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Wenn der Hals kratzt

Halsschmerzen gehören zu den häufigsten Beratungsanlässen in der Apotheke. Ursache ist meist eine akute, selbstlimitierende Infektion der oberen Luftwege. Laut Halsschmerz-Leitlinie sind überwiegend Viren – etwa Rhino-, Adeno- oder Coronaviren – verantwortlich. Bakterielle Erreger wie Streptococcus pyogenes spielen vor allem im Kindesalter eine Rolle. 

Mag. pharm. Heinz Haberfeld, 
Präsident  der
Apothekerkammer Niederösterreich

Die Apotheke bietet zahlreiche Möglichkeiten zur wirksamen Selbstmedikation. Im Vordergrund stehen lokal wirksame Präparate wie Lutschtabletten, Rachensprays und Gurgellösungen. Antiseptische Wirkstoffe senken die Keimbelastung, schmerzstillende Zusätze lindern rasch die Beschwerden. Reizlindernde Inhaltsstoffe wie Isländisch Moos, Eibisch, Hyaluronsäure oder salzhaltige Pastillen befeuchten und schützen die Schleimhaut. Bei stärkeren Schmerzen können kurzfristig Ibuprofen oder Paracetamol ergänzend eingesetzt werden. Richtig angewendet sind lokale Rachentherapeutika sehr effektiv. Lutschpastillen sollten langsam zergehen, idealerweise in der Wangentasche, um die Einwirkzeit zu verlängern. Zuckerfreie Präparate sind kariesfreundlich und für Diabetikerinnen und Diabetiker geeignet. Auch begleitende Maßnahmen sind wichtig: eine ausreichende Flüssigkeits­zufuhr, bevorzugt mittels lauwarmer Kräutertees, kalte und kohlensäurehaltige Getränke meiden, Raumluft befeuchten, Stimme schonen und auf Nikotin sowie Alkohol verzichten. Halten die Symptome länger als zwei Wochen an, treten sie immer wieder auf oder kommen Warnzeichen wie hohes Fieber, eitrige Mandeln oder geschwollene Lymphknoten hinzu, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen. So lässt sich in den meisten Fällen mit gezielten Empfehlungen aus der Apotheke rasch eine Erleichterung erzielen.


Fotos: fotostudio wilke, istockphoto/Nadya Ustyuzhantseva

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