Festmahl für die Haut

Dezember 2011 | Kosmetik & Pflege

Die besten Tipps für Ihr Verwöhnprogramm
 
Nicht nur winterliche Kälte und trockene Heizungsluft, auch der berüchtigte Weihnachtsstress setzt unserem äußeren Schutzschild jetzt zu. Machen Sie daher Ihrer Haut ein Geschenk und bereiten Sie ihr zu den Feiertagen ein Festmahl. MEDIZIN populär hat die besten Tipps für Ihr Verwöhnprogramm.
 
Von DI (FH) Elena Bertolini

Jetzt wird die trockene Luft draußen wie drinnen zur regelrechten Zerreißprobe für die Haut. „Sinken die Außentemperaturen unter acht Grad, schaltet die Haut ihre Eigenfettproduktion auf Sparflamme. Der schützende Hydrolipidfilm gerät aus der Balance. Die Haut wirkt matt und rau. Darüber hinaus ist sie oftmals leicht gerötet und spannt. Bei starker Austrocknung kann es sogar zu Schuppenbildung und quälendem Juckreiz kommen, Kälteekzeme können auftreten“, schildert Dr. Sebastian Reischle, Facharzt für Dermatologie und Venerologie in Wien, das Problem.
Wenn die Feuchtigkeitsversorgung der Haut für längere Zeit gestört oder unzureichend ist, entstehen mitunter auch chronische Trockenheitsekzeme. Ist dies erst einmal der Fall, hilft nur noch eines: Ab zum Arzt! „Unbehandelt kann sich das Ekzem ausbreiten. Die Haut reißt in weiterer Folge ein und kann sich entzünden. Je eher die Erkrankung behandelt wird, desto größer sind die Chancen auf eine rasche Abheilung. Bei stark ausgeprägten und großflächigen Ekzemen kann der Heilungsprozess sogar mehrere Wochen dauern“, erklärt der Dermatologe.

Alle Jahre wieder

Ans Leder geht der Haut im Winter aber auch der alljährliche vorweihnachtliche Stress. Dieser führt zu einer erhöhten Produktion bestimmter Hormone wie Androgene und Kortisol, wodurch Hautunreinheiten entstehen können. „Hinzu kommt, dass Stress sich negativ auf das Immunsystem auswirken kann. Ist darüber hinaus die Schutzbarriere der Haut eingeschränkt, dringen Bakterien und Viren leichter in die Haut ein und können im Körper ihre krankmachende Wirkung entfalten“, weiß Reischle. Um schön und gesund zu bleiben, ist es daher wichtig, regelmäßig für Entspannung zu sorgen. Wer sich zu den Feiertagen Zeit nimmt, die Haut mit einem Pflege-Festmahl zu verwöhnen, schützt seinen äußeren Schutzschild also gleich in doppelter Hinsicht.

Das „schmeckt“ der Haut

„Um gesund und widerstandsfähig zu bleiben, braucht die Haut jetzt im Winter intensive Pflege“, sagt Reischle. Am besten verwöhnt die Haut, wer ihr das gibt, was ihr „schmeckt“ und ihrem Typ entspricht. Bei trockener Haut empfehlen sich rückfettende und feuchtigkeitsspendende Mittel: „Bei Pflegeprodukten ist es vor allem wichtig, dass sie Hyaluronsäure (HA), Glycerin oder Harnstoff (Urea) enthalten. Letzterer ist auch an der Bildung des hauteigenen Säureschutzmantels beteiligt, der die Haut vor Krankheitserregern und allergieauslösenden Substanzen schützt“, weiß der Dermatologe.
Fettige Haut ist zwar widerstandsfähiger und altert langsamer, im Winter muss man aber auch ihr spezielle Pflege zukommen lassen. Cremes und Lotionen dürfen allerdings nicht zu fetthältig sein. Vor allem aber sollten sie nicht-komedogen sein, wie der Fachmann sagt, damit keine verstopften Poren und Pickel drohen. Auch Männerhaut, die insbesondere durch die tägliche Rasur stark beansprucht wird, braucht im Winter intensive Pflege. Feuchtigkeitsspendende Gels oder Salben, die zusätzlich Sucralfat enthalten, helfen, rasurgestresste Haut schnell zu beruhigen.
„Hautreinigende Produkte sollten generell keinen Alkohol und keine Seifen enthalten, weil der Haut sonst zusätzlich Flüssigkeit entzogen wird. Auf mechanische Peelings sollte im Winter ebenfalls verzichtet werden, da diese den Eigenschutz der Hautbarriere zusätzlich verringern“, rät Reischle. Bei bereits entstandenen Trockenheitsekzemen empfiehlt sich die Anwendung kortisonhältiger und entzündungshemmender Salben. Gegen den Juckreiz werden in seltenen Fällen Antihistaminika verabreicht.
Essen und Trinken

