Schöne Haut und Haare im Sommer

Oktober 2015 | Kosmetik & Pflege

Schwitzen, Duschen, Sonnenbäder, Schwimmen in Chlorwasser, Baden im Meer: Alles das kann Haut und Haaren jetzt ganz gehörig zusetzen. Was sie brauchen, um trotz der Belastungen schön durch den Sommer zu kommen.
 
Von Mag. Sabine Stehrer

Belastung
Schwitzen

Bis zu einem Liter Schweiß sondert der Mensch normalerweise im Lauf eines Tages ab. Auf ein Vielfaches erhöht sich diese Menge bei großer Hitze. Und das ist auch gut so, denn: „Schwitzen dient der Regulierung des Wärmehaushalts unseres Körpers“, informiert die Wiener Dermatologin Dr. Patricia Gill-Figwer und erklärt, wie diese Regulierung funktioniert: „Wenn der Schweiß über die Schweißdrüsen der Haut auf die Hautoberfläche gelangt und dort verdunstet, kühlt das die Haut und uns insgesamt ab.“ So schützt uns das Schwitzen vor der Überhitzung und einem Hitzekollaps. Doch der Schweiß, der hauptsächlich aus Wasser, Salzen und Harnstoff besteht, kann auch belasten, macht er sich doch mitunter in Form von unschönen Schweißflecken oder einem unangenehmen Geruch bemerkbar. Zudem kann die körpereigene Flüssigkeit Probleme bereiten, die noch schwerer wiegen. „Wenn wir viel schwitzen, vermehren sich die Bakterien und Pilze stärker, die auf unserer Haut leben“, weiß Gill-Figwer, „und dadurch werden oft Entzündungen angeheizt“. Vor allem an Körperstellen, wo Haut auf Haut trifft, wie unter den Achseln oder zwischen den Zehen, bilden sich dann aufgrund der bakteriellen Entzündungen oder Pilzinfektionen häufig Hautreizungen oder Ekzeme. „Durch die erhöhte Schweißproduktion kann es aber auch dazu kommen, dass Schweißdrüsen verstopfen“, kennt Patricia Gill-Figwer ein weiteres Problem, das bei Hitze und vielem Schwitzen auftaucht. „In der Folge bricht dann sehr oft Miliaria aus, ein Ausschlag mit roten Hitzebläschen.“ Auch behaarte Körperstellen leiden manchmal unter dem Schweiß: So können sich unter den Achseln oder auf der Kopfhaut bedingt durch das Schwitzen Pilze so stark vermehren, dass auf Haut und Haaren ein gelblicher Belag entsteht, der unangenehm riecht und zu Juckreiz führt.

Was hilft?

„Vorbeugend vor Pilzinfektionen oder bakteriellen Entzündungen in der Sommerhitze helfen zusätzliche Hygienemaßnahmen“, so Gill-Figwer. Sich an Tagen, wo viel Schweiß geflossen ist, morgens und abends zu duschen, eventuell zwischendurch die Achseln zu trocknen und ein Antitranspirans zu verwenden, das nicht nur Schweißgeruch übertüncht, sondern zudem das Schwitzen eindämmt, reicht laut der Dermatologin aber aus. „Wenn die Haut bereits entzündet ist oder zum Beispiel durch eine Pilzinfektion stark juckt, lässt man sich am besten vom Hautarzt helfen.“ Dies gilt auch, wenn sich Hitzebläschen hartnäckig und über Tage halten.   

Belastung
Duschen

Jeden Tag oder jeden zweiten Tag duschen die meisten Menschen verschiedenen Umfragen zufolge. Ist es heiß und wird viel geschwitzt, steigert sich die Duschhäufigkeit – oft auf zweimal am Tag. Diese Hygienemaßnahme kann laut Dermatologin Gill-Figwer zwar vor Haut- und Haar-Problemen schützen. „Wer zweimal am Tag oder öfter duscht, riskiert aber, die Haut auszutrocknen“, so Gill-Figwer. Und das ist nicht nur unschön, sondern erhöht wiederum das Risiko für Trockenheitsekzeme, die unangenehm jucken und wehtun.

