Fit mit Fußball, Volleyball, Handball

Oktober 2015 | Fitness & Entspannung

Sie zählen zu den beliebtesten Ballsportarten der Österreicher: Fußball, Volleyball und Handball. Das Spiel mit den Bällen macht aber nicht nur großen Spaß, sondern fördert darüber hinaus auch noch die Fitness und Gesundheit. Was die Spielbälle bringen und wie man Verletzungen am besten vorbeugt.
 
Von Mag. Sabine Stehrer

Ob im Turnunterricht in der Schule, spontan mit Nachbarn auf der Wiese nebenan oder als Mitglied eines Vereins: Wohl jeder hat schon einmal eine Ballsportart betrieben – und weiß, wie viel Spaß es machen kann, beim Fußball, Volleyball und Handball mit anderen in Wettstreit zu treten. Die hierzulande beliebten Ballsportarten bereiten aber nicht nur Freude, sondern halten darüber hinaus auch einigermaßen auf Trab und können so die Fitness und Gesundheit fördern. Wofür die Spielbälle der Gesundheit gut sind, weiß Sportmediziner Dr. Robert Fritz von der Sportordination Wien: „Bei jeder dieser Ballsportarten, ob Handball, Volleyball oder Fußball, wird vor allem die Ausdauer trainiert“, erklärt er.
Die Bewegung auf dem Platz, dazwischen immer wieder schnelle Sprints auf der Jagd nach dem Ball – das ist, so der Mediziner, der selbst ein begeisterter Volleyballspieler ist, genauer gesagt sogar „vergleichbar mit einem Ausdauertraining, in das intensive Intervalle eingebaut sind“.

Herz und Kreislauf werden in Schuss gehalten

Wer ein- bis zweimal pro Woche trainiert und dazu noch hin und wieder am Wochenende an einem Wettkampf teilnimmt, kann daher mit Ballsportarten sein Herz- und Kreislaufsystem ganz gut in Schuss halten, meint Fritz, macht aber auf eines aufmerksam: „Wer viele Jahre wenig oder gar keinen Sport betrieben hat, sollte beim Einstieg in den Ballsport zusätzlich lockeres Ausdauertraining betreiben, um sich nicht zu überlasten, also zum Beispiel öfter Walken, Radfahren oder Joggen.“ Hat man bereits ein gewisses Level erreicht und ist imstande, ein Spiel durchzustehen, ohne immer wieder aus der Puste zu kommen und Pausen einlegen zu müssen, lassen sich allein mit dem Ballsport und leichtem Zusatztraining allerdings keine Verbesserungen der Ausdauer mehr erzielen, informiert Fritz und ergänzt: „Wer sich dann noch steigern möchte, erreicht dieses Ziel nur, wenn er das begleitende Ausdauertraining steigert und dabei spezielle Trainingsreize setzt.“  

Muskeln werden kräftiger, Schnellkraft nimmt zu

Das Herumlaufen und Hüpfen sowie die Schüsse, Schläge, das Fangen und Werfen fordern neben dem Herz-Kreislaufsystem auch die Muskeln. Fritz: „Ballspiele sind ein gutes Muskel- und Schnellkrafttraining.“ Fußball trainiert vor allem die Bein- und Fußmuskulatur, Volleyball und Handball neben der Beinmuskulatur hauptsächlich die Arm-, Schulter-, und Rumpfmuskulatur bzw. die Rücken- und Bauchmuskeln. Was für die Ausdauer und Herz und Kreislauf gilt, trifft allerdings auch auf die Muskeln zu. Während Anfänger nach einiger Zeit des Trainings einen (Schnell-)Kraftzuwachs feststellen können, erreichen dies Ballspieler, die den Sport schon länger ausüben, und die Bewegungen gewöhnt sind, nicht mehr. „Wenn sie ihre Muskulatur und die Schnellkraft stärken wollen, funktioniert das nur mit einem Training nach Plan“, erklärt Robert Fritz und ergänzt, dass ein begleitendes Trainieren mit Gewichten für alle Ballsportler empfehlenswert wäre, und auch schon zur Vorbereitung auf Fußball, Volleyball und Handball als neues Hobby ratsam ist. Denn nur starke Muskeln schützen jene Teile des Bewegungsapparats, die beim Streben nach Toren und Punkten besonders verletzungsanfällig sind: Gelenke, Bänder und Sehnen.