Freilich kann der Haut nicht nur von außen, sondern auch von innen ein Festmahl bereitet werden. Eine gesunde und vitalstoffreiche Ernährung enthält viele Antioxidantien und unterstützt die Haut bei der Abwehr freier Radikale, sodass sie länger gesund und schön bleiben kann. Wer also beim Feiertagsschmaus mehr bei den Gemüse- und Salatbeilagen als beim fetten Fleisch zugreift, leistet damit nicht nur der Figur einen Dienst, sondern auch der Haut. Darüber sollte man im Winter auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Sie hilft, die Haut von innen mit Feuchtigkeit zu versorgen. „Die Einnahme von ungesättigten Fettsäuren, etwa in Form von Omega-3 und 6-hältigen Kapseln, kann die instabile Hautbarriere zusätzlich verstärken und so der Austrocknung entgegenwirken“, so Reischle.

Frischluft und Sonnenschutz

Frische Winterluft darf beim Feiertags-Verwöhnprogramm für die Haut nicht fehlen. Sie versorgt den Körper mit Sauerstoff. Damit wird nicht nur die Haut besser durchblutet und mit Nährstoffen versorgt, sondern auch das Immunsystem in Schwung gebracht. Mit ausreichendem Schutz vor Austrocknung steht einem ausgedehnten Winterspaziergang also nichts im Weg. Bei extremer Kälte kann man für empfindliche Stellen wie Hände, Ohren, Nase oder Lippen spezielle Kälteschutzcremes verwenden. „Hierbei ist es wichtig, die Creme beim Betreten beheizter Räume abzuwaschen, da es durch die Zimmertemperatur zu einer unangenehmen Verflüssigung der darin enthaltenen Fettanteile kommen kann“, betont Reischle.
Aufgrund der niedrigeren Temperaturen und kürzeren Tage wird im Winter häufig auf ausreichenden UV-Schutz vergessen. „Da Schneekristalle bis zu 80 Prozent der gefährlichen UVA- und UVB-Strahlen reflektieren und dadurch verstärken, sollten vor allem Wintersportler Cremes mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden“, rät der Dermatologe.

Massage und Pflegeöle

Das besondere Geschenk, das Sie Ihrer Haut zu den Weihnachtsfeiertagen machen, kann schließlich eine wohltuende Massage mit reichhaltigen Pflegeölen (Avocado- oder Mandelöl) sein. Das macht die Haut im Winter zart und geschmeidig. Darüber hinaus wirken die Massagegriffe durchblutungsfördernd und helfen beim Abtransport von Stoffwechselschlacken – und nicht zuletzt bei der Entspannung. Obwohl Bäder der Haut eigentlich Feuchtigkeit entziehen, muss man mit rückfettenden Badeölen und feuchtigkeitsspendenden Lotionen auch auf dieses Vergnügen nicht ganz verzichten. Die Wassertemperatur sollte allerdings nicht zu hoch sein, denn: Je heißer das Wasser, desto größer der Austrocknungseffekt.

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Spezialtipps für reife Haut

Reife Haut reagiert besonders sensibel auf äußere Einflüsse wie Kälte und trockene Heizungsluft. Zur Pflege der Altershaut im Winter sind reichhaltige Cremes besser geeignet als Lotionen. In der Nacht können so genannte Öl-in-Wasser-Emulsionen verwendet werden. Inhaltsstoffe wie Retinol (Vitamin A) oder Alpha-Hydroxy-(Frucht)Säuren erhöhen außerdem die Hautelastizität, beugen Faltenbildung vor und tragen zur Erneuerung der Hautzellen bei. Regelmäßige Saunagänge, Wechselduschen und Trockenbürstenmassagen helfen reifer Haut ebenfalls, die kalte Jahreszeit gut zu überstehen.

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