Was hilft?
Zur Vorsicht sollte man sich bei häufigem Duschen daher an ein paar Regeln halten, rät die Dermatologin. „Am besten ist es, nicht lang und nicht heiß zu duschen, sondern kurz und lauwarm“, so Gill-Figwer, „außerdem sollte man auf Duschgel verzichten und nur Wasser verwenden, denn das reicht an sich aus, um sauber zu werden.“ Wer nicht auf Duschmittel und Haarshampoos verzichten will, sollte nur rückfettende bzw. sehr milde Produkte verwenden – und das möglichst sparsam.
Außerdem ist es laut Gill-Figwer nach jedem Duschen unumgänglich, sich von Kopf bis Fuß einzuölen oder einzucremen. „Ideal sind Mittel, die Glycerin oder Urea enthalten, denn diese binden Wasser in der Haut und schützen sie so vor dem Austrocknen.“

Belastung
Sonne

Dass die große Mehrheit der Menschen Sonnenbäder als überaus angenehm empfindet, ist kein Wunder: Denn treffen die Strahlen der Sonne auf unsere Haut, erwärmt uns das nicht nur, darüber hinaus werden noch sogenannte Glückshormone, Endorphine, ausgeschüttet. „Und Endorphine steigern unser Wohlbefinden ganz erheblich“, weiß Patricia Gill-Figwer, die noch einen weiteren Vorteil des Sonnenbadens nennt: „Außerdem bildet der Körper durch die UV-Bestrahlung der Haut Vitamin D, das sehr wichtig für die Gesundheit der Knochen ist.“ Abgesehen davon kann die Sonne Haut und Haare auch ganz gehörig belasten, was wohl jeder schon einmal erlebt hat. Ein mehr oder weniger stark ausgeprägter Sonnenbrand, trockene, spröde und ausgebleichte Haare, die sogenannte Mallorca-Akne, ein juckender und schmerzender Hautausschlag, der nach dem Sonnenbad auftreten kann: Das alles sind mögliche und kurzfristig sicht-, sowie spürbare Schäden. „Je öfter man in der Sonne badet, desto früher wird die Haut faltig“, so Gill­Figwer, die vor allem eines zu bedenken gibt: „Viele Sonnenbäder und Sonnenbrände erhöhen das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken.“
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Was hilft?

Gill-Figwer nennt eine einfache Faustregel für den besten Schutz vor Sonnenschäden: „Je heller Haut und Haare sind, desto kürzer sollte man sie der Sonne aussetzen und desto besser sollte man sie vor der Sonne schützen.“ Die Haut braucht ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor, so die Dermatologin weiter. „Die Haare schützt man mit einem Hut, einer Kappe oder einem Tuch, oder man trägt ein Haarspray mit UV-Filter auf.“ Ebenfalls wichtig: Haarspangen aus Metall sollten vor dem Sonnenbaden entfernt werden, denn diese können bei Sonnenbestrahlung so heiß werden, dass die abgeteilten Haare abbrechen. Um Haut und Haare schön durch den Sommer zu bekommen, hat Gill-Figwer schließlich noch eine weitere Empfehlung: „Nach dem Sonnenbad sollte die Haut mit After-Sun-Produkten gepflegt werden, und den Haaren tut ein feuchtigkeitsspendendes Haaröl oder auch eine Olivenöl-Packung gut.“  

Belastung
Chlor- & Meerwasser

Im Schwimmbad und Hotelpool seine Runden ziehen oder einfach nur plantschen, im Meerwasser baden: Das gehört zum Sommer dazu, macht Spaß, erfrischt und hält in Bewegung. „Baden im Meer kann außerdem der Haut gut tun“, weiß Gill-Figwer. Da das Salzwasser desinfizierend wirkt, heilen Pickel früher ab, Akne und andere entzündliche Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Psoriasis, die Schuppenflechte, werden gelindert. Nur sollte man eines beachten, so die Dermatologin weiter: „Sowohl das Plantschen im Meer, als auch das Schwimmen in Chlorwasser trocknen die Haut aus.“ Menschen mit besonders empfindlicher Haut, auch Kinder, entwickeln beim Baden  in gechlortem Wasser laut Gill Figwer noch dazu oft Hautirritationen wie juckende Ausschläge. Diese werden vielfach für eine Chlorallergie gehalten, „aber eine Chlorallergie gibt es nicht“. Auch die Haare können unter dem Baden leiden: Sowohl Chlorwasser als auch Meerwasser trocknen aus, Chlorwasser kann zusätzlich blondierte Haare grün verfärben.

Was hilft?

„Um die Haut vor dem Austrocknen durch das Baden zu schützen, sollte man sich nach dem Aufenthalt im Pool, Schwimmbad oder Meer auf jeden Fall duschen und eincremen oder einölen“, informiert Gill-Figwer. Schon vor dem Baden Lotionen, die Glycerin oder Urea enthalten, auf die Haut auftragen – das beugt Hautirritationen durch Chlor vor. Und die Grünfärbung von blondiertem Haar verschwindet, wenn man es mit Wasser spült, in dem Aspirin-Tabletten aufgelöst sind. Vor trockenem Haar nach dem Baden kann eine Haarpackung helfen.

Stand 07-08/2015

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