Stress wird abgebaut, Teamgeist erlernt

Unfallursachen sind oft spontane Richtungswechsel, abrupte Stopps, Sprünge sowie beim Fußball und Handball zusätzlich noch Kämpfe mit dem Gegner: Alles das gehört bei den Ballsportarten aber dazu, und das ist auch gut so. Denn diese Aktionen sind zwar gefährlich, doch sie fördern verschiedene Fähigkeiten, die ebenfalls der Fitness und Gesundheit dienen. Fritz: „Dabei wird sehr gut die sogenannte Sensomotorik trainiert, also die Fähigkeit, auf Sinnesreize mit entsprechenden Bewegungen zu reagieren.“ Da man sich beim Fußball insgesamt 90 Minuten und beim Volley- und Handball auch für längere Zeit ausschließlich auf das Spiel zu konzentrieren hat, eignen sich die Ballspiele darüber hinaus noch hervorragend dazu, die Konzentrationsfähigkeit zu schulen und Stress abzubauen, weiß der Sportarzt. Und Stressabbau – der dient auch der Psyche. Diese kann vom Mannschaftssport Ballspielen überdies noch Teamgeist, einen guten Umgang mit Niederlagen und ein oft hilfreiches Einfühlungsvermögen lernen.    

**************************

Das schützt vor Verletzungen
3 Tipps vom Sportarzt


  • Vor dem Sport aufwärmen:

Herumlaufen, Schießen, Schlagen, Fangen und Werfen – die Bewegungen, die beim Fußball, Volleyball und Handball nötig sind, beanspruchen viele Bestandteile des Bewegungsapparats. Um die Muskeln, Bänder und Sehnen vor Zerrungen, Rissen oder Entzündungen zu schützen, empfiehlt Sportarzt Dr. Robert Fritz, sich vor dem Ballsport aufzuwärmen, etwa durch lockeres Laufen, Hüpfen, Arm- und Schulterkreisen.

  • Gelenke und Knochen stabilisieren:

Um die Gelenke vor Verletzungen zu schützen, ist es laut Mediziner Fritz außerdem ratsam, „sie bestmöglich zu stabilisieren, und das gelingt am besten, indem die Muskeln, die sie stützen, gezielt durch ein Krafttraining gestärkt werden“.  Fußballer sollten ein besonderes Augenmerk auf die Beinmuskulatur legen, denn kräftige Ober- und Unterschenkel reduzieren das hohe Risiko für Verletzungen der Bänder und Sehnen rund um die Knie- und Sprunggelenke. Volleyballer und Handballer sind gut damit beraten, zusätzlich zu einem Krafttraining für die Beine ausführlich die Arm- und Schultermuskulatur zu trainieren.  So werden die stark beanspruchten Schulter- und Ellbogengelenke stabilisiert. „Verletzungen an den Fingergelenken beim Volleyball und Handball lässt sich am besten vorbeugen, indem die Mittel- und Ringfinger mit einem Tape zusammengeklebt werden“, weiß Fritz.

Ob für Fußballer, Volleyballer oder Handballer – für alle nützlich sind Übungen auf einem Wackelbrett. Fritz: „Empfehlenswert ist, die Übungen täglich für ein paar Minuten lang zu machen, zum Beispiel während dem Zähneputzen am Morgen.“ Schon bloßes Balancieren auf dem Brett stärkt Bänder, Sehnen und Gelenke. Außerdem schult das Training die Sensomotorik bzw. Fähigkeit, schnell auf Sinnesreize zu reagieren.

Stand 07-08/2015

aktuelle Ausgabe

MP Cover 2023-01

Sie wollen mehr?

Das freut uns!

WÄHLEN SIE EINFACH AUS:
» ABO «
» E-MAGAZIN «
» MEDIZIN-populär-APP «

Abo bestellen

E-Magazin

Abo Service

Gewinnspiel

Kontakt

Newsletter

aktuelle Ausgabe

MP Cover 2023-01

Sie wollen mehr?

Das freut uns!

WÄHLEN SIE EINFACH AUS:
» ABO «
» E-MAGAZIN «
» MEDIZIN-populär-APP «

Abo Service

E-Magazin

Gewinnspiel

Kontakt

Newsletter

Abo Service

Gewinnspiel

E-Magazin

Newsletter