzt sich dafür ein, dass in den Familien, Schulen
und Kindergärten gesund gekocht wird. Im Gespräch mit MEDIZIN populär spricht der 57-Jährige über die Nachteile von Fertigprodukten, die Vorteile vom Selberkochen und die große Bedeutung vom Genuss beim Essen.
 
Von Mag. Sabine Stehrer

MEDIZIN populär
Herr Österreicher, haben Sie heute schon gekocht?


Helmut Österreicher

(lacht) Nein, das hat meine Frau erledigt. Sie kocht wie eine Göttin, und es hat vorzüglich geschmeckt.

Was gab es denn?
Kartoffelpuffer mit Dinkel und Kürbisgemüse – die ganze Familie liebt dieses Gericht!

Sie setzen sich neuerdings ja dafür ein, dass so wie bei Ihnen zuhause auch in anderen Familien, in Kindergärten und Schulen gesund gekocht wird. Warum ist Ihnen das so wichtig?

Weil ich als Opa von drei Enkerln mit großem Bedauern sehe, was sich dort abspielt. Wer kocht heute schon noch selbst Rindfleisch? Wer richtet sich heute noch einen Salat mit Essig und Öl an? Die Nahrungsmittelindustrie überschwemmt den Markt mit Fertigprodukten, und die kommen dann halt auf den Tisch. Da werden dann Fleisch und Fisch gegessen, die gar nicht mehr nach Fleisch und Fisch schmecken. Und überall sind Zusatzstoffe drin, die wir nicht brauchen und die meiner Meinung nach dazu beitragen, dass so viele Menschen und leider auch schon viele Kinder übergewichtig sind.

Wie sieht Ihr Engagement praktisch aus?

Ich stehe da erst am Anfang, habe aber schon gemeinsam mit dem Wiener Verein „Multika“, einem Kindergartenbetreiber, die Initiative „Kitchen 4 Kids“ ins Leben gerufen. In Zukunft wird in den Kindergärten des Vereins nach meinen Menüplänen täglich frisch gekocht. Es handelt sich um einfache Speisen mit viel Gemüse, aber auch leichte Fleischgerichte sind dabei. Dazu gibt es viel frisches Obst. Das schmeckt den Kleinen und ist noch dazu gesund. Wenn die Vier- und Fünfjährigen ein Gefühl dafür bekommen, wie gut ihnen frisches Essen tut, ist meines Erachtens schon viel gewonnen. Und selbst wenn andere vielleicht meinen, es ist ein Kampf gegen Windmühlen, den ich da führe, möchte ich in der nächsten Zeit auch die Verantwortlichen an Schulen, in denen Kinder und Jugendliche essen, und Eltern dazu anregen, öfter frisch und vielfältig zu kochen.

Als Haubenkoch sind Sie ja bis vor kurzem selbst fast rund um die Uhr in der Küche gestanden. Vermissen Sie die intensive Zeit in der Spitzengastronomie manchmal?

Mir hat meine Tätigkeit viel Spaß gemacht, und ich hatte ja auch große Erfolge, über die ich mich sehr gefreut habe. Aber als ich 50 Jahre alt geworden bin, wuchs in mir der Wunsch, mich für die wirklich wichtigen Dinge rund um das Kochen einzusetzen. Dafür, dass die Lebensmittel natürlich produziert und unverfälscht sowie unkompliziert zubereitet werden, und dass diese Kochmethoden an die nächste Generation weitergegeben werden. Darum berate ich dahingehend jetzt auch andere Küchenbrigaden von diversen Restaurants.

Was essen Sie selbst am liebsten?

Alles, worauf ich gerade Appetit habe und was gerade frisch erhältlich ist. Da weiß ich, dass ich es genießen kann. Und, wie schon unsere Großmütter wussten, ist das, was man genießt, auch gesund.

Was tun Sie außer das Essen zu genießen sonst noch für Ihre Gesundheit?

Bei einem genussvollen Essen mit meiner Familie und Freunden schöne Gespräche führen und in meinem Garten im Waldviertel, wo ich auch Bienen habe, die notwendigen Arbeiten erledigen. Das entspannt ungemein!

Ausgabe 10/2013

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