Senta Berger

Januar 2007 | Prominente & Gesundheit

„Seit ich meine neue Hüfte habe, kann ich im Garten wieder Rad schlagen!“
 
Die vielseitige Schauspielerin, Autorin, Filmproduzentin und gebürtige Wienerin Senta Berger, 65, ist vor vielen Jahren an Arthrose erkrankt, einer schmerzhaften Gelenksentzündung, die auf Abnützung zurückzuführen ist. Vor zwei Jahren musste sie sich einer Hüft-Operation unterziehen.
Seit dem Ausbruch der Krankheit engagiert sie sich neben ihrer Arbeit für die Initiative „Stark gegen den Schmerz“, die Menschen dazu bewegen möchte, mehr für ihre Gesundheit zu tun. Im Gespräch mit MEDIZIN populär erzählt sie unter anderem, warum sie das macht, wie es ihr mit ihrer Krankheit geht und wie sie es nach wie vor schafft, einen Film nach dem anderen zu drehen.
 
Von Mag. Sabine Stehrer

MEDIZIN populär
Frau Berger, Sie leiden seit vielen Jahren unter Arthrose und haben sich deswegen vor zwei Jahren einer Hüft-Operation unterziehen müssen. Wie geht’s Ihnen jetzt?  

Senta Berger
An Ihrer Frage stört mich ein wenig das Wort „leiden“. Wenn ich meinen Zustand mit dem so vieler anderer Arthrose-Patienten vergleiche, die ich in der Rehabilitation kennen gelernt habe, würde ich eher sagen, ich war vor meiner Operation durch Bewegungsschmerzen eingeschränkt, besonders in der Ausübung meines Berufs, der ja, auch wenn sich viele das nicht vorstellen können, Knochenarbeit ist. Ich war aber in guten ärztlichen Händen und habe meine Schmerzen ganz gut eingrenzen können. Kurz nach der Operation war ich dann sogar mit meinem Mann tanzen und habe dabei Stöckelschuhe getragen!

Wie hat Ihre Krankheit angefangen, und woran haben Sie erkannt, dass es Arthrose ist?

Die Schmerzen haben vor etwa sieben Jahren angefangen. Aber niemand hat an eine kaputte Hüfte gedacht, am allerwenigsten ich. Ich dachte an Ischias und an einen Leistenbruch, bis ich endlich einmal ein Röntgen machen ließ.  

Hat sich Ihr Gesundheitsbewusstsein mit dem Ausbruch der Arthrose geändert? Haben Sie begonnen, mehr Sport zu betreiben, sich bewusster zu ernähren?

Jeden Tag dicke Butter aufs Brot, Schweinsbraten und Schokolade, das ist bei mir sowieso nie gegangen, denn ich neige ohnehin zur Rundlichkeit, was meinem Mann Gott sei Dank gefällt (lacht). Nein, ich esse so, wie ich immer gegessen habe. Obst, Gemüse und ein bisschen Fleisch. Hin und wieder gibt es den Schweinsbraten freilich doch, besonders wenn ich in meiner Heimatstadt Wien bin, von der ich mich zu allem Möglichen verführen lasse. Und Sport? Am liebsten fahre ich Rad und schwimme. Ich fahre auch gern Ski, aber es muss nicht die schwierigste Piste sein. Wenn ich mich bewege, nehme ich meinen Körper bewusst wahr, ich achte immer auf meine Körperhaltung, dabei ist mir das Ballettstudium meiner Kindheit bis heute eine große Hilfe.

Sie haben kürzlich ein Buch geschrieben mit dem Titel „Ich habe ja gewusst, dass ich fliegen kann“. Was meinen Sie mit Fliegen?

Ich hatte als Kind immer wieder den Traum vom Fliegen, der mit dem Gefühl einer großen Leichtigkeit verbunden war, dem Gefühl, losgelöst zu sein von all den großen und kleinen Sorgen, die man ja auch schon als Kind kennt. Jetzt habe ich das „Fliegen“ als Metapher für den Mut genommen, den ich als junges Mädchen hatte, mich ins Ungewisse zu wagen, mich wegtragen zu lassen in die große weite Welt.
 
Sie engagieren sich für die Initiative „Stark gegen den Schmerz“, die Menschen dazu bewegen soll, mehr für ihre Gesundheit zu tun. Was ist Ihnen dabei besonders wichtig?

„Stark gegen den Schmerz“ will eine bessere Aufklärung von Patienten und Ärzten erreichen, und dass Patienten ein größeres Selbstbewusstsein bekommen und lernen, Anwälte ihrer Gesundheit oder eben ihrer Krankheit zu werden.  

Sie sind 65 Jahre alt, sehen aber viel jünger aus und machen immer so einen ausgeglichenen Eindruck. Verraten Sie uns Ihr Rezept fürs Glücklichsein und Jungbleiben?

Natürlich ist auch mein Leben eine Berg- und Talfahrt, wie jedes andere Leben auch, dennoch: Ich hatte und habe Glück, das Glück, einen Gefährten zu haben, mit dem ich alles teilen kann, das Glück, viel zu erleben, ein buntes Leben zu haben, einen Beruf auszuüben, den ich mir gewählt habe, in dem ich gefordert werde, und den ich immer noch aufregend finde. Vielleicht ist es das, was Sie bemerken.    

Buchtipp
Senta Berger:
Ich habe ja gewusst, dass ich fliegen kann
Kiepenheuer & Witsch, 2006

Ausgabe 1/2007

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